Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 03/2021

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Insektenschutzpaket: Hilft es Biene & Schmetterling?


Die Maßnahmen reichen nicht, Insekten vor dem Aussterben zu bewahren //Foto von Josef Pichler, Pixabay

Nach zähem Ringen zwischen den Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft hat sich das Bundeskabinett im Februar auf ein Paket zum Insektenschutz verständigt. Auf der Habenseite für den Schutz von Biene & Co: In bestimmten Schutzgebieten wird der Einsatz von Pestiziden reduziert, und einige Gewässerrandstreifen werden endlich pestizidfrei. Glyphosat darf ab 2024 nicht mehr gespritzt werden - falls wirklich die EU-Zulassung dafür ausläuft. Bis dahin gelten zumindest Einschränkungen, etwa rund um Häuser, in Kleingärten und in Parks, aber auch in Wasserschutzgebieten. Außerdem werden artenreiches Grünland und Streuobstwiesen als „geschützte Biotope“ gemäß Bundesnaturschutzgesetz erklärt.

Auf der Minus-Seite: Die ebenfalls umstrittenen Neonicotinoide, per Notfallzulassung in Deutschland wieder eingeführt, werden nicht verboten. Betroffen von den Pestizid-Beschränkungen sind zudem nur etwa fünf Prozent der landwirtschaftlichen Flächen, oft Wiesen und Weiden. Ausnahmen gibt es überdies für den Gemüse- und Obstbau, für die Saatgutvermehrung, für Hopfen- und Weinanbau in Schutzgebieten. Zudem dürfen die lokalen Behörden Ausnahmen bei allen Kulturen genehmigen. Oder andersherum ausgedrückt: Auf mindestens rund 95 Prozent der Fläche darf künftig gespritzt werden wie bisher.

Das Maßnahmenbündel wird der Dimension des Artensterbens auf den Feldern daher nicht gerecht. Nährstoffeinträge durch Gülle aus der Massentierproduktion, die ebenfalls die Artenvielfalt dezimieren, sind zum Beispiel nicht Teil des Pakets. Zahlreiche Ausnahmeregelungen und kleinteilige Definitionen, etwa von Streuobstwiesen, verwässern das Schutzziel. Da das Insektenschutzpaket aus zwei Teilen, der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sowie einer Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes besteht, müssen der Bundesrat und zum Teil auch der Bundestag zustimmen – weitere Abschwächungen nicht ausgeschlossen. Konventionelle Landwirte beklagen weiterhin lautstark, dass sie aufgrund der neuen Regeln Anbauflächen in ökologisch wertvollen Gebieten „verlieren“. Das ist sachlich falsch, denn zum einen können zum Beispiel Kühe weiterhin weiden, zum anderen dürfen auch weiterhin Getreide, Kartoffeln oder Raps angebaut werden – nur eben ohne Pestizide. Dass das funktioniert, beweisen Biobetriebe jeden Tag.

Pack den Frühling in die Schüssel


Nahrhaft und lecker! Versuchen Sie es mal mit einer Frühlings-Bowl. Welche Zutaten da den Appetit anregen, verrät Ihnen der Text.

Endlich das erste Frühlingsgrün! Spinat, Bärlauch, Löwenzahn, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Oregano und andere Gartenkräuter wagen sich hervor, und bald auch der erste grüne Spargel. Zeit für frühlingsfrische Kombinationen in der Schüssel – Frühlings-Bowls nach eigenen Vorlieben und gegen die Frühjahrsmüdigkeit.

Am besten ignorieren Sie die vielen komplizierten Rezepte und richten in einer schönen Schüssel an, was gerade im Vorrat ist und Ihnen persönlich gut schmeckt. Als kohlenhydratreiche Basis eignen sich zum Beispiel Hirse, Süßkartoffeln oder Vollkornreis. Wer Zeit und Lust hat, brät dazu Champignons oder grünen Spargel und Frühlingszwiebeln an. Ein paar Nüsse oder ein hochwertiges Pflanzenöl bringen gesunde Fettsäuren in die Bowl, Tofu, Ei, schwarze Bohnen oder Linsen sorgen für hochwertiges Eiweiß. Super, wenn sich im Kühlschrank etwas Kräuterquark, Pesto oder Hummus als Dip findet – ansonsten passt auch ein schnelles Dressing mit Tahin, Olivenöl und Apfelessig oder asiatisch mit Sojasauce, Limettensaft, Chili und Sesamöl. Sie merken schon, erlaubt ist, was gefällt! Zum Schluss natürlich das Frühlings-Topping nicht vergessen: Was immer auf der Fensterbank oder im Garten spießt oder frisch und unwiderstehlich in der Bio-Gemüseabteilung liegt: Sprossen, Kresse oder Babyspinat, dünne Möhrenstreifen, Radieschen, Schnittlauch oder auch die ersten Eichblatt- oder Batavia-Salatblätter machen die Frühlings-Bowl perfekt.

Zeit spart, wer bei anderen Gerichten einfach etwas mehr Reis, Pasta, Hülsenfrüchte oder Ofengemüse zubereitet, so dass diese Zutaten am nächsten oder übernächsten Tag direkt in die Bowl wandern können. Und wenn die Frühlingssonne besonders kräftig strahlt. Einfach die Zutaten in einer verschließbaren Schüssel anrichten und raus ins Grüne!

Tomaten und Chili: Früh gesät – frühe Ernte


Wer jetzt zuhause mit der Anzucht beginnt, kann Tomate & Co. früher ernten.

Wer im Sommer früh eigene Bio-Tomaten ernten möchte, beginnt am besten jetzt mit der Aussaat und gibt den licht- und wärmeliebenden Pflanzen einen Startvorteil. Unverzichtbar dafür sind nährstoffarme und torffreie Bio-Anzuchterde und ein sehr heller Platz auf der Sonnenseite der Wohnung, gern über der Heizung, denn Tomaten brauchen viel Licht und Wärme. Dasselbe gilt für Chili, Zucchini und Zuckerschoten. Auch insektenfreundliche Sommerblumen wie Löwenmäulchen, Kapuzinerkresse, Eisenkraut, Glockenwinde und Schwarzäugige Susanne kann man in der Wohnung vorziehen.

 

Mitte Mai, nach den Eisheiligen, haben die jungen Pflanzen dann die richtige Größe, um auf dem Balkon oder im Garten an einem sonnigen und windgeschützten Plätzchen richtig loszulegen. Ideal für die Anzucht im Haus ist ein Mini-Gewächshaus. Alternativ kann man Frischhaltefolie als Abdeckung für die Anzuchttöpfchen benutzen. Täglich kurz „lüften“, damit kein Schimmel entsteht – und die Abdeckung entfernen, sobald die Keimblätter da sind. Damit die jungen Pflanzen kräftig weiterwachsen, müssen sie rechtzeitig vorsichtig pikiert, also vereinzelt werden. Die Pflänzchen brauchen es nun auch etwas kühler, aber immer noch möglichst hell.

Auch andere Gemüse wie Blumenkohl, Fenchel, Kohlrabi, Brokkoli, Wirsing und Salat können im Haus vorgezogen werden – oder sie kommen ab Mitte Mai bis Anfang Juni direkt ins Freiland, wenn sich der Boden erwärmt hat. Einige Pflanzen können bei milder Wetterlage aber schon jetzt draußen gesät werden, zum Beispiel Goldmohn und Ringelblumen und im Gemüsebeet Mairüben, Spinat, Rettich, Karotten, Pastinaken, Rote Bete, Pflücksalate und Schnittlauch. Samenfeste Bio-Saatgutmischungen von der Bingenheimer Saatgut AG wie die „Bunte Salatplatte“ und „Bunte Möhren Mischung“ bringen Farbe und Geschmacksvielfalt ins Beet und auf den Teller.

Mohn, Lein und Raps – Bio-Pflanzenöl aus der Region


Wertvolles Bio-Pflanzenöl aus der Region gibt es Naturkostladen. Neben Raps, wie hier auf dem Bild, kommen zunehmend auch Mohn, Lein, Walnuss und Hanf aus der Region.

Ab Mai leuchten die Rapsfelder, im Hochsommer Sonnenblumen und blauer Lein. Farbe für die Landschaft, für Herz und Seele! Bio-Ölmühlen engagieren sich dafür, dass es immer mehr bunte Ölpflanzen-Felder gibt, die ökologisch und insektenfreundlich ohne Pestizide bewirtschaftet werden. Für die gesunde Ernährung ist das ebenfalls ein Gewinn: Kaltgepresste Pflanzenöle enthalten zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und vor allem ungesättigte Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega 3 und Omega 6 sind unter anderem bei Raps-, Walnuss- und Leinöl in einem besonders günstigen Verhältnis enthalten. Bei der Kaltpressung bleiben Geruch, Farbe und Aroma typisch für die jeweilige Sorte – raffinierte konventionelle Öle sind dagegen farblos und geschmacksneutral. Native Öle sind nicht zum scharfen Anbraten geeignet. Am besten zu Salat oder im Müsli genießen, oder vor dem Servieren über warme Gerichte träufeln! Leinöl passt klassisch zu Pellkartoffeln mit Quark, Mohnöl auch mal zu Obstsalat und Desserts, und mit Rapsöl kann man Gemüse oder Fisch sanft andünsten.

Das wenig bekannte goldgelbe Leindotteröl kommt zum Beispiel von „Bio Planète“ in den Bio-Fachhandel. Mit der Produktreihe „Aus meiner Heimat“ möchte die Ölmühle Moog Öl-Spezialitäten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bekannter machen. Auch Rapsöl, Sonnenblumenöl, Leinöl und sogar Senf-, Mohn- und Hanföl sind im Programm. Auf jeder Flasche ist die genaue Herkunft erkennbar – mit Bild der Landwirte und Landwirtinnen. Mehr als 20 Bio-Betriebe kooperieren mit der Ölmühle – und es werden mehr. Der ökologische Anbau und die Ernte sind manchmal kniffelig, so dass es auf Experimentierfreude, Wissen und Erfahrung ankommt. Manche Biobetriebe wagen sich sogar an alte Ölpflanzen wie Nachtkerze, Schwarzkümmel oder Mariendistel. Schauen Sie mal in Ihrem Bioladen nach, vielleicht finden Sie ja Spezialitäten aus Ihrer Region!

Raus ins Grüne - Bio im Wanderrucksack!


Wandern gehört zu den schönsten Freizeitbeschäftigungen, nicht nur in Pandemiezeiten. Aber bitte an energieliefernde Wandersnacks denken!

Im Wald blühen die Buschwindröschen und Leberblümchen, die Vögel haben die winterliche Singpause beendet, und die Tage werden länger. Wandern ist da für viele eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen, nicht nur in Pandemiezeiten. Leckere Wandersnacks dürfen nicht fehlen – schon gar nicht, wenn Kinder mit unterwegs sind!

Ein paar knackige Nüsse und getrocknete Früchte bringen schnell neue Energie, und für die Pause beliebt sind kräftige Vollkorn-Sandwiches mit Käse oder vegetarischen Bio-Aufstrichen. Ein paar Radieschenscheiben, Kresse oder Salatblätter machen die „Klappstullen“ saftiger und gesünder. In der Frühlingssonne gut haltbar und immer beliebt: geraspelte Möhren und Äpfel mit etwas Rapsöl, Zitronensaft und paar Sonnenblumenkernen. Etwas gehaltvoller ist ein Couscous-Salat mit Rotkohl, Orange, Walnüssen und Feta. Auch Bratlinge, herzhafte Muffins, Mini-Quiches, Wraps und gefüllte Blätterteigtaschen gehen immer. Wer keine Zeit zum Vorbereiten hat, packt ein paar Leckereien von der Bio-Brottheke in den Rucksack, zum Beispiel Feta-Taschen, Mini-Pizzas oder Knusperstangen mit Gemüsefüllung. Auch in der Kühltheke gibt es Wandertaugliches, zum Beispiel Salat, Hummus und Frischcremes. Obst, ein paar Kohlrabi-Schnitze, Radieschen oder Möhrensticks liefern Vitamine und Mineralstoffe.

Müll vermeiden auch beim Wandern nicht vergessen! Getränke wie Wasser, Früchtetee oder Schorle kommen in eine gute Wasser- oder Thermosflasche, Sandwiches, Salat und andere Leckereien in sicher schließende Dosen. Geschirrtücher leisten gute Dienste als Tischdecke und bei Bedarf als Servietten. Taschenmesser und Gabeln nicht vergessen und los geht‘s!