Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 07/2021

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Frisch & fruchtig: Infused Water


Gerade im Hochsommer eine erfrischende Abwechselung - und es geht auch bunter, z.B. mit Brombeeren, Himbeeren & Salbei oder vielen anderen Kombinationen frischer Gartenfrüchte und Kräuter.

Im Hochsommer heißt es trinken, trinken, trinken. Mindestens 1,5 Liter am Tag, bei großer Hitze oder Anstrengung auch deutlich mehr. Klar, Wasser ist der beste Durstlöscher, aber nicht immer beliebt. Softdrinks und Säfte enthalten aber viel zu viel Zucker, um in großen Mengen getrunken zu werden. Also braucht das Wasser ein Upgrade! „Infused Water“ erhält sommerliches Aroma, zum Beispiel mit Beeren, Apfelscheiben oder frischen Kräutern wie Minze, Zitronenmelisse und Basilikum für. Infused bedeutet so viel wie „durchgezogen“, und genau das ist wichtig: Obstscheiben, Gemüsestreifen und Kräuter werden mit frischem Wasser aufgegossen, aber etwas Zeit im Kühlschrank muss sein, mindestens eine Stunde, damit die Aromen ins Wasser übergehen. Nur Zitrusfrüchte „wirken“ sofort. Damit nicht auch Pestizide übergehen, ist Bio Ehrensache. Das Ergebnis ist ein dezent fruchtiger Drink, frisch und nahezu kalorienfrei.

Besonders erfrischend ist Infused Water mit Minze, Gurke und Limette - einen zusätzlichen Hauch Schärfe liefert Ingwer. Heidelbeeren harmonieren gut mit Rosmarin und Zitrone, Erdbeeren mit Limette und Basilikum, Pfirsiche mit Rosmarin, und zu Apfelscheiben passt Zimt. Tropisch wird es mit etwas Kokosnusswasser und Ananas. Eine herbere, aber erfrischende Note bringen Thymian und Limetten ins Wasser. Aber erlaubt ist natürlich alles, was gefällt – zum Beispiel auch Melone, Granatapfelkerne, Zitronenmelisse, Himbeeren oder Brombeeren. Ob stilles Wasser oder Mineralwasser, das entscheidet der persönliche Geschmack.

Wichtig sind ein großer Krug oder eine Karaffe, am besten aus Glas, denn Infused Water schmeckt nicht nur, sondern sieht auch richtig gut aus. Wer eine Bowlenschüssel besitzt, kann für Gäste eine größere Menge aufsetzen. Wer gern noch mehr Geschmack möchte, aber trotzdem keinen Zucker und keine künstlichen Aromen: Einfach abends eine große Menge Früchte- oder Rooibostee kochen, über Nacht abkühlen lassen und dann wie gehabt mit Obst und Kräutern ziehen lassen. Ein paar Eiswürfel dazu – fertig ist der leckere Sommerdrink!

KlimaPledge: Die Bundestagswahl zur Klimawahl machen


1,5 Grad mehr Erderwärmung sind genug! Alle können gegensteuern, wir haben die Wahl.

Die nächste Bundestagswahl ist DIE Klimawahl: Die neue Bundesregierung muss beim Klimaschutz durchstarten, damit wir das 1,5-Grad-Ziel noch erreichen und die schlimmsten Folgen der Klimakrise abwenden können. Bei der Kampagne „Klima Pledge: Meine Stimme für die Zukunft“ können Sie mit einem Klick ihre Zusage geben, bei der Bundestagswahl eine Partei zu unterstützen, die sich aus ihrer Sicht wirksam für Klimaschutz einsetzt. Im Wahlkampf achten Politiker*innen besonders auf unsere Wünsche als Wähler*innen, auf die Stimmung in der Gesellschaft.

Die nächste Bundesregierung hat die enorme Aufgabe und einmalige Chance, das Ruder herumzureißen. Sie muss Klimagerechtigkeit und den Schutz der Artenvielfalt zur obersten Priorität machen. Sogar das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt: Die Klimapolitik der aktuellen Regierung gefährdet die Freiheit kommender Generationen. Mehr Hitzewellen, mehr Hunger, Artensterben - ein Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens hätte nach Einschätzung des Weltklimarats IPCC „irreversible Auswirkungen auf Menschen und ökologische Systeme“. Doch statt zu handeln, treten viele Politiker*innen weiter auf die Bremse, warnen vor „Schnellschüssen” und erfinden das Schreckgespenst eines „Klima-Lockdowns”.

Der Klima-Pledge ist die größte Kampagne, die die deutsche Umweltbewegung jemals zu einer Bundestagswahl gestartet hat: Initiiert von Campact, wird die Kampagne getragen von Fridays for Future, Avaaz, NABU, BUND, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, GermanZero, WWF, Klima-Allianz Deutschland, Umweltinstitut München, Together for Future und den Naturfreunden Deutschlands. „Pledge“ bedeutet in diesem Zusammenhang so viel wie: „Ein ernstgemeintes Versprechen abgeben“. Darüber hinaus kann jede*r im Freundeskreis, am Arbeitsplatz und in der Familie über Klimaschutz sprechen und am besten Klimaschutz von den Bundestagskandidat*innen direkt einfordern.

Staudensellerie – jetzt frisch vom Feld


Jetzt ist Saison für die milde Schwester des Knollensellerie. Staudensellerie ist reich an Vitaminen und Mineralien und man kann so gut wie alles von ihm verwenden. Bon Appétit!

Die Freilandsaison für Staudensellerie läuft! Die beste Zeit, das würzige Sommergemüse in einen Dip zu tunken. Ob Kräuterquark, Hummus, Aioli, Roquefortcreme oder Guacamole, die Form des Staudenselleries ist wie gemacht dafür. Das Gemüse stammt ursprünglich vom Mittelmeer und ist daher typisch für Pastagerichte wie Spaghetti Bolognese und Lasagne oder für Risotto Verde mit Erbsen und Frühlingszwiebeln. Überbacken ist Staudensellerie ein schnelles vegetarisches Hauptgericht, gedünstet eine gute Beilage zu Fisch oder vegetarischen Bratlingen. Als Vorspeise glänzt Staudensellerie mit Roter Bete, Apfel, roter Zwiebel und in einem Dressing aus Joghurt, Schmand, Apfelessig und reichlich Dill.

 

Hochsommertauglich ist lauwarme Gazpacho-Pasta mit Staudensellerie, Gurke, roter und gelber Paprika und Tomaten. Einfach das Gemüse mit Knoblauch, Chili und Tomatensaft pürieren, Kräuter und Olivenöl dazugeben, heiße Pasta nach Wahl hinzufügen und mit geriebenem Parmesan oder Manchego servieren. Gazpacho geht natürlich auch pur ohne Pasta, und vielleicht mal ganz in Grün mit Staudensellerie, Salatgurke, Fenchel und grüner Spitzpaprika. Petersilie, Minze und Limettensaft sorgen für Frische an lauen Sommerabenden. Tipp: Sonnenblumenkerne rösten als Topping.

Staudensellerie ist milder als Knollensellerie und hat durch seinen hohen Wassergehalt eine frische, saftige und knackige Konsistenz. Die äußeren Stangen sind manchmal etwas faserig, lassen sich aber einfach mit einem Messer abziehen. Das Gemüse versorgt den Körper mit vielen Mineralstoffen und Vitaminen. Für den frischen, würzigen Geschmack sorgen ätherische Öle und das Flavonoid Apiin, das auch in Petersilie steckt. Es ist auch reichlich in den Blättern enthalten, die daher keinesfalls in den Grünabfall gehören. Einfach gehackt auf Gemüse, Suppen oder Salate streuen!

„Gute“ Geschäfte mit verbotenen Pestiziden


Glyphosat trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei.

Auf den letzten Metern vor der Sommerpause hat der Bundesrat einem kleinen Insektenschutzpaket zugestimmt. Damit wird der stufenweise Glyphosat-Ausstieg eingeleitet. Zunächst wird das Totalherbizid aber nur in Gärten, Parks und auf Sportplätzen verboten. Ende 2023 soll dann in Deutschland auch Schluss sein auf dem Acker - aber nur, wenn die Zulassung auf EU-Ebene Ende 2022 tatsächlich ausläuft. Für eine erneute Zulassung wird aber schon jetzt fleißig Lobbyarbeit geleistet. Und ein neuer Prüfbericht im Auftrag der EU-Kommission hat den Wirkstoff zum Entsetzen unabhängiger Expert*innen gerade als nicht krebserregend und nicht gefährlich für das Erbgut eingestuft. Das steht im Gegensatz zum Urteil der Weltgesundheitsorganisation WHO, die den Stoff als „wahrscheinlich krebserregend“ bewertet. Für den EU-Prüfbericht hatten die Agrochemie-Unternehmen zudem keine einzige neue Studie zum Krebsrisiko von Glyphosat vorgelegt - und die Behörden haben auch keine eingefordert. Zudem genügen die meisten zugrundeliegenden Studien wohl nicht wissenschaftlichen Kriterien, wie ein aktueller Bericht im Spiegel zeigt.

Glyphosat trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei. Als Totalherbizid vernichtet es ohne Unterschied alle Pflanzen und zerstört damit die Nahrungs- und Lebensgrundlage für viele Insekten und damit auch für Feldvögel. Vor allem die Bayer AG setzt dennoch weiter auf den Wirkstoff, denn als „Roundup“ sorgt es in Verbindung mit gentechnisch veränderten Mais- und Sojasorten vor allem in Nord- und Südamerika für kräftige Profite. Dieses Geschäft hat eine weitere dunkle Seite: Wirkstoffe, die bei uns längst verboten sind, exportieren Bayer und BASF trotzdem in Länder wie Brasilien. Eine neue Untersuchung von Greenpeace hat gezeigt, dass Früchte wie Mangos, Papayas, Melonen, Feigen und Limetten mitsamt der Spritzmittel zurück nach Deutschland importiert und unter anderem bei Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und auf Großmärkten verkauft werden. Oft sind dabei die gesetzlichen Höchstmengen überschritten.

Das Pestizid-Aktionsnetzwerk Europe hatte bereits im letzten Jahr in Proben 74 in der EU verbotene Pestizide gefunden, häufig bei exotischen Früchten, aber auch in Tee, Pfeffer und Koriander. Die belasteten Lebensmittel stammten vor allem aus China, Indien und Thailand. PAN Germany und Inkota e.V. haben dazu die Petition „Giftexporte stoppen. Gegen Doppelstandards im Pestizidhandel“ gestartet. Gerade auch für die Biolandwirtschaft ist das Verbot von Glyphosat wichtig, da sie leider immer wieder durch Abdrift der in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzten Pestizide betroffen ist.

In der Kantine das Klima schützen


Die Initiative BioBitte will den Anteil von Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung deutlich steigern – ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz in der Kantine.

Mehr Klimaschutz in der Gemeinschaftsverpflegung? Das geht! Ganz praktische Hilfe liefert das Projekt MehrWertKonsum der Verbraucherzentrale NRW mit dem neuen Kochbuch „Klimafreundliche Rezepte. Einfach, gut und lecker! Es enthält in Kitas, Schulen und Jugendherbergen erprobte und beliebte Vorschläge von der Gemüse-Couscouspfanne über Grünkernbratlinge mit Pellkartoffeln und Kräuter-Joghurt-Sauce bis hin zur Pasta mit Kürbissoße. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem StErn-Kita Projekt, das der Ernährungsrat Köln initiiert hat. „StErn“ steht für „Steigerung von Regionalität und Nachhaltigkeit“. Die Rezepte sind nach Saison sortiert, damit möglichst viele regional verfügbare Lebensmittel mit kurzen Transportwegen in den Topf kommen. Zudem sind die Gerichte zum Großteil vegetarisch oder vegan, denn Fleisch verursacht bekanntermaßen besonders viele Treibhausgas-Emissionen. Das Buch informiert über klimafreundliche Speisepläne, die Vermeidung von Speiseabfällen und gibt Tipps zur Umsetzung. Weitere hilfreiche Angaben sind der CO2-Gehalt jeder Mahlzeit und speziell für Kitas angepasste Mengenangaben. Einrichtungen, die ebenfalls umstellen möchten, erhalten Unterstützung von der Initiative BioBitte. Sie will den Anteil von Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung auf 20 Prozent und mehr steigern – ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz in der Kantine. Ein weiteres erfolgreiches Projekt ist seit 16 Jahren „Bio kann jeder“ mit Workshops für Kitas, Schulen, Catering-Unternehmen und Verwaltungen. Dabei geht es um Fragen wie: Woher beziehe ich die Lebensmittel? Wie lassen sich Speiseabfälle reduzieren? Wie zieht das ganze Küchenteam mit? Denn eine nachhaltige Verpflegung in Kita und Schule lässt sich nicht auf Knopfdruck umsetzen, sondern ist ein Prozess, der einen langen Atem braucht.