Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 01/2022

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

Pflanzliche Ernährung für Einsteiger: Veganuary 2022


Prominente Botschafter*innen des Veganuary sind u.a. Paul McCartney, Eckart von Hirschhausen, Kaya Yanar, Leslie Clio, Joaquin Phoenix, Hannes Jaenicke, Rezo und Eric Adams, Bürgermeister von New York.

Einfach mal ausprobieren: Beim „Veganuary“ können alle mitmachen, die neugierig sind auf vegane Ernährung. In diesem Jahr läuft die weltweite Challenge zum dritten Mal in Deutschland. Auch einige Bio-Hersteller machen mit, darunter Moin, Taifun Tofu, Soto, Wheaty, Sonnentor, Voelkel, Bauck, iChoc und Harvest Moon. Sie nutzen vor allem ihre Social-Media-Kanäle und teilen zum Beispiel Rezepte und Tipps zur veganen Ernährung.

Wer sich anmeldet unter veganuary.de, erhält 31 Tage lang täglich eine E-Mail mit Rezepten und Informationen zu Ernährung, Tier- und Klimaschutz. Der Starttermin ist beliebig wählbar. Sie können also auch jetzt noch einsteigen und Ihren „Veganuar“ einfach in den „Vebruar“ hineinlaufen lassen! Allerdings steckt im Newsletter auch allerhand Werbung für konventionelle vegane Produkte – und die sind oft hochverarbeitet mit vielen Zusatzstoffen und Aromen aus dem Labor, um zum Beispiel Käsegeschmack zu imitieren. Die größere und gesündere Challenge ist also ein Bio-Veganuary mit möglichst vielen frischen Produkten, Linsen, Kichererbsen & Co, Nüssen, Hirse und Quinoa, hochwertigen Ölen, Pflanzendrinks und veganen Brotaufstrichen. Im Newsletter finden sich auch dafür viele Anregungen.

Der Veganuary ist eine gute Möglichkeit, eine rein pflanzliche Ernährung zu testen und weniger bekannte Produkte wie Kräutertempeh oder Nori-Meeresalgen zu entdecken. Jede pflanzliche Mahlzeit reduziert den CO2-Fußabdruck, denn weniger Fleischkonsum hilft Klima und Umwelt und schützt Urwälder in den Tropen. Rund zehn Prozent der Deutschen ernährt sich laut aktuellen Umfragen vegetarisch, vegan leben aktuell zwei Prozent. Produkte aus Tofu, Seitan, Erbsen oder Lupinen gewinnen aber besonders in der Gruppe der Flexitarier an Bedeutung, die ihren Fleischkonsum reduzieren wollen.

„Wir haben es satt“ - 2022 mit Staffellauch!


Förderer von „Wir haben es satt“ sind u.a. Allos, Ökoland, Voelkel, Alnatura, Barnhouse, Bauckhof, Biopolar, Lammsbräu, Sonnentor, Herbaria, Brodowin, Ökotopia, Spielberger, Sonett und Bio Planète.

Hoch den Lauch! Die jährliche Demo „Wir haben es satt!“ für gutes Essen & gute Landwirtschaft mit Zehntausenden Menschen musste coronabedingt abgesagt werden. Nur die Traktorkolonne wird ins Regierungsviertel fahren. Das Bündnis „Wir haben es satt!“ bittet daher: Bleibt am 22. Januar zuhause – und kauft eine Stange Lauch!

Denn eine Online-Aktion soll es trotzdem geben, den #StaffelLauch! Lass dich von einem Freund oder einer Freundin mit dem Lauch filmen und formuliere vor einem passenden Hintergrund – zum Beispiel in der Küche, auf dem Trecker, im Bioladen - deine Forderung für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik. Das Video sollte maximal 10 Sekunden lang sein. Beispiele hier! Teile das Video auf Social Media, zum Beispiel in deiner Insta-Story oder auf TikTok mit dem Hashtags #StaffelLauch und #WHES22. Nicht vergessen: Am Ende eine leckere Lauchsuppe kochen!

Ein Neustart der Agrar- und Ernährungspolitik ist unverzichtbar. Die alte Bundesregierung hat wenig getan gegen das Artensterben, die industrielle Tierhaltung und das Höfesterben und stattdessen immer wieder die Interessen der Agrar- und Lebensmittelindustrie verteidigt. Das Bündnis „Wir haben es satt“ fordert daher: Wer in Zukunft ökologischer und tiergerechter produzieren will, muss Hilfe bei der Umstellung bekommen. Fördergelder, die nur Landbesitz belohnen oder Naturzerstörung und Klimakrise vorantreiben, gehören abgeschafft. Preisdumping auf Kosten von Klima und Artenvielfalt muss gestoppt und gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung sichergestellt werden.

Zartbitter und knackig-frisch: Chicorée


Beim Bio-Chicoréeanbau werden keine chemischen Unkraut-, Pilz- und Insektenbekämpfungsmittel eingesetzt, und das Wurzelwachstum wird nicht künstlich stimuliert.

Im Winter kommt frischer Salat meist von weither. Aber es gibt regionale Alternativen! Chicorée gehört dazu. Mit seiner charakteristischen Bitternote ist er ein ungewöhnliches Gemüse, das sich zudem in der Gemüsetheke meist unter einer Lage Papier versteckt, damit er hell und zart bleibt. „Entdeckt“ wurde Chicorée vermutlich im Botanischen Garten Brüssel. Ein Mitarbeiter stöberte 1846 in einem Keller vergessene Zichorienwurzeln auf, die in der Dunkelheit helle Triebe gebildet hatten. Der Gärtner züchtete die Pflanze weiter und stellte den „Witloof“ 1873 auf einer Ausstellung der Öffentlichkeit vor. Damit begann der Siegeszug des Chicorée – zumindest in Belgien, wo der jährliche Durchschnittsverbrauch pro Kopf bei acht Kilogramm liegt. In Deutschland sind es gerade mal 300 Gramm. Zeit, etwas aufzuholen! Zumal im Chicorée viel Gesundes steckt, darunter Kalium und Folsäure und der präbiotische Ballaststoff Inulin, der positiv auf den Blutzuckerspiegel wirkt.

 

Auch die Bitterstoffe sind wichtig für eine ausgewogene Ernährung, denn sie regen Stoffwechsel und Verdauung an. Zur leichten Bitternote passt fruchtige Süße, für Salat zum Beispiel Orangen, Kiwi, Birne, Apfel oder Datteln. Andere gute Begleiter sind Fenchel, Avocado, Feldsalat, Nüsse oder Blauschimmelkäse. Sternförmig angeordnet und gefüllt mit einem Mix aus Berglinsen, Walnüssen, roter Zwiebel, Apfelstückchen, Basilikum und Gorgonzola machen Chicorée-Schiffchen richtig was her. Fürs Dressing ein gutes Öl, Apfelessig, Honig, Salz und Pfeffer vermischen. In Belgien und Frankreich ist Chicorée weniger als Salat, sondern vor allem als Gemüse beliebt, gedünstet, mit gekochtem Schinken umwickelt und mit einer Käsesauce überbacken. Das lässt sich auch vegetarisch abwandeln mit Knoblauch, Olivenöl, Tomaten, Schalotten, Sahne und Parmesan.

Mehr Bio in die Kantinen!


Auf dem Weg zur neuen Esskultur: Mehr saisonale, frische Bio-Gerichte mit viel Gemüse und weniger Fleisch für Deutschlands Kantinen.

Mindestens 50 Prozent Bio in den Kantinen des Bundes, das fordert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Spitzenverband der Biobranche. Sogar deutlich mehr sei machbar, wie zum Beispiel die dänische Hauptstadt Kopenhagen beweist. Dort liegt der Bio-Anteil im Kantinenessen bei 90 Prozent, von der Kita bis zum Seniorenheim. Die Preise sind dabei nicht gestiegen.

Das es auch in Deutschland funktionieren kann, zeigen die Praxisbeispiele der bundesweiten Initiative „BioBitte – Mehr Bio in öffentlichen Küchen“. Sogar 100 Prozent Bio sind möglich, zum Beispiel an der Ludwig-Thoma-Realschule in München. Entscheidende „Zutaten“ waren Pioniergeist, Geduld und Motivation. Der gesamte Betrieb wurde überprüft, um Prozesse zu optimieren und Kosten einzusparen, die nun in den Einsatz von Bio-Lebensmitteln fließen: Statt zweimal pro Woche 120 Gramm Fleisch gibt es zum Beispiel einmal 80 Gramm aus der Ganztierverwertung, statt Basilikum und Pinienkernen kommen Radieschenblätter und Sonnenblumenkerne ins Pesto.

Die Kantinen des Bundes, der Länder und Kommunen, Schulen, Kitas, Uni-Mensen, Seniorenheime und Krankenhäuser haben eine Vorbildfunktion - und eine große Nachfragemacht. Mehr Bio bedeutet mehr Absatzmöglichkeiten für Bio-Betriebe. Und die werden dringend gebraucht, um das Ziel der Bundesregierung von 20 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030 einzuhalten. Das Schulessen ist außerdem ein zentraler Hebel für die Ernährungswende, denn es prägt den Geschmack der jungen Generation. Bisher bekommen aber immer noch viel zu oft die billigsten Caterer den Zuschlag. Dabei zeigen erfolgreiche Beispiele aus unseren Nachbarländern und Bio-Städten wie Nürnberg, dass mindestens 50 Prozent Bio zu einer anderen Art des Kochens und gesünderen Menüs führt. 

Lupine, Dinkel und Zichorie in der Kaffeetasse


Heimische Alternativen zu Kaffeebohne & Koffein aus Lupine, Zichorie, Dinkel, Malz oder Löwenzahnwurzel. Einfach mal ausprobieren!

Ein guter Kaffee am Morgen gehört für viele einfach dazu. Aber spätestens bei der dritten oder vierten Tasse im Laufe des Tages gibt es viele Gründe, auch mal Neues zu probieren: Kaffee hat nämlich einen unglaublich großen Wasserfußabdruck, und auch die Klimabilanz ist alles andere als im grünen Bereich. Alternativen wie Dinkel- oder Gerstenmalz-Kaffee haben ihre eigenen Pluspunkte: Sie regen dank der enthaltenen Bitterstoffe und Röstaromen zwar an, aber nicht auf, denn sie sind koffeinfrei, überdies bekömmlich und magenschonend. Kaffee aus Lupinen, Zichorien und Löwenzahnwurzeln ist sogar glutenfrei. Vor allem aber wachsen die Zutaten mitten in Europa. Das macht Malzkaffee und Co. zu regionalen und klimafreundlichen Produkten.

Im Bio-Fachhandel gibt es immer mehr Auswahl, denn die Kaffee-Alternativen liegen voll im Trend. Die milden Röstnoten, malzige, süßliche, schokoladige und nussige Nuancen machen Kaffee aus Lupine, Gerste, Dinkel oder Zichorienwurzel zu einer interessanten Abwechslung. Besonders aromatisch sind Sorten, die wie Kaffee überbrüht, in der French Press oder in einem Mokkakännchen zubereitet werden können. Dafür eignet sich zum Beispiel der „Falsche Kaffee“ aus gerösteten Löwenzahnwurzeln von Sonnentor. Auch Kaffee aus den gerösteten Bohnen der Süßlupine bringt viel Aroma in die Tasse. Zu den Bio-Anbietern gehören der Bioland-Hof Klein mit „Lupresso“ und Kornkreis mit dem „Café Pino“, den es auch als ganze Bohnen gibt. „Café Pino Oriental“ enthält zusätzlich eine Gewürzmischung mit Kardamom, Zimt, Ingwer, Piment, Nelken, Vanille und Macis. Auf diese Weise kann zu Hause natürlich jede Kaffee-Alternative verfeinert werden – oder auch mit (Pflanzen-)Milch als Cappuccino oder Latte Macchiato. Instant-Produkte werden einfach mit heißem Wasser aufgegossen, zum Beispiel der „Country Kaffee“ von Lebensbaum mit Roggen, Gerstenmalz, Gerste, Zichorie und Feige, oder der „Bio-Dinkel-Kaffee“ von Mount Hagen mit Dinkel und 20 Prozent Zichorien. Beim „Muckefuck“ von Ökotopia, der zum Filtern oder Aufbrühen ist, sorgen Gerste, Roggen, Zichorie und Malz für den guten Geschmack.

Klar ist: Nur Kaffee schmeckt wirklich wie Kaffee. Man muss sich auf den charakteristischen Geschmack der Alternativen einlassen. Dann kann ein Lupinenkaffee oder ein Malzkaffee den Bohnenkaffee durchaus ersetzen: zum Frühstück, in der Pause oder zum Kuchen. Einfach mal ausprobieren!