Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 07/2012

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Öko-Monitoring stellt Bio ein Superzeugnis aus

Seit zehn Jahren prüft das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium mit einem europaweit einzigartigen Monitoring-Programm Bio-Lebensmittel. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Qualität stimmt so gut wie immer. Bei der überwiegenden Anzahl an Proben waren keine Pflanzenschutzmittel-Rückstände nachweisbar, und wenn, dann handelte es sich in der Regel nur um Rückstände im Spurenbereich. Das zeigt der Bericht "Zehn Jahre Ökomonitoring", den das baden-württembergische Verbraucherministerium im Juni 2012 vorstellte.

Besonders gut schneiden Bio-Produkte ab, die aus Deutschland stammen: Von über 1.100 waren nur etwas mehr als 20 zu beanstanden, zumeist auch nur wegen kleinster Pestizidspuren. Solche Rückstände gelangen meist unabsichtlich auf das Obst und Gemüse, wie auch die Recherchen im Rahmen des BNN-Monitorings für Obst und Gemüse immer wieder belegen. Bio-Ware aus Italien, Griechenland und Ägypten ist etwas häufiger belastet, doch auch hier ging die Zahl der Beanstandungen ist im Laufe von zehn Jahren deutlich zurück.

Der mittlere Gehalt an Pflanzenschutzmitteln in allen untersuchten Bio-Obstproben lag bei 0,002 Milligramm pro Kilogramm. Konventionelles Obst enthält dagegen im Mittel 0,34 Milligramm Pflanzenschutzmittelrückstände pro Kilogramm und hat somit im Schnitt einen rund 170-fach höheren Pestizidgehalt.

„Nach zehn Jahren können wir feststellen, dass die Öko-Branche in der Summe sehr gut arbeitet und auf die wenigen Missstände schnell reagiert“, lobte der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde bei der Vorstellung des Ökomonitoring-Berichts 2011.

Alle Daten und Fakten finden Sie im Bericht „10 Jahre Ökomonitoring“.

Bio-Brotbox für ein Viertel aller Erstklässler

Bundesweit läuft jetzt der Endspurt für die Bio-Brotbox-Aktion 2012: Rund 60 lokale und regionale Initiativen organisieren Termine und Helfer, Sponsoren bereiten Lieferungen mit Brotaufstrichen, Tee und Müsli vor, und in der zentralen Koordinationsstelle in Berlin laufen die Telefone heiß. Denn auch in diesem Jahr sollen wieder Zehntausende Kinder, insgesamt etwa ein Viertel aller Schulanfänger, die bekannte gelbe Box mit Zutaten für ein gesundes Pausenfrühstück erhalten.

Viele Sponsoren aus der Naturkostbranche stellen in ihren Regionen oder bundesweit Zutaten für die Bio-Brotboxen zur Verfügung, darunter Allos, Lebensbaum, die Bohlsener Mühle, Ökoland, Sonnentor, Märkisches Landbrot, viele Naturkost-Großhändler und auch zahlreiche Bio-Fachgeschäfte. Mit Geldspenden helfen unter anderem Logona, Biogarten und Naturland. Außerdem unterstützen auch 2012 in einigen Regionen Prominente die Aktionen, darunter Kinderliedermacher Fredrik Vahle, Schauspielerin Marion Kracht, das Fußball-Urgestein Hermann Ohlicher, der Fußballverein Werder Bremen und der aus dem Tatort bekannte Schauspieler Andreas Hoppe.

Die Aktion „Bio-Brotbox“ soll Kinder und Eltern darin erinnern, wie wichtig ist ein gesundes Pausenbrot ist. Der Zeitpunkt der Einschulung wird gewählt, um auf die Bedeutung bewusster Ernährung für die Lernfähigkeit und Entwicklung von Kindern hinzuweisen, wenn die Aufmerksamkeit für dieses Thema besonders groß ist.

Im Jahr 2012 ist das Netzwerk Bio-Brotbox "Ausgewählter Ort 2012 im Land der Ideen". Bei diesem Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten werden jedes Jahr 365 herausragende Projekte ausgezeichnet, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten.

Bienen brauchen mehr Blütenvielfalt

Ob Kirschbaum, Heidelbeere oder Raps – viele unserer Nutzpflanzen sind bei der Bestäubung auf die Hilfe von Insekten angewiesen. Die Honigbiene spielt dabei in Mitteleuropa die wichtigste Rolle - doch jedes Jahr sterben Millionen von Bienen, oft ganze Völker. Zu den Gründen zählen die Schwächung durch die Varroa-Milbe, Pestizide und Beizmittel auf vielen Nahrungspflanzen, aber auch schlicht der Mangel an Blütenpflanzen und damit an Nahrung.

Imkerverbände und Bio-Anbauverbände wollen nicht länger hinnehmen, dass falsche politische Anreize dazu führen, dass immer mehr Monokulturen den ländlichen Raum prägen, in denen die Bienen keine Nahrung mehr finden. Vor allem die Biomasse-Förderung hat dazu geführt, dass die Landschaft vielerorts von riesigen Maisflächen geprägt ist. Im Juni 2012 haben die Verbände daher ein gemeinsames Positionspapier zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU veröffentlicht und mit Mitgliedern des Bundestages diskutiert.

Die zentrale Forderung ist, dass öffentliche Fördermittel künftig nur noch für öffentliche Interessen eingesetzt werden, zum Beispiel für Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt, für landwirtschaftliche Maßnahmen, die Klima, Wasser und Boden schützen und für die Sicherung einer ganzjährigen Pollen-und Nektarversorgung. Zudem sollen die EU-Vorgaben für einen nationalen Aktionsplan forciert werden, der die Abhängigkeit vom chemischen Pflanzenschutz reduzieren soll – im Interesse von Biene, Mensch und Natur.

(Die Bestäubungsarbeit von Bienen auf Feldern und in Obstgärten der EU ist übrigens bares Geld wert: Auf enorme 22 Milliarden Euro beziffert das EU-Umweltbüro den jährlichen Nutzen, denn etwa 80 Prozent aller Blütenpflanzen sind auf die Bestäubungsleistung von Bienen angewiesen.)

Lammsbräu: Nachhaltig mit Tradition

Unglaublich: Bereits ihren 20. Nachhaltigkeitsbericht hat die Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu veröffentlicht – während viele Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsbilanz noch immer nicht offenlegen. 1992 war Lammsbräu eines der ersten mittelständischen Familienunternehmen, die einen solchen Bericht verfassten. Seitdem ist die Bio-Brauerei für ihre umfassenden Nachhaltigkeitsberichte mehrfach ausgezeichnet worden.

Die neueste Ausgabe zeigt zwar, dass der „ökologische Fußabdruck“ erstmals seit vier Jahren ein wenig größer geworden ist. Grund dafür ist jedoch die Rekordernte 2011: Weil für die Erzeugung der Rohstoffe vergleichsweise viel Energie benötigt wird, stellt dies den größten Posten in der CO2-Bilanz. Positiv wirkte sich der erstmalig ausschließliche Bezug klimaneutral erzeugten Stroms aus Wasserkraft aus, ebenso die hohe Regionalquote, durch die sich Transporte reduzieren ließen. Straffere Produktionssteuerung und bessere Braugetreidequalität sorgten dafür, dass der Wasserverbrauch sank.

Die Neumarkter Lammsbräu beschäftigt über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bietet mittlerweile 19 verschiedene Biersorten, darunter alkoholfreies Weißbier, sowie Bio-Limonaden und Mineralwasser. Dank des regionalen Rohstoffbezugs werden in der Oberpfalz 4.000 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Bereits 1977 hatte die Brauerei eigene Umweltleitlinien entworfen, 1978 entstand eine Solarthermie-Anlage auf dem Mälzereidach. 1984 erprobten die Neumarkter dann die ersten biologischen Brauverfahren, und seit 1995 werden ausschließlich Bio-Getränke hergestellt. Lammsbräu nimmt ebenfalls Teil am BNN-Nachhaltigkeitsmonitor.

Die Brauerei wird nicht nur selbst häufig mit Preisen bedacht, sondern verleiht seit 2002 auch einen eigenen Nachhaltigkeitspreis. Ausgezeichnet werden vor allem Projekte, die bisher von der Öffentlichkeit wenig beachtet werden.

Bio erleben - Bio-Genussfeste in fünf Städten

Jetzt heißt es wieder „BioErleben“ in Bremen, Nürnberg, Hamburg, Rostock und München. Die Open-Air-Großveranstaltungen locken jedes Jahr Tausende Besucher an und bieten Bio aus der Region, Genuss, Unterhaltung und Information. Herz der Veranstaltung ist jeweils der Bauernmarkt, eine Erlebnis- und Leistungsschau des Ökolandbaus der jeweiligen Region. Besucher können probieren, Fragen stellen und einkaufen. Für Spaß und Information sorgen ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Kochshows, Musik, Fachvorträgen und Gesprächen zu aktuellen Themen.

Auftakt für „BioErleben 2012“ war bereits vom 11. bis 15. Juli in Bremen. In Nürnberg findet das Bio-Sommerevent vom 20. bis 22. Juli 2012 in der Altstadt statt. Der Künstler Harald Kienle wird einen Paradiesgarten mitten auf dem Hauptmarkt schaffen, außerdem startet eine Kampagne zum Urgetreide Emmer. Gespeist wird an einer großen Tafel, die sich über den gesamten Marktplatz erstreckt. Nahezu 100 Aussteller präsentieren die Vielfalt an Bio-Lebensmitteln und den Vorsprung an Geschmack und Qualität mit kulinarischen Schmankerln.

In Hamburg läuft „BioErleben“ am 11. August 2012, in diesem Jahr auf dem Hansaplatz in St. Georg. An der Standpromenade am Leuchtturm in Rostock/Warnemünde erwarten am 26. August über 60 Aussteller rund 25.000 Besucher. Eine interaktive Ausstellung macht den Ökologischen Landbau anschaulich. Der Biopark-Strandbauernhof und das Beach-Soccer-Turnier um den BioErleben-Pokal sind Höhepunkte für jüngere Besucher. Sternekoch Tillmann Hahn lässt Besucher über den Rand seiner Kochtöpfe schauen und gibt Tipps für die eigene Küche. Ein Höhepunkt auf dem Laufsteg ist eine Naturmodenschau junger Designer.

Am 8. und 9. September 2012 schließlich findet „BioErleben“ in München im Rahmen des zweitägigen Streetlife Festivals statt. Auf dem Odeonsplatz gibt es einen BIOBiergarten und herzhafte "BIOSchmankerln", und die BIOVerwöhninsel lädt Besucher ein, aus der Alltagshektik auszusteigen und in aller Ruhe Biokosmetik kennen zu lernen.

Der Beeren-Hunger kann kommen!

Jetzt ist die richtige Zeit für Beeren-Hunger gekommen: In den Bio-Obstgärten reifen Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren, gern in sonniger Lage, etwas später auch Brombeeren und Heidelbeeren. Die Früchtchen schmecken nicht nur nach Sommer pur, sie stecken auch voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe. Die säuerlich-herben schwarzen Johannisbeeren sind sogar Spitzenreiter beim Vitamin-C-Gehalt.

Bei Bio-Beeren sorgen Mulch, Gründung und Bio-Mist für gutes Gedeihen, denn Kunstdünger kommt selbstverständlich genauso wenig zum Einsatz wie chemisch-synthetische Pestizide. Bio-Obstgärtner wählen stattdessen besonders robuste und an den Standort angepasste Sorten, bekämpfen Unkraut mit dem Hackstriegel oder auch mit dem Rasenmäher und locken mit artenreicher Bepflanzung Bienen und Nützlinge an.

Doch was da im Hochsommer so verlockend saftig und voller Aroma am Strauch reift, ist auch sehr empfindlich, vor allem Himbeeren. Geerntet und verpackt wird daher von Hand. Kurze Transportwege zu den Naturkostläden der Region sorgen in der Saison dafür, dass besonders frische heimische Beeren im Angebot sind. Je schneller die süßen Früchte dann gegessen werden, desto besser: Denn sie verlieren schnell ihre wertvollen Vitamine und verderben leicht.