Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 04/2013

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Grüne Smoothies – Vitaminbomben für zwischendurch

Lust auf geballte Frühlingskraft? Die liefert ein grüner Smoothies aus frischen Zutaten sofort. Die grünen Mixgetränke mit Obst und Gemüse enthalten besonders viele Vital- und Nährstoffe. Und auch wer kein Fan von grünem Blattgemüse ist, findet ein leckeres Rezept, denn der Fruchtanteil sorgt für einen milden Geschmack.

Als Zutat ist erlaubt, was gefällt. Auf jeden Fall zählen Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Wirsing und Mangold zum Mix, je nach Rezept zu 40 bis 60 Prozent. Als besondere Kraftpakete eignen sich auch frische Blätter von Karotten, Radieschen, Kohlrabi und Roter Bete. Sie enthalten oft ein Mehrfaches der wertvollen Inhaltsstoffe ihrer Knollen oder Früchte. Durch das Zerkleinern im Mixer wird die Zellstruktur aufgebrochen und Inhaltsstoffe freigesetzt, die wir beim Kauen nicht immer „knacken“.

Beliebte Obstzutaten sind vor allem süße Früchte wie Birne, Banane, Trauben oder Melone. Auch Beeren passen gut zu den grünen Zutaten. Wer mag, kann zusätzlich mit Sellerie, Gurke, Tomaten, Paprika oder Avocado experimentieren. Zum Verfeinern eignen sich Orangen- und Zitronensaft, hochwertige Öle, Mandelmus, Ingwer, frische Kräuter, Wildkräuter wie Löwenzahn und Brennnessel und Gewürze wie Zimt, Kardamom und Vanille.

Grüne Smoothies sollten immer frisch zubereitet werden, weil sich die Vitamine mit der Zeit verflüchtigen. Soll der Smoothie den Durst löschen, kommt mehr Wasser hinein, mag man ihn eher dickflüssig, entsprechend weniger. Wenn alle Bestandteile zerkleinert sind, sollte man mindestens noch eine halbe Minute weiter mixen, damit der Powerdrink schön cremig wird. Klar ist: Bio-Zutaten sind erste Wahl, denn sie enthalten deutlich weniger Pestizide als konventionelle und oft auch mehr sekundäre Pflanzenstoffe.

Für erste Tests reicht ein normaler Küchenmixer oder ein Pürierstab. Am besten wählt man jedoch feinere Blätter wie Spinat und Salat, damit das Gerät nicht heiß läuft.

25 Jahre nachhaltig – die Molkerei Söbbeke

In diesem Jahr feiert die Bio-Molkerei Söbbeke 25-jähriges Jubiläum. Das Unternehmen ist, abgesehen von einigen Hofmolkereien, die einzige Molkerei in Deutschland, die zu 100 Prozent Bio-Milch verarbeitet. Diese Milch stammt zudem ausschließlich von Bioland-, Demeter- und Naturland-Höfen. Tiergerechte Haltung und hervorragenden Futterqualität sorgen für beste Qualität bei den zahlreichen Milch-, Joghurt- und Käsespezialitäten aus dem Münsterland.

Söbbeke hat sich 2012 als erstes Unternehmen vom TÜV-Rheinland nach dem ZNU-Standard „Nachhaltiger Wirtschaften“ zertifizieren lassen. ZNU steht für das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung an der Universität Witten/Herdecke. Ähnlich wie beim BNN-Nachhaltigkeits­monitor werden dabei Nachhaltigkeits­leistungen erfasst und Verbesserungs­möglichkeiten aufgespürt. 2010 brachte zum Beispiel der Bau einer neuen zentralen Reinigungsanlage deutliche Energieeinsparungen. Der gesamte Betrieb wird mit Ökostrom versorgt.

Söbbeke setzt auf umweltfreundliche Mehrwegverpackungen und dabei insbesondere auf Glas. Nach wie vor wird die Hälfte der Produktionsmenge in Gläser und Flaschen abgefüllt. Zwar lassen sich auch die kleinen Joghurtbecher recyceln, doch der Energieaufwand ist höher. Den CO2-Ausstoß gleicht Söbbeke durch Aufforstung von niedersächsischen Ackerflächen mit Buchen aus.

Bereits 1998 gab es von Söbbeke Joghurt ohne zusätzliche Aromastoffe. 2004 entwickelte das Unternehmen dann den ersten gerührten Erdbeerjoghurt ohne Zusatz von Aromastoffen, damals auch auf dem Biomarkt eine Sensation. Seit 2005 sind alle Produkte frei von zusätzlichen Aromastoffen. Zum Einsatz kommen ausschließlich Früchte, Aromaöle oder Extrakte, zum Beispiel Orangenöl oder Vanilleschotenextrakt.

Kein stummer Frühling - Bio schützt bedrohte Vogelarten

In den Agrarlandschaften der Europäischen Union leben heute nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Das zeigt eine Studie der Vogelschutzorganisation BirdLife International. Früher verbreitete Arten wie Rebhuhn, Kiebitz, Wachtel, Feldsperling und Goldammer sind sehr selten geworden oder fast gänzlich verschwunden.

Hauptursache ist unbestritten die intensive Landwirtschaft mit großflächigen Monokulturen und massivem Pestizideinsatz. Mit den Wildkräutern verschwinden auch die Insekten, die Nahrungsgrundlage der meisten Vögel. Der Biolandbau wirkt sich dagegen positiv auf die Artenvielfalt aus: Allein der Verzicht auf chemisch-synthetischen Pestizide sorgt für mehr Leben im Acker. Zusätzlich pflanzen viele Bio-Landwirte Hecken, erhalten Kleingewässer, säen Wildblumenstreifen und pflegen naturnahes Grünland.

Eine Analyse des Forschungsinstituts für ökologischen Landbau (FiBL) ergab, dass auf Öko-Flächen doppelt so viele Individuen und 30 Prozent mehr Arten (Vögel, Insekten und Spinnen, Bodenorganismen und Ackerflora) leben. In Gebieten mit einem großen Anteil an Bio-Betrieben wie dem Brandenburger Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin oder dem Spreewald ist bereits ein positiver Trend zu vermerken.

Mit mehr Biolandbau und künftig mehr ökologischen Vorrangflächen in der EU ließe sich also doch noch abwenden, wovor Rachel Carson vor 50 Jahren in ihrem Bestseller warnte: „Der stumme Frühling“. Schon damals prangerte Carson den Einsatz von Pestiziden an, bereitete so den politischen Weg zum Verbot des Pestizids DDT – und lieferte den Zündfunken für die weltweite Umweltbewegung.

Bio-genüsslich in die Ausflugssaison

Endlich mildere Temperaturen! Viele zieht es jetzt ins Grüne – umso schöner, wenn das Ziel dann sogar Bio-Gaumenfreuden verspricht. Im Raum München hilft bei der Planung die neu aufgelegte Broschüre „Bio-Genusstour“, in der die Projektstelle „Ökologisch Essen“ des BUND Naturschutz 17 Bio-Ausflugsziele vorstellt. Alle Restaurants, Biergärten und Wirtshäuser sind bio-zertifiziert und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Für jeden Betrieb gibt es ein Kurzporträt mit Fotos und Infos und Hinweisen zur landschaftlichen Umgebung und zu kulturellen Besonderheiten.

Für andere Regionen in Deutschland bieten die regionalen Bio-Einkaufsführer viele Anregungen für Ausflüge. Verzeichnet sind neben Bio-Fachgeschäften und Bio-Hofläden auch Bio-Molkereien und -Brauereien sowie Cafés, Restaurants und Hotels mit ökologischem Angebot. Diese Einkaufsführer gibt es derzeit für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Brandenburg, Hamburg und Umgebung, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für Nordlichter bietet auch die Broschüre „Bio-Gastgeber im Norden“ Tipps zur Bio-Gastronomie zwischen Nord- und Ostsee.

Bundesweit lassen sich Bio-Cafés, Bio-Bauernhöfe und andere ökologische Ausflugsziele auch mit Hilfe von grünen Suchmaschinen, wie zum Beispiel „ökototal“ aufspüren. Oder Sie packen einfach einen Picknickkorb mit guten Sachen aus dem Bio-Fachgeschäft und radeln los – ins Grüne!

Die Broschüre „Bio-Genusstour“ steht als Download zur Verfügung. Die regionalen Bio-Einkaufsführer gibt es online im Informationsportal oekolandbau.de.

Mit Bio noch gesünder: Vegan leben

Erfolgreiche Bücher wie „Tiere essen”, Kochshows im Fernsehen und Prominente wie Bryan Adams oder Thomas D von den Fantastischen Vier haben die vegane Ernährung populär gemacht. Sich vegan zu ernähren liegt aber nicht nur im Trend, sondern ist auch gesund, wenn man auf einen ausgewogenen Speiseplan mit allen wichtigen Inhaltsstoffen achtet. Bio-Fachgeschäfte bieten für Veganer ein besonders breites und zudem ökologisches Angebot, gute Beratung und eine konsequente Kennzeichnung der Zutaten.

Viele vegane Nahrungsmittel zählen zu den Klassikern im Biohandel, zum Beispiel Tofu, Seitan und Tempeh, Hafer-, Mandel- und Sojamilch, Agaven- und Ahornsirup, Agar-Agar, Müsli, Nüsse und Saaten. Auch die meisten Brotaufstriche, zum Beispiel von Sanchon, Zwergenwiese oder Erntesegen, sind vegan. Zu den neueren Bio-Produktentwicklungen zählen zum Beispiel Bio-Sojasahne, veganer Käse und sogar vegane „Hacksteaks“ und „Chicken Nuggets“.

Viele Bio-Hersteller produzieren ausdrücklich als vegan gekennzeichnete Alternativen zu Produkten, die oft versteckte tierische Zutaten enthalten - Moin zum Beispiel tiefgekühlten Blätterteig, Eisblümerl Schokocreme, Bauck verschiedene Backmischungen und La Selva veganes Pesto. Einige Bio-Anbieter haben „von Natur aus“ oder aus Überzeugung eine vegane Produktpalette, so der Sojaspezialist Taifun, die Ölmühle Bio Planète, Backzutaten-Pionier Biovegan und Landkrone mit Bio-Margarine und Lupinen-Produkten.

Studien weisen darauf hin, dass die vegane Ernährung zu den gesündesten Lebensweisen zählt – ausreichendes Ernährungswissen vorausgesetzt. Dazu trägt auch bei, dass die meisten Veganer ebenso wie Vegetarier viel Frisches und weniger industrielle Fertigprodukte verzehren und insgesamt gesünder leben. Kritisch sehen die meisten Fachleute jedoch die vegane Ernährung während der Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei Kindern.

Ackerbohnen und Futtererbsen statt Importsoja

Tiere auf Biohöfen erhalten auch ökologisch erzeugtes Futter, nach Möglichkeit vom eigenen Betrieb. Um ausreichend Eiweiß in der Futtermischung garantieren zu können, bauen viele Biolandwirte heimische Leguminosen wie Futtererbsen und Ackerbohnen an. Solche Hülsenfrüchte sammeln mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff im Boden und liefern damit sogar Dünger für das Folgejahr. Der Anbau in der Region schont durch kurze Transportwege zudem die Umwelt, verbessert die Bodenstruktur und fördert die biologische Vielfalt.

In der konventionellen Landwirtschaft haben Futterleguminosen im letzten Jahrzehnt stark an Bedeutung verloren, denn importierter Sojaschrot ist billig zu haben. Oft sind diese Futtermittel jedoch aus gentechnisch veränderter Soja hergestellt, da wichtige Exportländer wie Brasilien massiv auf Agro-Gentechnik setzen (fast 90% der dort landesweit angebauten Sojabohnen stammen aus gentechnisch verändertem Saatgut). Im Bio-Landbau sind gentechnisch veränderte Futtermittel verboten.

Der Anbau von Futtererbsen und Ackerbohnen stellt einige Herausforderungen an die Landwirte. Die richtige Sortenwahl, ausreichende Wasserversorgung und sorgfältige Unkraut­bekämpfung zählen zu den Herausforderungen. Unterstützung versprechen neue Forschungs- und Förderprogramme, zum Beispiel das bayerische Aktionsprogramm „Heimische Eiweiß­futter­mittel“ und die „Eiweiß­pflanzen­strategie“ des Bundes­land­wirtschafts­ministeriums, die auch Demonstrations­netzwerke für Soja, Lupinen, Ackerbohnen und Erbsen vorsieht.