Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 01/2014

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Zehntausende sagen in Berlin: „Wir haben es satt!“

Immer neue Skandale in der Massentierhaltung und schlechte Arbeitsbedingungen für Wanderarbeiter auf deutschen Schlachthöfen machen deutlich, dass die Politik den Wunsch der Menschen nach einer fairen, ökologischen und tiergerechten Landwirtschaft nicht ernst nimmt. Zur vierten "Wir haben es satt!"-Demonstration am 18. Januar 2014 in Berlin werden daher erneut Tausende Menschen erwartet, die auch auf weitere Probleme hinweisen wollen: Durch das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA könnten Produkte aus oder mit gentechnisch veränderten Organismen, Hormonfleisch und Chlorhühnchen auch in die EU geraten. Und der neue Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wird Ende Januar mit seiner Stimme im EU-Agrarministerrat entscheiden, ob der Gen-Mais 1507 von DuPont-Pioneer künftig auch in Europa angebaut werden darf.

Die industrielle und auf Masse ausgerichtete Landwirtschaft ist kein Zukunftsmodell. Auch die Welternährungsorganisation FAO sieht die Probleme und hat 2014 zum Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft (International Year of Family Farming)  ausgerufen mit der Botschaft: „Kleinbauern ernähren die Welt von morgen“. In Deutschland ist mit der "Wir haben es satt"-Demonstration in den vergangenen Jahren eine breite Bürgerbewegung für eine neue Agrarpolitik entstanden. Im letzten Jahr haben sich mehr als 25.000 Menschen auf den Weg nach Berlin gemacht. Im Sommer umzingelte das Bündnis mit mehr als 7.000 Beteiligten Europas größten Geflügelschlachthof im niedersächsischen Wietze.

Bevor die große Demonstration in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt!“ startet, findet am Freitagabend, 17. Januar, eine "Schnippeldisko" statt und vor dem Demobeginn gibt es ein „Bauernfrühstück“ in einer Berliner Markthalle sowie ab 9 Uhr einen Traktorenzug vom Ostbahnhof zum Potsdamer Platz. Nach der Demo wärmt ab 14.30 Uhr der „Politische Suppentopf“ in der Heinrich Böll-Stiftung interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Demo selbst startet am 18. Januar 2014 um 11 Uhr am Potsdamer Platz (nicht wie bisher am Hauptbahnhof!) und führt am Bundesrat, dem Bundeslandwirtschaftsministerium sowie der Vertretung der EU vorbei zum Kanzleramt. Alle Informationen und auch eine Mitfahrbörse finden Sie unter www.wir-haben-es-satt.de.

Bio-Surftipp: www.oekolandbau.de

Deutschlands umfangreichstes Online-Informationsangebot zum ökologischen Landbau ist komplett überarbeitet worden. Das modernisierte und großzügige Layout, die verbesserte Nutzerführung und neu strukturierte Inhalte vereinfachen die Nutzung von oekolandbau.de. Nicht nur Fachleute, sondern auch Verbraucher und Familien mit Kindern finden in eigenen Rubriken umfassende und nützliche Informationen, darunter regionale Bio-Einkaufsführer, Informationen zu verschiedenen Bioprodukten und Warengruppen, Ausflugs-, Bastel- und Lesetipps, Rezepte und Saisonkalender. Für Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen, Fach- und Berufsschulen stehen im Portal kostenlose Materialien und Kopiervorlagen für die Behandlung der Themen Ökolandbau und Ökolebensmittelherstellung im Unterricht bereit.

Rund 60.000 Besucher informieren sich jeden Monat auf oekolandbau.de über die Erzeugung, Verarbeitung und den Einkauf von Bioprodukten. Die Internetseite veröffentlicht darüber hinaus täglich aktuelle Meldungen aus der Biobranche. Der Veranstaltungskalender gibt einen Überblick über Termine rund um den Ökolandbau in Deutschland und der Servicebereich stellt wichtige Adressen, Weblinks und die Informationsmaterialien des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) bereit. Die umfangreichen Materialien, zum Beispiel die Ernährungskalender für Eltern, können kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden.

Ein kleiner Teil des Angebots ist auch in leichter Sprache zu lesen. Einige Videos in deutscher Gebärdensprache stehen ebenfalls zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.oekolandbau.de

BUND-Studie zeigt: Zu viele Hormone in der Schweinezucht

Die neue Studie "Zum Einsatz von Hormonen in der intensiven Schweinehaltung", erstellt an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) , macht ein bisher wenig bekanntes Verfahren öffentlich: Vor allem in größeren Schweineställen erhalten gesunde Sauen systematisch Hormonpräparate, um möglichst viele Tiere an einem Tag besamen zu können, die dann später auch am selben Tag abferkeln. Mit Hilfe dieser „Synchronisation“ können die Betriebe Arbeitskräfte und somit Kosten sparen. Außerdem führen die hormonell wirksamen Medikamente dazu, dass die Anzahl der Ferkel pro Trächtigkeit zunimmt, was zu Gesundheitsbelastungen bei den Muttersauen und Ferkeln führen kann.

Mit der Gülle gelangen die hormonell wirksamen Substanzen in Böden und Gewässer und auch in das Trinkwasser. Das Umweltbundesamt schließt negative Folgen für die Umwelt nicht aus und erläutert: "Zu einem bekannten Steroidhormon, welches den in der Tierhaltung eingesetzten Hormonen sehr ähnlich ist, gibt es verschiedene Studien, die drastische Effekte bei Fischen und Fröschen belegen". Die Behörde will jetzt die Umweltverträglichkeitsprüfungen für solche Hormone erweitern. Hersteller sollen künftig nachweisen, dass die Mittel sich auch in sehr geringen Mengen nicht negativ auswirken.

 

Die Literaturstudie wurde im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstellt. Für den Verband zeigt die Studie, dass bisherige Untersuchungen zum Hormoneinsatz in der Schweinezucht lückenhaft und Risiken für Tiere und Umwelt nicht ausreichend geklärt seien. Er forderte daher Bundesagrarminister Friedrich auf, den Einsatz von Hormonen zur Leistungssteigerung in der Ferkelzucht zu verbieten und sämtliche Daten zu den in der Nutztierhaltung verwendeten Hormonen und den eingesetzten Mengen offen zu legen. Die letzte veröffentlichte Zahl stamme aus dem Jahr 2003. Deutschland müsse sich zudem davon verabschieden, auch bei Fleisch den Titel „Exportweltmeister“ anzustreben.

Eine Kurzfassung der BUND-Studie „Zum Einsatz von Hormonen in der intensiven Sauenhaltung“ finden Sie im Internet unter:
www.bund.net/pdf/studie_hormoneinsatz_landwirtschaft 

Vegan aus dem Vollen schöpfen: Getreide-, Soja- und Nussmilch

Wer vegan lebt oder auf Milchprodukte verzichten muss, findet in Bio-Fachgeschäften ein großes Angebot an Getreide-, Soja- und Nussmilch – geeignet als Getränk pur und als Zutat in der Küche. Welches Produkt man wählt, hängt ganz vom persönlichen Geschmack ab. Dinkelmilch schmeckt leicht süßlich und ist somit bestens geeignet für Milchshakes und als Basis für Pudding und Süßspeisen. Hafermilch kann sowohl für süße als auch herzhafte Speisen wie z.B. Kartoffelpüree verwendet werden. Auch Reismilch ist leicht süß, aber milder und heller und somit oft die „Einstiegs-Getreidemilch“.

Bei Sojamilch bildet nicht Getreide die Grundlage, sondern Sojabohnen, daher enthält sie besonders viel hochwertiges pflanzliches Eiweiß. Auch der Geschmack unterscheidet sich deutlich von Getreidedrinks. Wer Sojamilch pur nicht mag, findet Sorten mit Vanille, Schokolade oder Fruchtgeschmack im Biohandel. Ein Blick aufs Etikett verrät, ob der Hersteller natürliches Aroma oder hochwertige Extrakte verwendet. Etwas Besonderes ist Mandelmilch. Ihr leicht süßer Geschmack erinnert an Marzipan und sie enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Schon im Mittelalter war Mandelmilch beliebt, vor allem in der Fastenzeit. Bis heute ist sie ein typisches Getränk in Süditalien, wo sie als Latte di Mandorla bekannt ist. Mittlerweile gibt es alternativ auch Haselnussmilch im Naturkostfachhandel.

Getreide-, Soja- und Nussmilch ist nicht nur für Veganer, sondern auch für Menschen mit Laktose-Intoleranz oder Milcheiweiß-Allergie interessant, denn diese Stoffe sind nicht enthalten. Soja-, Mandel- und Reismilch sind zudem glutenfrei. Da das für Milch typische Kalzium fehlt oder nur in geringen Mengen enthalten ist, setzen die Hersteller einigen Sorten kalziumhaltige Algen zu.

Zum Kochen und Backen eignen sich alle Sorten, am besten jedoch meist Hafer- und Sojamilch. Man sollte Getreide-, Nuss- und Sojamilch nie in kochende Flüssigkeit geben, da sie ausflocken können. Übrigens darf Getreidemilch in Deutschland nicht als „Milch“ bezeichnet werden, daher finden sich meist Namen wie „Reisdrink“ oder „Sojagetränk“ auf der Verpackung. Bekannte Anbieter sind Lima, Natumi, Oatly, Provamel, Sojade und Soyana.

Die Steckrübe, ein Alleskönner

Mit ihrem herbsüßen Geschmack bereichern Steckrüben den Winter-Speiseplan. Fast kugelrund und dick, oft mit einem violetten Schimmer auf der Schale und innen gelbfleischig kommt das Gemüse daher, das traditionell zu Suppen und Eintöpfen verarbeitet wird. Die vielseitige Rübe eignet sich aber auch als Gemüsebeilage für Püree oder Gratin - und sogar als Belag für Flammkuchen. Im Salat kann man das Wurzelgemüse roh und geraspelt mit Äpfeln, Rosinen, Nüssen, Himbeer- oder Walnussöl kombinieren.

Passende Gewürze für Steckrübengerichte sind Muskat, Schabziger Klee, Petersilie, Schnittlauch und Kerbel, aber auch eine orientalische Note mit Curry, Kreuzkümmel, Safran und Koriander macht sich gut. Die Gewürze harmonieren mit der typischen leicht herben Note, für die wie bei Kohl schwefelhaltige ätherische Öle verantwortlich sind. Steckrüben werden in manchen Regionen auch als Kohl- oder Erdrübe, Wruke, Oldenburger Ananas, Dorsche oder Dotschn und in der Schweiz auch als Bodenkohlrabi bezeichnet. Roh schmecken sie tatsächlich ein wenig wie Kohlrabi – und botanisch sind die beiden auch verwandt.

Steckrüben waren in beiden Weltkriegen eine wichtige Nahrungsreserve und wurden in Notzeiten täglich in allen Variationen auf den Tisch gebracht, auch als Marmelade, als „Sauerkraut“ und als Kaffee-Ersatz. In der Nachkriegszeit waren die Rüben daher verständlicherweise wenig beliebt. Inzwischen jedoch wissen Gourmets und Profiköche das wandlungsfähige Wurzelgemüse wieder zu schätzen. Vielleicht starten Sie mit etwas weniger Aufwand und bereiten ein winterliches Gratin zu: Die Steckrübe in dünne Scheiben hobeln und dachziegelartig in eine Auflaufform schichten. Zwei Eier mit einem Becher Sahne, einer Tasse Milch, frisch geriebenem Ingwer oder alternativ geriebener Muskatnuss, Salz und Pfeffer schaumig schlagen und über das Gemüse gießen. Mit geriebenem Käse bestreuen und bei 200 Grad etwa 40 Minuten backen. Dazu passen zum Beispiel Pellkartoffeln – oder Sie schichten gleich gehobelte Kartoffeln mit in das Gratin ein.