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Neue Apfelsorten, Erbsen und Kinetik

Neue Apfelsorten

Pinova kennen Sie ja schon. Ein ausgezeichneter Tafelapfel. Es gibt nun eine Mutation: Pinova/Evelina. Eine so genannte „Klubsorte“: „Pinova/Evelina“ ist als Marke eingetragen und darf nur von Lizenznehmern erzeugt werden. Das hat mit der Qualität der Frucht nichts zu tun. Pinova/Evelina ist quasi die Steigerung von Pinova. Noch aromatischer, genauso fest und mindestens so saftig. Überzeugen Sie sich am besten selbst. Seit es Äpfel gibt, hat sich die Sortenvielfalt stetig erhöht. Es gibt Tausende von Sorten, von denen eine Menge längst wieder vergessen. Etwa der „Borsdorfer Apfel“, den um 1100 die Ordensleute der Zisterzienser zum ersten Mal dokumentierten. Der ist eigentlich längst vergessen, doch einige Pomologen haben sich bemüht, die alte Sorte zu rekultivieren. Mittlerweile gibt es wieder 30 Borsdorfer Bäume in Deutschland! Vielleicht ziert diese alte Sorte ja irgendwann unsere Sortimente. Kommen wir zurück in die Gegenwart. Ebenfalls eine „Klubsorte“ ist Autento. Das cremefarbene, gelblichweiße Fruchtfleisch wird als fest und saftig beschrieben. Der hohe Zuckergehalt und ausreichende Säure versprechen ein besonders feines Aroma. Woher der Apfel als solcher seinen Namen hat, ist offenbar umstritten. So meinen manche, er leite sich vom Namen der antiken Stadt Aballa in Kampanien an der italienischen Westküste ab. Dort soll in grauer Vorzeit besonders viel Obst angebaut worden sein. Na ja, in der Gegend wurde sicher überhaupt immer gutes Obst angebaut – und schon darum war die Vorzeit wohl kaum grau. Einleuchtender ist die Erklärung jener Etymologen, die das althochdeutsche apful und das krimgotische apel favorisieren. Ist aber auch egal. Beide Apfelsorten importieren wir aus Italien.

Erbsen und Kinetik

Als das Pleistozän endlich vorüber war, sich die Gletscher zurückzogen, da seufzte die Natur wohlig auf, schüttelte sich den Frost aus der Biosphäre und präsentierte der staunenden Fauna Pisum sativum, die Erbse. Dies ist nun rund zwölftausend Jahre her, das Holozän, die erdgeschichtliche Gegenwart, hatte begonnen. Bald darauf (vor etwa zehntausend Jahren) erschien Homo sapiens, der Mensch, der „moderne“, „weise“ Mensch, wie er sich selbst erst sehr viel später nannte, in Europa. Allzu viel gelernt hat er seit seinem Erscheinen nicht und so überrascht es nicht, dass er die Welt noch genauso entdeckt, wie er das schon mit der Erbse getan hat: erst mal alles in den Mund stecken, dann sehen wir weiter. Noch heute kann er von nichts die Pfoten lassen – im Falle der Erbsen war es kein Fehler und so war er um 1780 imstande zu formulieren: „… weil sie im frischen Lande am besten gerathen, und ein gedüngtes Land für ihren Wachstum zu geil ist. Sie haben zu ihrer Vollkommenheit nur das natürliche Salz der Erde nöthig, alles hinzugefügte ist ihnen schädlich; sie wachsen zwar stärker, aber tragen weniger Frucht und verwirren sich.“ Stimmt noch heute. Erbsen stecken voller Proteine und für den Menschen essentieller Aminosäuren. Das wusste auch der Berliner Johann Heinrich Grüneberg. Der erfand 1867 die Erbswurst, das erste Convenience - Produkt der Geschichte. Er vermengte Erbsmehl mit Rinderfett, Speck, Zwiebeln und Salz, ließ die Pampe trocknen und wickelte sie in Papier. Das ganze verhökerte er dann für 100.000 Mark an den preußischen Staat, der Kraftfutter für seine Soldaten brauchte, war doch soeben (1870) der deutsch – französische Krieg ausgebrochen. Über einen längeren Zeitraum wurden die Pickelhauben ausschließlich mit Erbswurst und Brot ernährt. Dass die kinetische Geschossenergie von Erbsen 0,08 Joule nicht überschreiten darf, wurde nach der Erfindung der Erbsenpistole 100 Jahre später gesetzlich geregelt. Wir bieten Erbsen aus Italien an