Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 04/2021

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Lauch - vielseitig, aromatisch, gesund


Lecker, gesund, vielseitig einsetzbar: Lauch steht im Mittelmeerraum schon seit 4.000 Jahren auf dem Speiseplan.

Wenn Jugendliche jemanden als "Lauch" bezeichnen, spielen sie damit auf die angebliche Schwäche und Langweiligkeit ihres Gegenübers an. Das hat das tatsächliche Gemüse wahrlich nicht verdient: Lauch steht in der Küche für Würzkraft und vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Darüber hinaus kann er in unseren Breiten das ganze Jahr über geerntet werden und ist somit ein Eckpfeiler der saisonalen und klimafreundlichen Ernährung. Noch bis etwa Mai hat der Winterlauch Saison, der intensiver schmeckt und dunklere Blätter hat. Den milderen und etwas schlankeren Sommerlauch gibt es bis weit in den Herbst hinein.

Lauch – auch Porree genannt – lässt sich unkompliziert verarbeiten und ist somit gut für die Alltagsküche geeignet. Beim Andünsten entfaltet er seine unverwechselbare feinwürzige Süße. Tomaten, Chili und Knoblauch zu den Lauchringen in die Pfanne, Spaghetti dazu – fertig ist das fixe Alltagsgericht. Ebenfalls schnell auf dem Tisch, ein Gratin mit Maultaschen oder Spätzle aus dem Kühlregal: mit in Butter angedünsteten Lauch- und Wirsingstreifen, einer gut gewürzten Schmandsauce und überbacken mit Käse. Knackige Lauchstreifen sind auch typisch für asiatische Wok-Gerichte – kombiniert zum Beispiel mit Tofu, Broccoli, Champignons, rotem Chili, Sojasauce, Ingwer und Sesamöl. Die beliebte Lauchquiche aus Frankreich kommt mit Räuchertofu oder Gorgonzola auch vegan oder vegetarisch auf den Tisch. Porree passt zusammen mit Möhren und Fenchel gut zu Fisch – natürlich auch zu Reis, Kartoffeln oder Bratlingen.

Der Lauch ist eine Kulturform des Ackerlauchs, der wild im Mittelmeerraum vorkommt. Dort wird er schon seit mehr als 4.000 Jahren in der Küche verwendet. Vielen ist er zusammen mit Karotten und Sellerie vor allem als „Suppengrün“ bekannt. Lauch enthält unter anderem Vitamin K, Folsäure sowie Calcium und Eisen, außerdem Senföle, die entzündungshemmend wirken, den Kreislauf anregen und die Verdauung fördern. Damit es beim Essen nicht knirscht, schneidet man Lauchstangen am besten der Länge nach auf, so dass man sie auffächern und unter fließendem Wasser die Erde zwischen den Schichten entfernen kann.

Die ungeschminkte Wahrheit: Mikroplastik in Make-up


Ergebnisse des Greenpeasce-Reports: Dreiviertel der untersuchten beliebten Kosmetika enthalten Kunststoff.

Greenpeace hat mehr als 650 Produkte von elf beliebten Make-up-Marken auf mehr als 500 Plastikarten geprüft. Das erschreckende Ergebnis des Reports „Zum Abschminken – Plastik in Kosmetik“: Drei Viertel der untersuchten Make-ups, Puder, Highlighter, Augen-Make-up wie Wimperntusche und Lidschatten, Lippenstifte und Lipglosse enthalten Kunststoffe. Besonders bedenklich: Produkte wie Mascara und Gloss, die auf sensible Körperteile wie Augen und Lippen aufgetragen werden, enthielten die höchsten Konzentrationen. Das Plastik kann leicht eingeatmet oder verschluckt werden – das ist beunruhigend, da es immer mehr Hinweise gibt, dass Kunststoffe in Form von Mikro- und noch kleineren Nanopartikeln sogar Barrieren wie die Blut-Hirnschranke und die menschliche Plazenta überwinden können.

Greenpeace bemängelt, dass viele Hersteller Produkte dreist als „mikroplastikfrei“ bewerben, obwohl sie es gar nicht sind. Denn sie basteln sich ihre Definition von „Mikroplastik“ einfach selbst und schließen dabei flüssige, wachs- oder gelartige Kunststoffe aus. Dabei können auch diese über den Abfluss in Flüssen und Meeren landen und werden in der Umwelt meist schwer oder gar nicht abgebaut. Am Ende nimmt der Mensch über Luft, Wasser und den Nahrungskreislauf diese Kunststoffe sogar direkt auf. Im sogenannten “Kosmetik-Dialog” von 2013 bis 2019 hatte sich die Kosmetikbranche mit der Bundesregierung eigentlich darauf geeinigt, Mikroplastik nicht länger zu verwenden. Seitdem sind zwar einige feste Partikel verschwunden, aber nicht die zahlreichen flüssigen, halbfesten und löslichen Formen. Greenpeace fordert ein Verbot von Plastik jeder Konsistenz in Kosmetik - auf deutscher und auf EU-Ebene. In Brüssel wird derzeit aber lediglich ein Verbot von festem Mikroplastik in Kosmetik verhandelt.

Maybelline, Deborah, Sephora, Wycon und Lancôme haben laut Greenpeace am meisten Produkte mit Plastik im Sortiment. Der Anteil liegt zwischen 77 und 85 Prozent. Aber auch Catrice, Essence, L’Oreal, Kiko, Lush und Nyx verwenden viele Kunststoffe. Sie sollen zum Beispiel einen schimmernden oder mattierenden Effekt erzielen oder Fältchen auffüllen. Der BUND-Einkaufsratgeber "Mikroplastik und andere Kunststoffe in Kosmetika" listet Hunderte Produkte mit Kunststoff auf, darunter fast alle bekannten Marken konventioneller Kosmetik. Auch die Apps „Code Check“ und „ToxFox“ helfen, Mikroplastik aufzuspüren. Noch weniger Aufwand und mehr Sicherheit verspricht der Weg ins Naturkosmetik- oder Bio-Fachgeschäft: Produkte mit Naturkosmetik-Zertifikaten wie BDIH, Cosmos, demeter, Ecocert oder Natrue sind grundsätzlich frei von Kunststoffen auf Erdölbasis wie Silikonen, PEGs und Mikroplastik.

Warum Omega-3-Fettsäuren so wichtig sind


Die wichtigste Omega-3-Fettsäure ist die Alpha-Linolensäure: Sie steckt vorallem in Leinöl, Rapsöl, Hanföl, Leindotteröl, Sojaöl und Walnussöl

Fette hatten lange Zeit zu Unrecht einen schlechten Ruf. Dabei sind sie unverzichtbar für den Stoffwechsel. Ohne sie könnten wir zum Beispiel die Vitamine A, D, E und K gar nicht verwerten. Lebenswichtig sind auch essenzielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Das sind vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Insbesondere letztere sind unverzichtbare Bausteine für die Zellmembranen und für die Produktion verschiedener Gewebshormone. Wahrscheinlich spielen sie zusätzlich eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Von den Omega-3-Fettsäuren essen wir leicht zu wenig. Die wichtigste ist die Alpha-Linolensäure und sie steckt insbesondere in Leinöl, Rapsöl, Hanföl, Leindotteröl, Walnussöl und Sojaöl sowie in Nüssen. Eine Handvoll pro Tag, zum Apfel geknabbert oder als Topping auf dem Salat, ist somit eine gute Sache. Bei den Omega-6-Fettsäuren haben wir in Deutschland keinen Mangel.

 

Im Schnitt nehmen wir sogar 15 Mal mehr davon auf als von den Omega-3-Fettsäuren, vor allem, wenn viel Fleisch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Die DGE empfiehlt aber ein Verhältnis von höchstens 5:1. Diese Balance ist wichtig, weil beide Fettsäuren um die gleichen Enzyme im Körper konkurrieren. Ein täglicher Boost für das Omega-3-Konto sind kleine Zugaben von Walnuss-, Raps- oder Leinöl zu Salatdressings, Müslis, Smoothies oder als „Topping“ kurz vor dem Servieren warmer Speisen. Ein Klassiker ist Leinöl zu Pellkartoffeln mit Quark. Erhitzt werden sollte diese Öle niemals – sie beginnen schnell zu rauchen, die wertvollen Inhaltsstoffe werden zerstört und es bilden sich schädliche Stoffe.

Der Nutri-Score, der auf immer mehr Produkten im Supermarkt und in den Discountern zu finden ist, wertet nur Oliven-, Raps- und Walnussöl positiv, weitere hochwertige Öle wie Lein- und Sojaöl jedoch nicht. Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne, Sesam, Hanf- und Leinsaat verschlechtern wegen ihres Fettgehalts die Bewertung sogar. Die Biobranche fordert daher, den Algorithmus anzupassen. Dabei sollte grundsätzlich auch der Anteil der ungesättigten Fettsäuren berücksichtigt werden. Bisher gehen nur der Gesamtfettgehalt und der Anteil der weniger erwünschten gesättigten Fettsäuren in die Nutri-Score-Wertung ein.

Alle lieben Pasta: Bolognese vegetarisch-lecker


Heiß geliebt bei Groß und Klein, die Bolognese. Wie es vegetarisch geht, verraten wir hier.

Corona bringt uns öfter in die Küche: In fast jeder dritten Familie wird häufiger gekocht als vor der Pandemie. Eltern, die im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig bei Kindern das Homeschooling begleiten müssen, haben allerdings kaum Zeit für komplizierte Rezepte. Gut, dass viele beliebte Gerichte wie Kartoffeln, Spinat und Ei oder eine Gemüse-Gnocchi-Pfanne nicht viel Zeit kosten. Viele Lieblingsessen lassen sich mit ein paar Tricks sogar gesund und klimafreundlich abwandeln – zum Beispiel die heiß geliebten Spaghetti Bolognese.

Gemüse und Hülsenfrüchte haben im Vergleich zu Hackfleisch einen winzigen CO2-Fußabdruck und enthalten kaum Fett, dafür jede Menge Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Diese Zutaten sind zudem oft regional und günstig erhältlich. Vorhang also auf für die „Veggie Bolo“, Idee Nummer 1, den Klassiker: Rote Linsen oder Berglinsen vorkochen und statt Hack mit anbraten. So kommt viel pflanzliches Eiweiß an die Sauce! Idee Nummer 2: Nicht alle Kinder lassen sich von Linsen begeistern. Versuchen Sie es mit mehr geraspelten Möhren plus grob gehackten Sonnenblumen- oder Cashewkernen. Auch andere Gemüse oder eine Mischung davon sind möglich: Süßkartoffeln, Pilze, Pastinaken, Kohlrabi… Idee Nummer 3: Blumenkohl sorgt für eine nahezu perfekte Bolognese-Konsistenz. Die Röschen mit Hilfe eines Pürierstabs oder Mixers zerkleinern und das „Blumenkohl-Hack“ anbraten, so dass sich ordentlich Röstaromen entwickeln. Nummer 4: Eingeweichte Sojaschnetzel sorgen für eine vertraute Konsistenz und bringen kaum Eigengeschmack mit - Fleischfans lassen sich damit erfahrungsgemäß am leichtesten überzeugen, Proteine sind auch reichlich enthalten.

Für alle Variationen kommen fein gewürfelte Zwiebeln und Karotten mit Olivenöl in die Pfanne, dazu nach Geschmack Knoblauch und fein gehackter Sellerie. Das Tomatenmark sollte unter ständigem Rühren leicht karamellisieren. Mit Gemüsebrühe und Tomaten sowie Salz, Pfeffer und italienischen Kräutern wie Rosmarin, Lorbeerblatt, Oregano, Salbei und Thymian köchelt die Bolognese dann ihrem aromatischen Abschluss entgegen. Wenn die Tomaten noch wenig Süße haben, darf mit etwas Agavendicksaft oder Ketchup nachgeholfen werden. Sahne oder Hafercuisine machen die Bolognese milder.

Kleine Wesen, große Wirkung: Nützlinge im Ökolandbau


Bio-Dienst: Marienkäfer vertilgen bis zu 150 Blattläuse am Tag.

Was wir gerne essen, ob Tomaten, Spinat oder süße Kirschen, das lieben auch viele andere große und kleine Tiere. Biolandwirt*innen brauchen viel Wissen und Erfahrung, um einem Befall mit gefräßigen Läusen, Schnecken oder Spinnmilben vorzubeugen. Die Wahl robuster Sorten, die richtige Bodenbearbeitung und vielfältige Fruchtfolgen stehen an erster Stelle, damit die Pflanzen gesund und widerstandsfähig sind. Genauso wichtig ist ein Gleichgewicht im Ökosystem. Die konventionelle Landwirtschaft nimmt darauf kaum Rücksicht und treibt mit Monokulturen und Pestizideinsatz das Artensterben an. Betroffen sind davon auch Nützlinge wie Marienkäfer, Raubmilben, Florfliegen, Amseln, Spitzmäuse und Fledermäuse, die Schädlinge in Schach halten können.

Im Biolandbau gibt es rund 90 Prozent mehr Bestäuber und 38 Prozent mehr räuberische Nützlinge wie Käfer und Spinnen als in der konventionellen Landwirtschaft. Denn schon die ökologische Bewirtschaftung an sich sorgt für eine deutlich höhere Vielfalt. Biolandwirt*innen locken Nützlinge aber auch gezielt an, indem sie beispielsweise Hecken aus heimischen Wildgehölzen und blütenreiche Ackerrandstreifen anlegen. Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und Singvögel sowie Sitzwarten für Greifvögel garantieren weitere tatkräftige Unterstützung aus dem Tierreich. Blühstreifen in Bio-Obstanlagen können die natürlichen Gegner der Schädlinge so stark fördern, dass die Mehlige Apfelblattlaus unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle gehalten wird.

Der bekannteste Nützling ist vermutlich der Marienkäfer. Ein einzelner Siebenpunkt-Marienkäfer vertilgt sowohl als Larve als auch später als Käfer bis zu 150 Blattläuse am Tag. Viele Nützlinge ernähren sich als ausgewachsene Insekten von Nektar und Pollen, während ihre Larven räuberisch sind, zum Beispiel Gallmücken, Flor- und Schwebfliegen. Bestimmte Nützlinge werden deshalb manchmal extra in Kulturen wie Gurken und Tomaten ausgesetzt, zum Beispiel Schlupfwespen gegen Läuse und Weiße Fliegen oder Raubmilben zur Bekämpfung von Spinnmilben im Weinberg. Im Gewächshaus funktioniert das Aussetzen von Nützlingen besonders gut.

Film ab: Nützlinge im Ackerbau fördern.