Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 11/2012

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Bio bei der Wurzel gepackt - Bio-Pioniere erzählen

Ein neuer Dokumentarfilm lässt Pioniere der Ökobewegung erzählen, was sie damals angetrieben hat und welche Hürden sie überwinden mussten. Was sind das für Menschen, die schon vor Jahrzehnten ökologische Produkte produziert und gehandelt, Bioverbände gegründet und die artgerechte Tierhaltung erforscht haben?

Produziert haben den Film 25 Teilnehmer des Traineeprogramms Ökolandbau, das von der Stiftung Ökologie & Landbau koordiniert wird. Ein professioneller Filmemacher unterstützte das Team. Sie haben ein spannendes und anrührendes Zeitdokument über eine gesellschaftliche Bewegung geschaffen, die mit ihren Ideen und Visionen heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Im Mittelpunkt stehen sechs Bio-Pioniere, darunter Siegfried Kuhlendahl, 1969 einer der ersten Biobauern in Nordrhein-Westfalen. Jahrzehnte später beschreibt er vor laufender Kamera, wie begeistert er als junger Mann von der „modernen Landwirtschaft“ der sechziger Jahre war. „Ich bemerkte jedoch, dass wir immer mehr Geld für Dünger und Spritzmittel ausgaben. Auch die Gesundheit meiner Tiere und Ackerböden verschlechterte sich.“ Kuhlendahl vollzog die Kehrtwende und wechselte zur Ökolandwirtschaft. Zu den weiteren Protagonisten zählen Wilhelm Rinklin Senior und Hans Spielberger. Rinklin stellte seinen Hof am Kaiserstuhl schon in den fünfziger Jahren auf Bio um und gründete mit weiteren Landwirten den Anbauverband Bioland. Spielberger war über lange Jahre Firmenchef der Spielberger-Mühle und hat viele Landwirte für den biologisch-dynamischen Anbau begeistern können.

Premiere hatte der Film am 24. Oktober bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin. Zu den Sponsoren zählen Neumarkter Lammsbräu, die Bio-Großhändler Terra, Rinklin und Naturkost Elkershausen, die Spielberger Mühle, der bio verlag, die GLS Bank, Bioland, Naturland und Gäa.

Hier geht es zum Film "BioPioniere erzählen: Sechs Leben für die Zukunft"

Tweet, tweet: Auch Bio zwitschert!

Mehr als 100 Millionen Menschen verbreiten und lesen heute Kurznachrichten über Twitter, und auch viele Organisationen und Unternehmen haben den 2006 gegründeten Social-Media-Dienst für sich entdeckt. Denn Nachrichten und Ideen – nie länger als 140 Zeichen - verteilen sich über Twitter in blitzartiger Geschwindigkeit, zudem fast jede Information auch in andere Social-Media-Plattformen übertragen wird.

In der Biobranche ist Twitter zwar noch ein zartes Pflänzchen, aber der Naturkost-Einzelhandelsverband BNN Einzelhandel sowie die Anbauverbände Naturland, Bioland und Demeter „zwitschern“ inzwischen regelmäßig, ebenso die Messe „BioFach“, der Infodienst Gentechnik, naturkost.de und die Aktion Bantam.

Kunden von twitternden Bio-Unternehmen wie Logona, Andechser Natur, Lebensbaum und Sonnentor erhalten aktuell und schnell Informationen über neue Produkte oder Aktionen. Denn ähnlich wie Nachrichtenagenturen und Tageszeitungen veröffentlichen auch viele Unternehmen ihre Meldungen oft zuerst bei Twitter, wo sie „in Echtzeit“ gelesen werden können, zum Beispiel auch auf dem Smartphone.

Ganz neu bei Twitter sind die Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau. Die „Follower“ erfahren regelmäßig Neuigkeiten und Termine der 235 Bio-Demobetriebe, die Besuchern und Fachleuten regelmäßig zeigen, wie Ökolandbau in der Praxis funktioniert. Bei besonderen Gemeinschafts-Veranstaltungen wie den "Bio-Glühwei(h)n-Nächten" werden künftig Informationen live getwittert.

Taifun: Bio-Soja, nachhaltig und regional

Bio-Tofu herzustellen wird immer aufwändiger, denn der Schutz vor gentechnisch veränderten Organismen erfordert höchsten Einsatz. Das Unternehmen Life Food mit der Marke „Taifun“ stellt sich dieser Herausforderung mit vollem Engagement.

Doch nicht nur die ausgeklügelte Qualitätssicherung sichert beste Sojabohnen: Weil in Südamerika immer mehr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, setzt Taifun mit Erfolg auf den Bio-Anbau im milden Klima des Oberrheins. Der regionale Anbau ist besonders nachhaltig, denn er fördert gleichzeitig die regionale Wirtschaft, eröffnet Biobauern neue Chancen und hält die Transportwege kurz. Sogar aus agrarwirtschaftlicher Sicht gibt es Pluspunkte, denn Soja bindet Stickstoff und bereitet den Boden gut für Folgekulturen vor.

 

Damit Soja auch in anderen Teilen Europas angebaut werden kann, engagiert sich Taifun für die Züchtung neuer Sorten, die an das kühlere Klima angepasst sind und gleichzeitig eine gute Tofu-Qualität ermöglichen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wurde im Sommer im neuen Taifun-Technikum gebündelt, zu dem eine Tofurei im Labormaßstab und das Landwirtschaftliche Zentrum für Sojaanbau und Entwicklung gehören.

Taifun nimmt wie zahlreiche Unternehmen im Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) am BNN-Nachhaltigkeitsmonitor teil. Ein Umweltmanagement-System sorgt dafür, dass der Verbrauch von Strom und Wasser regelmäßig gesenkt werden kann. Der Strom stammt schon seit 2003 zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Einen Einblick in das Nachhaltigkeitsengagement von Taifun gibt der dritte Kurzfilm zum BNN-Nachhaltigkeitsmonitor, in dem neben Taifun auch die Unternehmen Ökofrost und Rinklin Naturkost vorgestellt werden.

Gut geschützt mit neuen Deckeln

Die Andechser Molkerei Scheitz verwendet seit September neue Metalldrehverschlüsse für Joghurt im Glas, deren Dichtungsringe ganz ohne PVC und ohne Weichmacher auskommen. Auch Zwergenwiese, Sanchon und Bruno Fischer verwenden die neuen Blueseal-Deckel bereits. Andechser ist das erste Unternehmen der deutschen Milchwirtschaft, das diese Neuheit für seine Verpackungen einsetzt.

Bereits vor einiger Zeit waren die Deckel von verschiedenen Gläsern in Verruf geraten, weil Untersuchungen gezeigt hatten, dass Weichmacher aus Dichtungen in Lebensmittel wandern können, insbesondere bei ölhaltigem Inhalt wie Pesto oder Nudelsauce.

Umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit war notwendig, bevor der Hersteller die Deckel mit dem neuen Dichtungsmittel auf den Markt bringen konnte. Auch für die Lebensmittelhersteller können die neuen Deckel eine technische Herausforderung sein, wenn die Verpackungsmaschinen angepasst werden müssen. Das liegt daran, dass die Deckel fester zugeschraubt werden müssen, weil die neue Dichtung härter ist. Zudem stehen die neuen Verschlüsse noch nicht in allen Größen zur Verfügung.

Zu erkennen sind die neuartigen Deckel übrigens am blauen Dichtungsring innen. Die Dichtungsmasse trägt den Namen Provalin, besteht aus so genannten thermoplastischen Elastomeren und entspricht den aktuellen Vorschriften der EU für Verpackungen. Für die Herstellung wird weniger Energie benötigt als bei herkömmlichen Deckeln.

Gemütlich & ökologisch: Kerze ist nicht gleich Kerze

Die Winterzeit ist in Deutschland kaum denkbar ohne Kerzen. Wenn es früh dunkel wird und wir fröstelnd nach Hause kommen, sorgen sie für Gemütlichkeit und warmes Licht.

Allerdings bestehen mehr als 90 Prozent aller Kerzen aus Paraffin, das aus Erdöl gewonnen wird. Weil Kerzenflammen nicht heiß genug werden, können bedenkliche Substanzen in die Raumluft entweichen, darunter Toluol und Benzol. Wenn die Kerzen lackiert, gefärbt oder mit synthetischen Duftmitteln angereichert sind, sind oft auch Schwermetalle und halogenorganische Verbindungen im Spiel. Allergische Reaktionen, Irritationen der Atemwege bis hin zum Asthma können die Folge sein.

Zum Glück gibt es Alternativen: Bei Bienenwachskerzen machen der Honigduft und die goldgelbe Farbe künstliche Duft- und Farbstoffe überflüssig. Da Bienen jedoch deutlich weniger Wachs als Honig erzeugen, ist dieser Rohstoff knapp und teuer. Bioqualität zahlt sich auf jeden Fall für Mensch und Biene aus, weil konventionelles Bienenwachs oft mit Rückständen belastet ist.

Eine andere und günstigere Alternative sind Stearinkerzen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, meist aus Pflanzenöl. Sie produzieren beim Abbrennen weniger Ruß und damit weniger Schadstoffe als Paraffinkerzen. Einige Bio-Fachgeschäfte führen auch Produkte aus nachhaltig angebautem oder sogar ökologischem Palm- oder Kokosöl, denn für viele konventionelle Plantagen wird nach wie vor Urwald gerodet. Vereinzelt sind neuerdings auch Kerzen aus heimischen Pflanzenölen oder aus Biomasse im Angebot.

Grundsätzlich gilt: Gut lüften! Auch durch Kurzhalten des Dochtes und das Vermeiden von Zugluft lässt sich das Rußen und damit die Belastung der Raumluft deutlich reduzieren.