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Petersilie, April

Petersilie

Ein Familienmitglied der Doldenblütler, Petroselinum crispum, sicher eines der populärsten Gewürzkräuter überhaupt, kommt als Krauskopf daher. Seine nächste Verwandte Petroselinum sativum hat glatte Blätter. Glatte Petersilie welkt zwar schneller als die krause, gilt unter Kennern aber als die edlere Varietät. Petersilie enthält das ätherische Öl Apiol, von dem der charakteristische Geschmack stammt. Die Vitamine A und C, sowie Kalzium, Kalium und Eisen machen beide so gesund. Wegen der Giftigkeit des Öls Apiol sollten Petersiliensamen in der Küche nur vorsätzlich und mit einem guten Alibi verwendet werden. Den alten Griechen galt Petersilie in der Küche nichts, ließ sie aber nicht kalt. Zu Festen hergerichtete Räume und Siegerköpfe wurden mit ihr dekoriert. Wie wir aus der Odyssee wissen, vernaschte die Nymphe Kalypso einen dem Epos namengebenden Burschen auf einem Teppich aus Petersilie. “Wer im Herzen oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein, unter Zugabe von etwas Weinessig und reichlich Honig und seihe durch ein Tuch ab. Den so zubereiteten Herzwein trinke er oft und es heilt ihn." Keine Geringere als Hildegard von Bingen, Popstar der Naturheilkunde, gab diese Empfehlung. Ebenfalls nicht unbekannt war ihr, dass der Petersiliensamen zur Abtreibung geeignet sei und den mittelalterlichen Prostituierten bei der keineswegs reibungslosen Abwicklung ihrer Arbeit wertvolle Dienste leistete. Über ein so profundes Wissen wie Hildegard verfügten nicht alle Klosterleute. Manche Küchenmönche haben wohl nicht schlecht gestaunt, als irgendwann die frommen Brüder nach einem opulenten Mahl reihenweise umfielen und das Kloster unter ihrem Stöhnen erzitterte. Was war geschehen? Hatten sie so gestümpert? Mitnichten, aufs Kochen verstanden sie sich schon immer. Ihnen war das falsche Kraut in den Kochtopf geraten, die der Petersilie sehr ähnliche Hundspetersilie (Aethusa cynapium), die den Schlemmern nun Magenkrämpfe und Durchfall bescherte.

 

Um künftigen Verwechslungen bei gleichbleibendem Alkoholkonsum vorzubeugen, galt es nun, die Gewürzpetersilie zu einer unterscheidbaren Form umzuzüchten. Und wenn es ums Futtern und Saufen ging, waren die alten Brüder schnell: schon bald erblickte die krause Petersilie das Zwielicht der Klosterküchen und schickte sich an, die glatte Petersilie zu verdrängen. Was zum Glück nicht gelang, denn, wie bereits erwähnt, der Gourmet zieht die glatte der krausen Petersilie vor. Da ja heutzutage weder Koch noch Köchin sturzbetrunken durch den Kräutergarten trampeln, sondern sich im Bio – Laden versorgen, ist das Risiko, mit der Hundspetersilie Bekanntschaft zu machen, relativ gering. Ach ja: wer sich dem Vergnügen der Vermehrung hingegeben hat und infolge dessen schwanger ist, sollte vom übermäßigen Genuss von Petersilie absehen – doch keine Panik, eine gesunde Schwangere kann das Gewürzkraut in normalen Mengen durchaus genießen. Wir bieten derzeit Petersilie aus Italien an.

April

Der April beginnt meistens mit einer Lüge. Die Redensart „in den April schicken“ kennen wir seit 1618 aus Bayern. Warum dieser Brauch am 1. April stattfindet, ist nicht sicher geklärt. Da er vermutlich von Frankreich nach Deutschland gelangte, könnte es damit zusammenhängen, dass Karl IX. im Jahr 1564 den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar verlegte. Wer das vergaß, traf seine Vorbereitungen für die Sylvesterparty umsonst. Wir wollen an dieser Stelle jedoch seriös bleiben. Der April beginnt stets mit demselben Wochentag wie der Juli, in Schaltjahren auch wie der Januar – eine entbehrliche Information, gewiss. Sehr viel mehr interessiert uns, dass sich das typische Aprilwetter auch in den restlichen elf Monaten abspielt, ein Umstand, der uns nicht unbedingt erheitert.