Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 07/2013

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Fleisch sollte kosten, was es uns kostet

Der Fleischkonsum in Deutschland verursacht enorme Klima- und Umweltschäden und ist auch der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich, denn im Schnitt isst jeder Bundesbürger mehr als doppelt so viel Fleisch wie von Gesundheitsorganisationen empfohlen. Greenpeace kritisiert nun, dass Fleischprodukte trotz der bekannten Folgekosten für die Allgemeinheit über den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent subventioniert werden und schlägt vor, diesen auf 19 Prozent zu erhöhen. Auch eine Abgabe auf umweltschädliche Stickstoff-Überschüsse sei sinnvoll – Stichwort „Gülle-Euro“. Solche Überschüsse produziert vor allem die konventionelle Landwirtschaft, denn die große Zahl der Tiere produziert mehr Mist und Gülle, als für die sachgerechte Düngung der dazugehörigen Flächen angemessen wäre. Auf Biohöfen ist dagegen die Zahl der Tiere an die Fläche geknüpft, so dass Böden und Grundwasser nicht mit Stickstoff überlastet werden.

Die beiden Vorschläge beruhen auf den Ergebnissen der neuen Studie "Ökonomische Instrumente für eine Senkung des Fleischkonsums in Deutschland" (), die Greenpeace beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft in Auftrag gegeben hatte. Danach würde sich der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent direkt auf den Fleischverbrauch auswirken: Die Deutschen würden fast ein Zehntel weniger Schweinefleisch essen, aber auch weniger Rind und Geflügel. Damit könnte so viel Kohlendioxid eingespart werden wie knapp zwei Millionen Autos im Jahr ausstoßen. Hochgerechnet müssten jährlich etwa 3,8 Millionen Schweine, 60 Millionen Hühner und 180.000 Rinder weniger geschlachtet werden.

Allerdings ist nicht nur der Fleischkonsum in Deutschland hoch, sondern auch die Produktion für den Export nimmt kräftig zu: Binnen zehn Jahren hat sich der Fleischexport auf 4,7 Millionen Tonnen fast verdoppelt. Dafür wird in der Regel billig in besonders umwelt- und klimaschädlicher Massentierhaltung produziert, die unter anderem Gewässer und Grundwasser verunreinigt und ökologisch sensibler Gebiete überdüngt. Die Folgekosten trägt bisher die Allgemeinheit. Greenpeace hält daher eine Abgabe von zwei Euro je Kilogramm Stickstoffüberschuss für sinnvoll, um die Massentierhaltung für Exporte einzuschränken.

Geprüft und konsequent: Bio-Fachgeschäfte mit Zertifikat

Wer im Bio-Fachhandel einkauft, möchte sicher sein, dass alle Produkte hohen Ansprüchen genügen und ökologisch produziert worden sind, wo immer das möglich ist. Für diese Sicherheit sorgen in Fachgeschäften, die Mitglied im Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. sind, die BNN-Sortimentsrichtlinien.

Diese Richtlinien legen fest, welche Produkte ein BNN-Fachgeschäft anbieten darf und welche nicht. Wichtigster Grundsatz: Nahezu alle Lebensmittel sind ökologisch produziert und zertifiziert. Ganz wenige Ausnahmen gelten für Produkte, die nicht nach der EG-Öko-Verordnung zertifiziert werden können. Dazu zählt in erster Linie Naturkosmetik. Hier ist in den BNN-Richtlinien festgelegt, dass nur zertifizierte Produkte angeboten werden, die hohen privatrechtlichen Standards genügen, wie z.B. Demeter, Ecocert,  NaTrue und BDIH. Auch für Nahrungsergänzungsmittel und gesundheitsorientierte Spezialprodukte, bei denen Zutaten wie Mineralstoffe oder Spurenelemente nicht nach der EU-Öko-Verordnung zertifizierbar sind, wurden weitergehende Anforderungen formuliert. Fisch und Meeresfrüchte aus Wildfang sind ebenfalls nicht in der EU-Öko-Verordnung geregelt. Für diese Produkte schreibt die Sortimentsrichtlinie vor, dass die Anbieter belegen müssen, dass ein Bestand trotz Befischung dauerhaft nutzbar bleibt und dass die Fangmethode möglichst nachhaltig ist.

BNN-Fachgeschäfte lassen ihr Sortiment alle zwei Jahre von unabhängigen Experten kontrollieren. Das schließt die letzte Lücke in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft von der Erzeugung bis zu den Verbrauchern und bietet dadurch optimale Sicherheit beim Einkauf. Sie möchten mehr wissen? Auf der Website www.sortimentsgarantie.de informiert der BNN ausführlich.

Fluthilfe für Biobetriebe

Viele Biohöfe sind vom Hochwasser im Mai und Juni stark betroffen und brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe. Daher rufen die Zukunftsstiftung Landwirtschaft, die Anbauverbände Bioland, Demeter, Naturland, Biokreis und Gäa und die GLS-Bank gemeinsam zu Spenden auf. Vor allem in Brandenburg, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben mindestens 80 Bio-Höfe teils massive Schäden auf Feldern, Gewächshäusern und Hofgebäuden zu verzeichnen.

Das Hochwasser und der Starkregen haben nicht nur bereits angebautes Getreide und Gemüse zerstört, sondern es sind auch Anbau- und Weideflächen durch den möglichen Eintrag von Schadstoffen und durch die starke Verschlämmung gefährdet. Vor allem für kleine Betriebe können die Ernteausfälle und der Wegfall von Vieh-Flächen existenzbedrohend sein. Die Schäden lassen sich bisher noch nicht abschätzen, da noch nicht alle Felder befahrbar sind. Arbeiten wie das Heumachen sind nicht durchführbar.

Die Verbände und die Zukunftsstiftung Landwirtschaft entscheiden nach individueller Prüfung über die Verteilung der Spenden an geschädigte Betriebe. Ihre Unterstützung erreicht die Höfe über das Konto der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Kontonummer 3000 5444, Stichwort "Fluthilfe", BLZ 430 609 67 bei der GLS Bank. Die „BIOCOMPANY“ hat bereits in der letzten Juniwoche zehn Prozent ihrer in Dresden erzielten Einnahmen gespendet. Die Unterstützung geht an hochwassergeschädigte Bio-Betriebe an der Elbe.

Hier können Sie online spenden: Extrakonto der Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Nachweislich nachhaltig: Lebensbaum und Lammsbräu

Frisch erschienen: Lammsbräu und Lebensbaum haben ihren neuesten Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht. Beide Unternehmen sind Pioniere auf dem Gebiet des nachhaltigen Wirtschaftens und beschäftigen sogar einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, um die umfangreichen Aufgaben auf diesem Gebiet bewältigen zu können.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Neumarkter Lammsbräu zeigt, dass die Bio-Brauerei im letzten Jahr 15 Prozent mehr Bier und mehr Limonade als im Vorjahr produziert hat. Dennoch stieg der Bedarf an Energie, Wasser und Rohstoffen nicht im gleichen Maße, denn alle Ressourcen konnten noch effizienter genutzt werden. Der Wasserverbrauch ließ zum Beispiel durch sparsamere Reinigungsgeräte weiter verringern. Auch bei Strom und Wärme konnten trotz früherer Erfolge noch einmal Verbesserungen von bis zu neun Prozent erzielt werden. Dazu haben die 2010 neu installierte Kälteanlage und das Wärmerückgewinnungsverfahren maßgeblich beigetragen. Wie in den Jahren zuvor konnte Lammsbräu 31 Prozent aller Rohstoffe und Betriebsmittel aus der nahen Region beziehen.

Der neue Nachhaltigkeitsbericht von Lebensbaum kann gleich mit zwei Besonderheiten aufwarten: Zum einen wurde er besonders ansprechend und abwechslungsreich gestaltet und bietet auch interessierten Laien mit Interviews und Infokästen spannenden Lesestoff.

 

Zum anderen erhielt der Bericht ein „A+“, weil er das bestmögliche Anwendungsniveau der Global Reporting Initiative (GRI) erfüllt. Das haben bisher lediglich drei deutsche Mittelständler erreicht. Die GRI-Initiative wurde unter anderem vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Bei Lebensbaum sorgt ein integriertes Managementsystem dafür, Abläufe möglichst ökologisch und sozial zu gestalten. Zu den aktuellen Projekten zählt die Harmonisierung der CO2-Bilanz mit wichtigen Lieferanten, um die Aufstellung eines CO2-Fußabdrucks auf Produktebene voranzubringen.

Sowohl Lammsbräu als auch Lebensbaum nehmen am BNN-Nachhaltigkeitsmonitor teil, mit dessen Hilfe zahlreiche Unternehmen im Bundesverband Naturkost Naturwaren jährlich ihre Nachhaltigkeitsleistungen messen, dokumentieren und verbessern. Mehr darüber erfahren Sie in den Kurzfilmen aus Beispielbetrieben.

Blühende Apotheke: die Kapuzinerkresse

In Gärten und auf Balkons rankt und blüht sie jetzt wieder in leuchtendem Gelb, Orange und Rot: die Kapuzinerkresse. In diesem Jahr erhält sie noch mehr Aufmerksamkeit, denn die Universität Würzburg hat die Kapuzinerkresse zur „Arzneipflanze 2013“ gewählt - wegen des hohen Gehalts an Vitamin C und der antibakteriellen Wirkung bei Infektionen der Atem- und Harnwege. Mediziner attestieren der Pflanze sogar, dass sie bei Blasenentzündungen die Standardtherapie mit Antibiotika ersetzen kann.

Tatsächlich sieht Kapuzinerkresse nicht nur hübsch aus, sondern die Blüten und Blätter sind auch essbar. Für das leicht pfeffrige Aroma, das Salaten, Dips, Kräuterquark oder Wraps eine besondere Note gibt, sind Glykoside verantwortlich. Im Körper werden sie zu Senfölen umgewandelt, die antibakteriell und entzündungshemmend wirken und die Durchblutung fördern. Die etwas milderen Blüten sind zudem ein hübsche Dekoration. In Naturkostfachhandel wird Kapuzinerkresse frisch als Gewürz und Salat zum Beispiel in Päckchen mit „Essbaren Blüten“ angeboten. Auch in Teemischungen wie im Herbsttee von Heuschrecke findet sie Verwendung.

Wer im nächsten Jahr selbst Kapuzinerkresse ernten möchte, findet in Bio-Fachgeschäften ökologisches Saatgut, zum Beispiel von der Bingenheimer Saatgut AG. Für Insekten sind die Blüten, die sich oft noch bis zum ersten Frost neu bilden, eine reichhaltige Nektarquelle. Die Blütenknospen und die unreifen Samen können zudem als „falsche Kapern“ eingelegt werden. Verschiedene Anleitungen dazu bietet das Internet reichlich.

Grillparty – großartig auch ohne Fleisch

Einen Abend am Grill mit Freunden liebt fast jeder. Doch während Vegetarier sich früher oft mit  Beilagen begnügen mussten, gibt es heute leckere Alternativen zu Bratwurst und Steak. Bioläden und Bio-Supermärkte bieten vegetarische Würstchen, Burger und Bratlinge auf Basis von Soja, Tofu, Tempeh oder Seitan. Taifun hat zum Beispiel Grillknacker, Tofu-Kräuterknacker, Oregano- und Bärlauch Bratfilets im Angebot, und Andechser und Bio Verde bieten speziellen Grillkäse. Die Tofumanufaktur Nagel hat mit „VegiBelle“ sogar veganen „Barbecue-Käse“ im Angebot.

Wer mehr Zeit hat, gart Gemüse wie Zucchini, Paprika, Süßkartoffeln, Kürbis, Fenchel, Auberginen oder Möhren vor, mariniert es und erhitzt es dann in einer Grillschale, einer Auflaufform oder in einer gusseisernen Pfanne auf dem Grill, damit kein Öl in die Glut oder auf die Heizschlage tropft. Zu Pilzen passt zum Beispiel eine Marinade mit Knoblauch, Olivenöl, Sojasauce, Honig und Kräutern. Alternativ kann man die Pilze auch andünsten und schnell und lecker mit der „Waldeslust“-Mischung von Herbaria würzen. Auch Kartoffeln, die in Folie in die glühende Kohle oder auf den Rand des Rostes kommen, sollten besser vorgegart werden. Dazu passen Kräuterquark oder ein Dip, selbst zubereitet oder fertig im Fachgeschäft erhältlich.

Wenn es schnell gehen soll, lässt sich Gemüse aber auch mit Knoblauchöl, Sojasoße oder Currypaste aufpeppen – und weichere Sorten gelingen auch ohne Vorgaren. Immer beliebt und schnell vorzubereiten: Feta, Zwiebeln, Tomaten, Olivenöl und Kräuter im Folienpäckchen.Alternativ kann man Ziegen-Frischkäse mit Kräutern und Öl einwickeln. Besonderen Pfiff geben Walnüsse, Honig und Lavendel.

Im Buchhandel gibt es diverse Bücher rund ums vegane und vegetarische Grillen, und auch die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Vegetarisch Fit!“ hat den Schwerpunkt "Vegetarisch grillen". Weitere Rezeptideen bieten wie immer die Weiten des Internets.

Sonnenschutz: Besser ohne synthetische UV-Filter

Im Sommer geht es nicht ohne Sonnenschutz, denn selbst wenn kein Sonnenbrand sichtbar ist, kann die Haut bereits geschädigt sein. Sonnencremes mit chemischen Wirkstoffen können allerdings Allergien auslösen, und manche stehen im Verdacht, im Körper wie Hormone zu wirken oder Krebs zu erregen. Fast immer sind zudem Paraffine und andere synthetische Fette wie Silikone sowie synthetische Konservierungsmittel enthalten. Zum Glück bieten zertifizierte Naturkosmetikhersteller bessere Alternativen: gut verträgliche Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor auf Mineralstoffbasis und pflanzlichen Zutaten, die die Haut pflegen.

Ein großer Vorteil von mineralischen UV-Filtern ist, dass die schützende Wirkung ohne Zeitverzögerung einsetzt und sie keine chemische Reaktion mit der Haut eingehen. Chemisch-synthetische UV-Filter brauchen dagegen etwa eine halbe Stunde, bis sie wirksam werden. Der weißliche Schimmer der mineralischen Filter auf der Haut wird verursacht von winzigen Mineralpigmenten, die die Sonnenstrahlen wie Spiegel reflektieren. Für gesunde Haut ist diese Form des Sonnenschutzes die sicherste Wahl. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mineralpigmente mit einem Durchmesser von mehr als 100 Nanometern gesunde Haut nicht durchdringen können. Menschen mit Sonnenbrand, Neurodermitis oder anderen Hautschäden sollten die Sonne noch strikter meiden, denn deren Haut ist besonders empfindlich. Die mineralischen Filter könnten aufgrund ihrer kleinen Partikelgröße in geschädigte Haut eindringen.

Sonnenschutzmittel müssen in der EU seit einigen Jahren nicht nur zuverlässig vor UV-B-Strahlen schützen, sondern auch stärker vor UV-A-Strahlen. Für Naturkosmetik ist das schwieriger zu erreichen, weil auf synthetische UV-Filter verzichtet wird. Viele Hersteller setzen auf eine Kombination von Mineralstoffen, denn Titandioxid ist besonders wirksam gegen UV-B, während Zinkoxid hauptsächlich UV-A-Strahlen reflektiert. Häufig werden die Antioxidantien Vitamin E, C oder Carotin hinzugefügt.

Den besten Sonnenschutz bieten immer noch schattige Plätzchen, ein Sonnenhut und vor allem bei kleinen Kindern auch T-Shirts, die die empfindlichen Schultern bedecken, am besten aus dicht gewebtem Stoff. Für Spaß im Wasser ist Schwimmbekleidung mit Badehose und Badeshirt empfehlenswert, denn Wasser reflektiert die UV-Strahlung und erhöht so die Sonnenbrandgefahr.