Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 07/2014

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Melonen, perfekt für heiße Sommertage

Der beliebteste Kürbis im Sommer ist …? Die Melone! Tatsächlich zählt man Melonen zu den Kürbisgewächsen, so wie auch Gurken und Zucchini. Ihr hoher Wassergehalt von bis zu 95 Prozent macht sie zur idealen Sommer-Erfrischung. Bio-Melonen kommen vor allem aus Spanien und Italien, die Hauptsaison dauert von Juni bis September. Melonen schmecken pur, sind aber auch eine beliebte Zutat für fruchtige Shakes, Cocktails, Obstsalate und Bowlen. Mit Eis im Mixer gecrasht erhält man einen gesunden „Slush“, der Kinder begeistert, ganz ohne künstliche Farb- und Aromastoffe.

Melonen lassen sich gut mit anderen Sorten kreuzen, daher ist die Sortenvielfalt groß. Hierzulande am bekanntesten ist die Wassermelone, die man im Sommer am besten gut gekühlt einfach vom Stück wegknabbert - ein wunderbarer Durstlöscher. Gut macht sie sich aber auch in einem frischen Salat mit Feta, Tomaten, etwas Rucola und frischem Thymian. In Deutschland liegt wohl die glatte, gelbe Honigmelone auf Platz 2 der Beliebtheitsskala, gerne serviert mit rohem Schinken. Ebenfalls recht verbreitet sind Netzmelonen, zu denen die aus Israel stammenden Sorte Galia zählt.

Noch viel aromatischer, aber in Deutschland schwieriger zu finden ist die Cantaloupe-Melone. Unter der grau-grünen oder gelben und etwas knubbeligen Schale versteckt sich das orangefarbene, saftig-süße Fruchtfleisch. Man kann sie natürlich pur verputzen, lecker macht sie sich aber auch in einer kalten Suppe: Eine gekühlte Melone mit 150 Milliliter kaltem Weißwein, frischem Ingwer und Zitronensaft pürieren, mit Salz und Pfeffer oder Cayenne würzen. Zur Suppe serviert man Ziegenfrischkäse und Basilikum-Öl. Dafür Basilikumblätter mit etwas Salz und Zitronensaft im Mörser zerdrücken und Olivenöl dazugeben. Guten Appetit!

Bienen – bitte füttern!

Ohne Bienen gibt es wenig zu ernten – das ist mittlerweile weithin bekannt. „Bestäuberkrise“ ist das aktuelle Schlagwort, denn die Zahl der Honig- und Wildbienen geht seit Jahren zurück. Chemisch-synthetische Pestizide schaden ihrer Gesundheit und monotone Agrarlandschaften bieten kaum Nahrung. Der Report „Plan Bee – Auf dem Weg in die ökologische Landwirtschaft“, von Greenpeace im Mai veröffentlicht, hat das noch einmal deutlich gemacht und zeigt darüber hinaus anhand von zahlreichen Fallbeispielen und Studienergebnissen, dass Pestizide zur Bekämpfung der Schädlinge gar nicht notwendig sind.

Der ökologische Anbau ohne Pestizide und mit abwechslungsreichen Fruchtfolgen ist an sich schon besonders bienenfreundlich, Blühstreifen zwischen den Feldern sind ein zusätzliches Angebot. Wer Bio kauft, tut also immer auch etwas Gutes für Bienen. Wer zu Hause auch ein Angebot für Bienen bereithalten möchte, findet passende Pflanzen mit Hilfe der kostenfreien App „Bienen füttern“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sie ist für Apple- und für Android-Geräte erhältlich und informiert, welche Garten- und Balkonpflanzen gute Nahrung für Bienen bieten. Geranien und Petunien sucht man hier vergeblich, dafür stehen zum Beispiel Leinkraut, Thymian und Wicken auf der Liste, die übrigens auch als PDF-Datei verfügbar ist. Zusätzlich gibt es Pflegetipps für die Pflanzen und Infos über Bienen, Hummeln und Co.

Viele zusätzliche Tipps für „Bienenfütterer“ bietet die Website des Netzwerks Blühende Landschaften, das passende Saatgut wie die „Bienenweide“ von Bingenheimer erhalten Sie in Ihrem Bioladen.

Mit der „Super-Banane“ am Problem vorbei

Wissenschaftler der australischen Universität Queensland haben eine afrikanische Kochbanane gentechnisch so verändert, dass sie Betacarotin, also Provitamin A bildet. Gefördert wird das Projekt mit zehn Millionen US-Dollar von der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda. Die Befürworter argumentieren wie beim bekannten und nach 15 Jahren noch immer nicht zugelassenen, ebenfalls gentechnisch modifizierten „Goldenen Reis“: Der Vitamin-A-Mangel in Entwicklungsländern soll bekämpft werden, um vor allem Kinder vor Erblindung oder oft tödlichen Mangelerkrankungen zu schützen. Gentechnik-Gegnern wird daher oft vorgeworfen, mit ihrer Ablehnung eine Verbesserung der Lage zu verhindern.

Warum allerdings bei Vitamin-A-Mangel unbedingt gentechnisch veränderte Lebensmittel mit unkalkulierbaren Risiken und Nutzen notwendig sein sollen, bleibt schleierhaft. In Ostafrika gibt es zum Beispiel viele traditionelle Lebensmittel mit hohem Betacarotin-Gehalt, vor allem verschiedene dunkelgrüne Blattgemüse, die zusätzlich andere wichtige Nährstoffe enthalten.

 

Das ist von besonderer Bedeutung, denn ein Vitamin-A-Mangel geht fast immer mit weiteren Mangelerscheinungen einher, zum Beispiel bei Eisen, Jod und Folsäure, was gerade bei Kleinkindern irreparable Langzeitschäden verursachen kann. Schuld ist die einseitige Ernährung, je nach Region mit Reis, Mais oder Kochbananen, bekannt auch als "versteckter Hunger".

Heilmittel dafür kann nicht die risikoreiche Agrogentechnik sein, zudem sie Kleinbauern in neue Abhängigkeiten führt. Bewährte und einfache Strategien sind die Anlage von Gärten in armen Regionen, um Obst und Gemüse zu erzeugen, in Notfällen zudem die Gabe von Mineralstoff-Präparaten. Dauerhaft verschwinden wird der „stille Hunger“ aber erst mit der Wiedereinführung einer nachhaltigen, möglichst ökologischen Landwirtschaft mit traditionellen und lokalen Ackerfrüchten und Viehhaltung und damit einer abwechslungsreichen Ernährung. Diese Vielfalt wurde von der beschönigend „Grüne Revolution“ genannten Einführung von Monokulturen und Pestiziden verdrängt – das nun mit Gentechnik kurieren zu wollen, nützt nur den Agrarkonzernen.

Schorlen – fruchtig erfrischend

Kennen Sie diese Szenen aus Filmen, wenn ein Therapeut seinen Klienten bittet, sich ein sicheres, stilles Plätzchen für schwierige Zeiten vorzustellen? Ein Schaukelstuhl auf der Terrasse, eine einsamer Strand …? Nein, für Deutsche sei dieser Glücksort „ein See aus Apfelsaftschorle, in dem sie nackt baden“, behauptet mit viel britischem Humor Adam Fletcher in seinem Büchlein „Wie man Deutscher wird in 50 einfachen Schritten“.

Tatsächlich sind Fruchtschorlen in vielen Ländern unbekannt. Dabei ist die Mischung aus Saft und Mineralwasser nicht nur an heißen Sommertagen, sondern auch beim Sport ideal: erfrischender Geschmack, viel Flüssigkeit mit weniger Kalorien als Limonade oder Fruchtsaft, und die Apfelschorle ist wegen der enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente sogar ein isotonisches Getränk.

Neben Apfelsaftschorle werden auch Schorlen mit Kirsch-, Johannisbeer-, Trauben oder Rhabarbersaft immer beliebter. Wer selber mixt, kann den Saftanteil bestimmen – besonders bei Hitze ist weniger mehr. Lecker ist dann zum Beispiel auch eiskaltes Mineralwasser mit Limettensaft, Holundersirup, dekoriert mit Minze. Für unterwegs sind fertig gemischte Schorlen praktisch. Die Sorten aus dem Bio-Fachgeschäft bieten dabei gleich mehrere Vorteile: Es sind keine Aromen zugesetzt, keine Farb- oder Konservierungsstoffe und kein zusätzlicher Zucker. Für die Apfelschorle von Voelkel und die BioKristall-Apfelschorle von Neumarkter Lammsbräu wird zudem naturtrüber Bio-Direktsaft verwendet, kein Konzentrat. Manche Läden haben auch Direktsaftschorle von Streuobstwiesenäpfeln im Angebot – ein leckerer Beitrag zum Naturschutz!

Pestizide bedrohen Tierwelt stärker als gedacht

Bestimmte Pflanzenschutzmittel gefährden Tiere stärker als bisher angenommen. Das zeigt die Auswertung von 800 Einzelstudien aus den letzten Jahren, die eine internationale Wissenschaftlergruppe in der Zeitschrift "Environment Science and Pollution Research" veröffentlicht hat. „Die Forschungsergebnisse über Neonikotinoide und Fipronil sind aufs Schwerste beunruhigend“, erklärt der Vorsitzende der Gruppe, Maarten Bijleveld van Lexmond. Nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge, Regenwürmer und Vögel würden durch diese Mittel, die das Nervensystem angreifen, geschädigt.

Neonikotinoide sind systemische Pflanzenschutzmittel. Das bedeutet, dass sie nicht auf der Oberfläche verbleiben, sondern sich in der gesamten Pflanze verteilen. Somit kommt jedes Tier, das Blätter frisst, Nektar saugt oder Pollen sammelt, damit in Kontakt und wird je nach Art geschädigt oder getötet. Durch den Rückgang der Insekten sind auch Tierarten betroffen, die sich von Insekten ernähren und nicht mehr genügend Nahrung finden - vor allem Vögel, aber auch andere Wirbeltierarten. Neonikotinoide und ihre ebenfalls giftigen Abbauprodukte sind in der Pflanze sehr langlebig und können auch im Boden eine längere Verweildauer haben oder sich dort anreichern.

Die Studie weist auch auf bisher unzureichende Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit anderen Mitteln hin. Da konventionelle Landwirte üblicherweise einen Mix von Fungiziden, Herbiziden und Insektiziden ausbringen, sind weitere Untersuchungen zu solchen Wechselwirkungen dringend erforderlich.