Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 11/2013

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Gegen das Novembergrau: Plätzchenduft und Zimtgenuss!

Noch hat der Advent nicht begonnen, aber die Tage sind schon kurz und süße Knabbereien zur Tee- oder Kaffeestunde bei Kerzenschein wärmen Körper und Seele und bringen gemütliche Vorweihnachtsstimmung. Am schönsten duftet es, wenn man selber backt. Der Bio-Fachhandel bietet dazu beste Zutaten, von Adventsgewürzen über Nuss und Mandelkern bis hin zu Zitronat und Zimt. Besonders praktisch: Hochwertige Gewürzmischungen wie „Oh Du Fröhliche“ von Herbaria oder die Lebkuchengewürze von Heuschrecke oder Sonnentor. Auch bestens geeignet für den Nikolausstiefel!

Für Genießer mit weniger Zeit bieten Naturkostfachgeschäfte und Bio-Supermärkte in der Vorweihnachtszeit ebenfalls eine verführerische Auswahl: Flemming hat Klassiker wie Spekulatius, Nuss-Sterne und sogar ein Lebkuchenhäuschen, gefüllt mit Bio-Lebkuchen, im Angebot. Die Bohlsener Mühle backt knusprige Christmas Cookies aus Dinkelmehl mit Apfel, Nuss und Mandelkern sowie typischen Weihnachtsgewürzen und die beliebten Dinkel-Vanillekipferl mit vielen Haselnüssen und kostbarer Bio-Bourbonvanille. Beide Produkte sind wie alle Gebäcke der Bohlsener Mühle Bioland-zertifiziert. Verwendet wird ausschließlich Bio-Getreide aus der Region. Von Allos kommen saftige Dominosteine, Lebkuchen und Marzipan, von Rosengarten Baumkuchenspitzen, Lebkuchen-Herzen und weitere Leckereien. Und natürlich haben viele Bioläden auch Spezialitäten ihrer regionalen Bio-Bäckerei im Angebot!

Menschen, die empfindlich auf Gluten reagieren, können ihre Lieblingsplätzchen garantiert glutenfrei selbst backen. Bauck bietet dafür Mehlsorten wie Buchweizen-, Braunhirse- und sogar Kastanienmehl, Spielberger unter anderem Reisvollkorn- und Sojamehl. Wenn es schnell gehen soll, lässt sich auch eine glutenfreie Backmischung wie die „Brownies“ von Bauck mit Weihnachtsgewürzen adventlich abwandeln. Noch schneller: Glutenfreies Weihnachtsgebäck wie die Bio Elisen Lebkuchen von den Nürnberger Bio-Originalen.

Chinakohl – fein & knackig aus dem fernen Osten

Haupterntezeit für Chinakohl! Das Kohlegemüse schmeckt vergleichsweise mild, ist leicht bekömmlich und somit auch eine gute Wahl für alle, die mit heimischen Kohlsorten Probleme haben. Chinakohl ist dank der kurzen Garzeit praktisch in der schnellen Küche. Wok- und Pfannengerichte sind im Nu fertig, ebenso frische Salate, denn die weißen Rippen können mit verarbeitet werden - das Putzen ist also schnell erledigt. Praktisch für Picknick und Party: Die Blätter bleiben selbst mit Dressing lange knackig.

Viele kennen Chinakohl vor allem als Salat mit Orangen, aber er verträgt sich auch bestens mit Äpfeln, Ananas, Melone, Möhren, Walnüssen oder Sonnenblumenkernen. Wer es weniger süß mag, mischt den Alleskönner mit Paprika und Mungobohnensprossen. Beim Dressing kann man experimentieren mit Sahne oder Joghurt, Curry, Ingwer, Kräutern, Senf, Essig, Sesam- oder Olivenöl. Als Hauptgericht mit fernöstlichem Touch schmeckt Chinakohl zum Beispiel zu Reis oder Mie-Nudeln. Den Kohl brät man wenige Minuten im Wok oder in der Pfanne, zum Beispiel mit dünn geschnittenen oder geraspelten Möhren, und würzt mit Sojasoße. Wer mag, gibt Sesam, Erdnüsse, Chili oder frischen Koriander dazu.
Milchsauer fermentiert mit Zutaten wie Chili, Knoblauch und Rettich gehört Chinakohl als „Kimchi“ in Korea zu fast jeder Mahlzeit. Kimchi ist sozusagen die fernöstliche Version unseres Sauerkrauts, nur dank Chili, Rettich, Ingwer und Knoblauch viel schärfer. In Thailand schnippelt man Chinakohl gern in die beliebten Nudelsuppen.

Chinakohl ist nur entfernt verwandt mit unseren heimischen Kohlsorten und kam erst im 20. Jahrhundert aus Ostasien nach Europa. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Kreuzung aus Pak Choi und Speiserübe. Verschiedene Vitamine, Aminosäuren und die kohltypischen Senfglykoside machen ihn zu einem gesunden Wintergemüse. Vor einem Befall mit Schädlingen schützen im ökologischen Landbau eine abwechslungsreiche Fruchtfolge oder die Abdeckung der Pflanzen mit Netzen.

Festlich, bio und koscher zum Chanukkafest

Am 27. November beginnt das achttägige jüdische Chanukkafest. Es erinnert an die erneute Weihe des jüdischen Tempels in Jerusalem vor fast 2.200 Jahren, der zerstört worden war. Übersehen hatten die Eroberer der Überlieferung nach einen Krug mit geweihtem Öl, mit dem der heilige Tempelleuchter jedoch nur einen Tag lang brennen konnte. Doch ein Wunder geschah und das Öl reichte acht Tage, bis neues geweihtes Öl produziert war. Daran erinnern bis heute die acht Kerzen auf dem Chanukka-Leuchter, von denen nach Einbruch der Dunkelheit jeden Tag eine weitere entzündet wird.

An den Chanukka-Abenden feiern jüdische Familien und ihre Freunde fröhlich gemeinsam. Typisch sind in Öl Gebackenes wie Sufganiot (Krapfen) und Latkes (Kartoffelpuffer), die an das Ölwunder im Tempel erinnern sollen. Aber nicht nur bei solchen Festmahlen legen immer mehr jüdische Familien Wert auf nicht nur koschere, sondern auch ökologische Qualität. Dabei geht es nicht nur um gesunde Ernährung, sondern auch um einen korrekten Umgang mit der Umwelt und den Tieren. In den USA gibt es daher bereits das Siegel „Kosher Organics“ für koschere Bio-Lebensmittel.

Auch in Europa lassen immer mehr Bio-Hersteller ihre Produkte als koscher zertifizieren. Ein Pionier ist die Münchner Hofpfisterei, die schon seit 2001 zahlreiche koschere Bio-Brotsorten im Programm hat. Im Bio-Fachhandel gibt es viele Produkte, die nach den jüdischen Speisegesetzen erlaubt, also koscher sind. Einige Unternehmen lassen sich das auch mit Koscher-Zertifikaten bestätigen, zum Beispiel Terrasana für viele Sojasaucen, Misoprodukte und Ahornsirup, Vivani für die den größten Teil der Schokoladen und Walter Lang für alle Honigsorten. Sogar koschere Bio-Weine gibt es aus mehreren Herkunftsländern, darunter Israel und Italien. Happy Hanukkah!

Biolandbau schützt Grundwasser

Niedersachsen gehört zu den größten Agrarländern Deutschlands. 2,6 Millionen Rinder, fast 11 Millionen Schweine und 103 Millionen Stück Geflügel – da fallen auch tonnenweise Gülle und Mist an. Wie der neue „Nährstoffbericht 2012/2013" zeigt, ist es meist viel zu viel. Denn was in Maßen wertvoller Dünger wäre, wird oft schlicht „entsorgt“ auf längst übersättigten Feldern. Die Folge: Die Rückstände von Nitrat im Grundwasser steigen. Die neue Landesregierung fördert daher den Ausbau der Tiermast nicht mehr, sondern hat im Gegenteil die Auflagen deutlich verschärft.

Vor allem im Nordwesten Niedersachsens, einer Region mit vielen Mastställen und Biogasanlagen, landet zu viel Gülle auf Feldern und Wiesen. So „fehlen“ in der Weser-Ems-Region rund 65.000 Hektar für eine boden- und umweltverträgliche Düngung. Und tatsächlich steigen dort seit 2006 die Nitratwerte im Grundwasser wieder. Insgesamt sind rund 60 Prozent des Grundwassers in Niedersachsen durch zu hohe Nitratwerte belastet. Damit steht das Bundesland leider nicht allein: Das Grundwasser ist in ganz Deutschland stärker mit Nitrat belastet als in fast allen anderen EU-Ländern – nur der Inselstaat Malta hat noch schlechtere Werte. Das hat gerade der neue Bericht der Europäischen Kommission zur Umsetzung der Nitratrichtlinie gezeigt.

Im ökologischen Landbau ist die Zahl der Tiere an die Fläche gekoppelt, so dass Gülle und Mist wertvoller Dünger sind und kein gefährliches Abfallprodukt. Die Bio-Anbauverbände setzen dafür sogar noch strengere Grenzen als die EU-Öko-Verordnung. Weil Bio-Landwirte zudem zur Düngung auch Pflanzenkompost, Gründüngung und Hülsenfrüchte einsetzen, gelangt Stickstoff nur in geringen Mengen ins Grundwasser. Vom ökologischen Landbau profitieren also nicht nur Umwelt und Verbraucher, sondern auch die Wasserwirtschaft.

Schülerwettbewerb: Wer ist „Echt kuh-l“?

„Fleißige Bienen & Flinke Brummer – Natur braucht Vielfalt!“ Unter diesem Motto ruft das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 10 zur Teilnahme am Wettbewerb „ECHT KUH-L!“ auf. Der bundesweite Schülerwettbewerb zur nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährung wird seit zehn Jahren ausgerichtet. Im Schuljahr 2013/2014 dreht sich alles um Bienen und biologische Vielfalt. Welche Bedeutung haben Bienen und andere Insekten? Welche Lebensräume brauchen sie? Warum sind Bienen gefährdet und wie können wir ihnen helfen?

Neben der Honigbiene gibt es in Deutschland mehr als 500 Wildbienenarten. Sie alle sind unverzichtbar für unsere Ernährung und für den Erhalt der biologischen Vielfalt, denn sie bestäuben zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. In Deutschland liegt der ökonomische Nutzen durch das Bestäuben bei etwa zwei Milliarden Euro im Jahr. Ein großes Problem für Bienenvölker ist die Varroa-Milbe, ein aus Asien eingeschleppter Parasit. Doch auch Klimawandel, Monokulturen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln setzen Honigbienen, Wildbienen und anderen bestäubenden Insekten zu. Helfen kann jeder, zum Beispiel mit blütenreichen, abwechslungsreichen Blumenkästen oder Beeten im Garten. Der Biolandbau hilft Bienen gleich doppelt: Bio-Imker schützen ihre Bienen mit natürlichen Methoden und Stoffen, und Biohöfe helfen durch die Vielfalt auf ihren Flächen und den Verzicht auf chemisch-synthetischen Pestizide.

Einsendeschluss für „ECHT KUH-L!“ ist der 4. April 2014. Zu gewinnen gibt es mehrtägige Berlin-Reisen, Tagesausflüge, attraktive Sachpreise sowie einen Geldpreis als „Sonderpreis Schule“. „ECHT KUH-L!“ ist auch auf Twitter aktiv. Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es einen Bienen-Expertenpool, Links und Unterrichtsmaterialien zu Bienen, Ökolandbau und Nachhaltigkeit sowie Hilfen zur konkreten Beitragserstellung unter TIPPS auf der Website von „ECHT KUH-L!“.

Saubere Sache – Putzen ohne chemische Keule

Was werden in der Fernsehwerbung doch für Gruselgeschichten präsentiert: Fiese Keime grinsen uns von Kinderstühlen an und auf Arbeitsflächen in der Küche wuchern bizarre Bakterienteppiche. Antibakterielle Reiniger müssen her! Alles Quatsch, sagt sogar das Bundesinstitut für Risikoforschung, wenn auch sachlicher formuliert: „Der Einsatz von Desinfektionsmitteln im Haushalt ist grundsätzlich überflüssig. Die Reinigung mit herkömmlichen Mitteln reicht aus, um die Hygiene sicherzustellen.“

Tatsächlich sind antibakterielle Putzmittel nicht nur überflüssig, sondern auch gefährlich: Ihre Wirkstoffe können Allergien und Hautreizungen auslösen. Und weil am Ende alles mit dem Abwasser in unseren Gewässern landet und später von Mensch, Tier und Pflanze wieder aufgenommen wird, tragen antibakterielle Putzmittel dazu bei, Resistenzen gegen Antibiotika hervorzurufen.

Doch auch herkömmliche Reinigungsmittel ohne antibakterielle Wirkung belasten Umwelt und Gesundheit, warnt das Umweltbundesamt, denn sie enthalten zahlreiche schwer abbaubare Stoffe. Gute Alternativen bietet der Naturkostfachhandel. So zählt Sonett zu den Pionieren der ökologischen Wasch- und Reinigungsmittel. Alle Produkte sind frei von Enzymen, petrochemischen Tensiden, Konservierungsmitteln und Bleichaktivatoren. Oliven- und Rapsöl, Kokos- und Palmfett stammen zu 100 Prozent aus ökologischem Anbau. Auch die Reinigungsmittel von Sodasan enthalten nur Pflanzenöle aus Bio-Anbau, oft zudem aus Fair-Trade-Projekten. Synthetische Konservierungs- und Duftstoffe sowie Zutaten aus der Chlorchemie sind tabu.

Beim Hausputz genügen in der Regel Schmierseife, Allzweck- oder Neutralreiniger für Fußböden, die meisten Oberflächen und Fenster. Scheuerpulver oder Scheuermilch entfernen hartnäckige Verschmutzungen. Tests haben gezeigt, dass sogar heißes Wasser die meisten Keime entfernt. Keim-Hochburg im Haushalt sind übrigens feuchte Putzschwämme und Spültücher. Immer gründlich ausspülen und gut durchtrocknen lassen!