Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 12/2013

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Der wirklich grüne Weihnachtsbaum

Wenn der Weihnachtsbaum wirklich „grün“ sein soll, hat er nicht immer Designer-Format, sondern ist vielleicht sympathisch krumm oder hat auch mal eine Lücke im Geäst. Denn je dunkelgrüner die Nadeln, je gerader der Wuchs, je dichter die Äste, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Baum eine chemische Sonderbehandlung hinter sich hat. Rund 29 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich verkauft und die meisten stammen aus Monokulturen, die massiv mit Insektiziden und Herbiziden sowie chemisch-synthetischem Dünger behandelt werden und so Boden und Grundwasser belasten. Auch für die Raumluft ist so ein Baum kein Gewinn.

Ein umweltfreundlicher Baum stammt aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die ökologisch bewirtschaftet werden. Die Organisation „Robin Wood“ empfiehlt, auf die Siegel der Anbauverbände wie Naturland, Bioland und Demeter oder das Bio-Siegel der EU zu achten. Bäume mit dem Label des FSC (Forest Stewardship Council) sind eine Alternative, denn es garantiert umweltgerechtes und sozial verträgliches Wirtschaften.

Um die Suche nach zertifizierten Bio-Weihnachtsbäumen zu erleichtern, gibt Robin Wood seit über zehn Jahren eine nach Bundesländern sortierte Liste mit inzwischen über 80 Verkaufsstellen heraus. Fast doppelt so viele Verkaufsstellen für Bio-Weihnachtsbäume wie noch 2012 gibt es in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen, denn dort stößt die massive Ausweitung konventioneller Weihnachtsbaum-Plantagen zunehmend auf Proteste. In vielen Regionen bleibt es aber schwierig, einen Bio-Weihnachtsbaum zu finden. Dann ist die Wahl eines Baums aus der Region eine Alternative, am besten einer zum Selberschlagen beim nächsten Forstbetrieb.

Bio-Nüsse – kerngesunder Knabberspaß

Seit Theodor Storm vor 150 Jahren „Äpfel, Nuß und Mandelkern“ in Gedichtform brachte, sind sie ein Inbegriff für die Advents- und Weihnachtszeit. Und eine gesunde und leckere Abwechslung zu Dominosteinen und Lebkuchen! Denn Nüsse krachen nicht nur schön und schmecken, sondern versorgen uns in der dunklen Jahreszeit auch mit hochwertigem Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E und B-Vitaminen. Walnüsse gehören zu den besten Quellen für Omega-3-Fettsäuren. Kein Wunder also, dass Nüsse schon vor Jahrtausenden den Jägern und Sammlern als Grundnahrungsmittel dienten. Heute genügt eine Handvoll pro Tag, wenn man nicht gerade sportliche Höchstleistungen vollbringt.

Die Vorweihnachtszeit ist Nuss-Hauptsaison, auch weil die heimischen Sorten frisch geerntet sind. Die bekanntesten Nüsse hierzulande sind Haselnuss und Walnuss sowie Mandeln. Auch Erdnüsse sind beliebt, aber botanisch keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte, wenn auch mit ähnlichem Nährstoffprofil. Im Bio-Fachgeschäft findet man darüber hinaus Maronen, Para-, Pekan- sowie Makadamia-Nüsse, Pinien- und Cashewkerne sowie Pistazien. Bei Nüssen aus ökologischem Anbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten, ebenso das Begasen mit Methylbromid, das im konventionellen Anbau nach der Ernte üblich ist. Auch ein Bleichen der Schale ist nicht erlaubt. Daher haben Bio-Nüsse oft eine dunklere und manchmal fleckige Schale. Das ist ganz natürlich und kein Zeichen für mindere Qualität.

Wegen ihres Fettgehalts werden Nüsse leicht ranzig. Daher kauft man am besten nur kleinere Mengen und lagert die Nüsse kühl, luftig und trocken. Ganz und ungeschält halten Nüsse am längsten. In den letzten Jahren wurde immer wieder über gesundheitsschädliche Aflatoxine berichtet, die bei falscher Lagerung von bestimmten Schimmelpilzen auch auf Nüssen gebildet werden. Bio-Anbieter achten auf gute Trocknung und Belüftung und überprüfen die Qualität durch Analysen. Dem ungetrübten Genuss steht also nichts entgegen, ob pur vom „bunten Teller“ oder im Obstsalat, im Bratapfel oder in Weihnachtsgebäck wie Makronen oder Nussecken.

Curry – wunderbar wärmend im Winter

Der Begriff „Curry“ sorgt gelegentlich für Verwirrung. In unserem Sprachgebrauch bezeichnet er vor allem Gewürzmischungen, in Indien meint Curry ein ganzes Gericht: Gemüse oder Linsen, mit oder ohne Fleisch oder Fisch in einer cremigen, würzigen Sauce, serviert mit Reis oder indischem Brot. So ein Curry ist schnell gemacht und wärmt mit Ingwer und Chili im Winter von innen. Bei der Zubereitung kann man der Phantasie freien Lauf lassen, schnell eines von Tausenden Rezepten im Internet suchen oder einfach schauen, was noch im Kühlschrank ist: Blumenkohl, Paprika, Rosenkohl, Kartoffeln, Möhren, Spitzkohl? Auch Erbsen oder grüne Bohnen aus der Tiefkühltruhe sind möglich. Dann Zwiebeln, Currygewürze oder -paste, Gemüse und gegebenenfalls Fleisch oder Fisch in Öl oder Ghee-Butter andünsten. Wer mag, fügt zu Beginn Knoblauch und frischen Ingwer hinzu. Das Ganze in Kokosmilch oder auch in Brühe und Sahne köcheln lassen. Der Duft lockt jeden in die Küche!

Das Würzen geht einfach mit einem der erstklassigen Currypulver oder einer Currypaste aus dem Bio-Fachhandel. Ob „Black Magic Curry“ von Herbaria, „Duft-Curry“ von Heuschrecke (gut geeignet für Wintergemüse), „Lemon Curry Sumatra” von Lebensbaum, “Garam Masala“ mit viel Kreuzkümmel von Sonnentor – die Mischung, in Indien „Masala“ genannt, gibt dem Currygericht den besonderen Kick. Was man verwendet, hängt auch davon ab, wie scharf man es mag – also auf den Anteil von Chili und Cayennepfeffer achten. Oft gibt auch ein „mild“ oder „hot“ im Namen den entscheidenden Hinweis. Dasselbe gilt für die in Thailand üblichen Currypasten, zum Beispiel von Sanchon oder Arche, in denen meist auch aromatische Zutaten wie Zitronengras, Galgant und Tamarinde verarbeitet sind. Wenn es ganz schnell gehen soll, gibt es fertige Bio-Currysauce, zum Beispiel „Red Thai“ von Sanchon, und sogar fertige Tiefkühl-Currys wie das „Chicken Curry“ von Biopolar.

Das Currypulver wurde übrigens „erfunden“, weil die Kolonialmacht England an der indischen Küche Gefallen, die täglich frische Herstellung der Gewürzmischung jedoch zu mühsam fand. Currypulver enthält je nach Rezept unterschiedliche Gewürze, meist zehn bis zwanzig, darunter so gut wie immer Kurkuma, das für die typisch gelbe Farbe sorgt. Fast nie fehlen Koriandersamen, Kreuzkümmel (auch Mutterkümmel oder Kumin genannt) und Bockshornklee. Häufig zu finden sind auch Ingwer, Fenchel, Zimt, Kardamom, Senfkörner und Muskatnuss. Wer mag, kann natürlich „ganz indisch“ die eigene Currymischung auch frisch herstellen – am besten mit Hilfe eines Mörsers.

Last-Minute-Geschenke aus dem Bioladen

Auch wenn man noch so gut plant: Kurz vor Weihnachten fehlt vielen doch noch ein kleines Geschenk für die nette Nachbarin oder ein Mitbringsel für Freunde, die kurzfristig eingeladen haben. Bio-Fachgeschäfte sind eine Fundgrube für Last-Minute-Geschenke, die nicht verstauben oder im Weg herumstehen, sondern gut schmecken, duften, knuspern, wärmen!

Wie wäre es zum Beispiel mit edlen gerösteten Ölen? Bio-Haselnuss- oder Walnussöl gibt nicht nur Salaten ein wunderbares Aroma, sondern ist auch reich an ungesättigten Fettsäuren. Bio Planète bietet die Öle einzeln oder auch in der Geschenkbox „grande finesse“ an. Gut macht sich immer die Kombi „Antipasti & Wein“, zum Beispiel ein kräftiger spanischer Rotwein mit klassischen Grissini von Byodo oder einem Glas Kräuteroliven. Wohlige Wärme und verschenkt man mit dem „Spanischen Glühwein“ von Voelkel oder einer alkoholfreien Version wie „Heiße Winterkirsche“ oder „Granatapfelpunsch“. Ebenfalls winterlich-warm: Bio-Teemischungen, zum Beispiel der „Kaminzauber-Früchtetee“ oder der „Himmlische Christkindltee“ von Sonnentor. Wer es kerniger mag, kauft einen Kasten „Lammsbräu Winterfestbier“ – gibt es auch als Zwei-Liter-Magnumflasche!

Duftige Mitbringsel: Bienenwachskerzen oder rein pflanzliche ätherische Öle in Bio-Qualität wie das Advent-Öl von Sonnentor mit Orange, Nelke und Vanille. Den Duft von Weißtanne bringt das „Christbaum Duftset“ von Taoasis in den Raum, und einen holzig-erdigen Geruch mit leicht orientalischer Note verspricht der Raumduft „senses Sandel“ von Sodasan.

Wer mag, schreibt eines seiner Lieblingsrezepte ab und verschenkt dazu die passenden Zutaten. Wenn auch dafür die Zeit fehlt: Ein kleiner Korb mit leckeren Bio-Delikatessen erfreut jeden Feinschmecker. Frohe Weihnachten!  

Bio ist für Schwarz-Rot kein Thema

Bio? Fehlanzeige: Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD enthält keine handfesten Aussagen zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Der Begriff „Ökologischer Landbau“ wird gar nicht erst erwähnt, trotz aller bekannten Probleme, die die industrielle Landwirtschaft verursacht. Am letzten Verhandlungstag wurde sogar noch die Absage an die Agro-Gentechnik gestrichen, obwohl 80 Prozent der Deutschen und auch SPD und CSU die Freisetzung und Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen ablehnen.

Das kann Folgen haben: Voraussichtlich im Januar 2014 wird im EU-Ministerrat darüber entschieden, ob nach 15 Jahren der Anbau von gentechnisch verändertem Mais in der EU wieder zugelassen wird. Es geht dabei um die Sorte „1507“ des Konzerns DuPont-Pioneer. Ein klares Bekenntnis gegen die Gentechnik im Koalitionsvertrag hätte den künftigen deutschen Agrarminister zu einer Nein-Stimme gezwungen. Die wird gebraucht, denn wenn die EU-Agrarminister den Vorschlag der Kommission nicht mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit ablehnen, geht der Vorschlag wieder an die EU-Kommission zurück, die ihre Zustimmung angekündigt hat.

Immerhin will sich die Große Koalition für eine EU-Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, einsetzen. Allerdings hatten schon frühere Regierungen diese Forderung in Brüssel vorgetragen - ohne Erfolg, weil es an der Unterstützung anderer Mitgliedsstaaten fehlte. Bei der Patentierung konventioneller Züchtungsverfahren wollen Union und SPD erreichen, dass endlich die EU-Vorschriften präziser ausgestaltet werden, damit das Europäische Patentamt nicht weiterhin auf klassischem Wege gezüchtete Pflanzen und Tieren patentiert.

Eine klare Aussage macht der Koalitionsvertrag zu Klonfleisch: „Wir treten auf europäischer Ebene für ein Verbot des Klonens von Tieren und des Imports von geklonten Tieren und deren Fleisch ein.“ Geplant ist außerdem eine Kennzeichnungspflicht für Nachkommen von geklonten Tieren und deren Fleisch. Das ist gerade mit Blick auf das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA von Bedeutung. In den USA fehlt eine Kennzeichnungspflicht, obwohl Klonfleisch seit 2008 zugelassen ist.

Naturkosmetik – natürlich schön ohne Mikroplastik

Naturkosmetik-Produkte pflegen sanft und nachhaltig und duften ganz natürlich. Das macht sie zu einem wunderbaren Geschenk für liebe Freunde und Verwandte. Zu Weihnachten gibt es zudem schöne Geschenkpacks, zum Beispiel mit dem Logona-Duschbad „Wintertraum orange-toffee“ oder für Männer die „limited edition SANTE homme 365“ - wie alle Cremes, Duschbäder, Zahnpasten und Make-up aus dem Bio-Fachhandel ganz ohne synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe, auch ohne Silikone und Paraffine. Und ohne Mikroplastik, das immer mehr in Verruf gerät. Diese mikroskopisch kleinen Plastikpartikel werden in vielen konventionell hergestellten Peelings, Duschgels sowie Zahnpasten eingesetzt und bedrohen die Gesundheit von Mensch und Tier.

Denn eine Filterung in Klärwerken ist noch nicht möglich, so dass die winzigen Teilchen in Gewässern und Meeren wieder auftauchen und von Tieren und Mikroorganismen aufgenommen werden. Im Magen-Darm-Trakt können die enthaltenen Schadstoffe freigesetzt werden – über die Wirkungen ist noch viel zu wenig bekannt. Mikro-Plastikkügelchen können unter anderem das hormonell wirksame Bisphenol A oder Weichmacher enthalten. Das nicht abgebaute Plastik und die Schadstoffe sammeln sich auf jeden Fall im Gewebe an, werden Teil der Nahrungskette und gelangen am Ende auch in den menschlichen Körper.

Zuletzt hat das NDR-Verbrauchermagazin "Markt" im November im Trink- und Regenwasser mikroskopisch kleine Plastikkugeln aus Kosmetikprodukten gefunden. Besonders erschreckend: Auch Honig war verunreinigt. Forscher von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg vermuten, dass das Plastik auch über die Luft in Lebensmittel gelangt. Umweltorganisationen wie der BUND setzen sich für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und Reinigungsprodukten ein.