Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Erdbeeren, Spargel

Erdbeeren

Niemanden wundert es, dass die Erdbeere zu den Rosengewächsen gehört. Die Frucht der Erdbeere zählt zu den Sammelnussfrüchten und ist damit gar keine Beere im eigentlichen Sinn. Der rote Teil ist eine Scheinfrucht. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind die kleinen gelben Nüsschen an der Oberfläche. Die Frucht enthält bis zu 2 Prozent Ellagsäure, die krebsvorbeugend wirken soll, was aber nicht eindeutig bewiesen ist und daher nicht unbedingt gesagt werden sollte. Fragaria, so ihr botanischer Name, erhält ihre typische rote Färbung durch die Pflanzenfarbstoffe Anthozyan und Kampheröl. Darüber hinaus sind in Erdbeeren antibakterielle und entzün- dungshemmende Katechine enthalten, die Schwermetalle im Körper binden. Erdbeeren enthalten außerdem so viel Vitamin C, dass unser Tagesbedarf von nur 150 g davon locker gedeckt würde, doch wer ließe sich mit einer Tagesration abspeisen? Die enthaltenen Mineralstoffe überbieten unseren Tagesbedarf bei weitem. Ihr botanischer Name erschließt sich uns durch die Nase: „fragare“ ist lateinisch und bedeutet „duften“. Schon in der Steinzeit war man auf die roten Schönheiten ganz erpicht. Die heute in Deutschland hauptsächlich verbreitete Sorte fragaria ananassa wurde bereits im 18. Jahrhundert durch Kreuzung diverser Wildsorten kreiert. Zum Leidwesen der Erzeuger, der Händler und der Verbraucher sind Erdbeeren leicht verderblich. Das macht sie für uns Menschen zu Seelenverwandten und wir dürfen ihnen vor allem eines nicht antun: Einkochen! Auch nicht Einfrieren. Wir müssen sie frisch genießen oder mit viel Liebe eine Marmelade bereiten. Wer einen Garten sein Eigen nennt, sollte es übrigens mal mit Mieze Schindler versuchen. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts züchtete ein verliebter Dresdener namens Otto Schindler eine ungeheuer aromatische, besonders stark an Walderdbeeren erinnernde Sorte. Die widmete er der Dame an seiner Seite. Mieze (die Erdbeere, nicht die Dame) stellte sich zwar als anfällig für Krankheiten heraus und war auch nicht einmal besonders ertragreich – für den Großflächigen Anbau also nicht geeignet, im Beziehungsgeflecht aber eine Meisterleistung. Und Sie ahnen es schon: Mieze Schindler ist nicht käuflich, auch nicht bei uns. Statt dessen bescheren wir Ihnen italienische Erdbeeren aus der Emilia Romagna. Es handelt sich um die Sorte „Camarosa“ – eine dunkelrote, sehr aromatische Sorte, die phantastisch schmeckt!

Spargel

„Spargel und Menschen haben ein gemein- sames Schicksal: sobald einer den Kopf hochreckt, wird er abgestochen.“ Eugen Gerstenmaier, weiland Bundestagspräsident von 1954 – 1969, wusste, wovon er sprach, war er doch Mitglied des Kreisauer Kreises, einer Widerstandsgruppe gegen die Nazis. In Großostheim, nördlich des Odenwaldes in der Gegend von Aschaffenburg, wird zugestochen: vom Bialand-Betrieb Kapraun beziehen wir derzeit unseren Spargel. Sie alle kennen ja diese riesigen Äcker mit den unzähligen Folienbahnen. Dort wächst der weiße Spargel. Der ist weiß, weil er keinen Sonnenstrahl zu sehen bekommt und darum, in Ermangelung der Photosynthese, kein Chlorophyll bilden kann. Kriegt er doch Licht an den Spitzen ab, so wird er dort violett. Seiner Qualität kann das aber nichts anhaben, der Verbraucher zahlt nur nicht gern für farbigen Spargel. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kannte man nur den Grünen Spargel. Der wächst im Sonnenlicht und ist unter Kennern immer noch die aromatischste Variante. Eine Besonderheit ist der „Ginnemer Spaschl“. Der ist mit 337 Metern der zweithöchste Turm im Lande und steht nicht in Frankfurt – Ginnheim, wie der Name suggeriert, sondern in Bockenheim. Am beliebtesten ist aber zweifelsohne der Weiße Spargel. Jedenfalls in Deutschland. Das mag kulturhistorische Gründe haben, galt Spargel doch lange Zeit als ein Gemüse für die eher wohlhabenden Bevölkerungsschichten. Weil die Ernte so mühselig ist. Heute ist er ein Gemüse für alle, aber nicht etwa, weil die Arbeit leichter geworden wäre. Alle Versuche im 20. Jahrhundert, die Spargelernte zu mechanisieren, sind kläglich gescheitert. Genau wie der Rollmops. Der geht auch nur von Hand. Erst in den letzten 10 Jahren gelang es, mäßig geeignete Maschinen für die Spargelernte zu konstruieren. Die gehen zwar auch mal kaputt, murren aber nicht. Noch sind sie nicht sehr verbreitet, weil Menschen den Job immer noch besser machen. Im Gegensatz zur Maschine unterscheidet der nicht gerade fürstlich entlohnte Erntearbeiter zwischen unreifen und ausgewachsenen Spargeln und geht mit den Wurzeln viel schonender um. Am 24. Juni ist Saisonende, heißt es. Dann ziehen die Saisonarbeiter mit Kreuzschmerzen gen Heimat und auch wir haben vom Spargel genug. Bis dahin bestellen Sie bitte bei uns reichlich Spargel aus der Region.