Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 02/2021

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Gesund essen mit kleinem Klima-Fußabdruck


Sind gesund, geben Power und haben eine positive Umweltbilanz: Hülsenfrüchte und Nüsse

Gesund und mit Genuss essen, dabei das Klima schützen: Ein fabelhafter Vorsatz fürs neue Jahr! Da passt es gut, dass gesunde Nahrungsmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse einen deutlich kleineren Klima-Fußabdruck haben als tierische Produkte. Ziel Nummer 1 heißt also: Mehr Linsen, Erbsen, Lupinen und Bohnen! Denn sie bringen viel Protein auf den Teller, dazu B-Vitamine und Folsäure, und zudem wirkt der Anbau wie eine Düngung fürs Feld. Denn Hülsenfrüchte beherrschen den Trick, Stickstoff aus der Luft zu binden. Auch Tempeh, Tofu, Falafel und viele Bio-Fleischalternativen und Aufstriche bestehen aus Hülsenfrüchten.

Ziel Nummer 2: Gemüse, Gemüse, Gemüse! In allen Farben des Regenbogens, gern mal roh im Salat, und am besten immer aus der Region und saisonal. Das bringt alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine, Ballaststoffe – aber kaum Belastung fürs Klima. Natürlich darf und sollte es auch etwas mehr sein: Nüsse, Sprossen, Obst, Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren und Vollkornprodukte machen den klimafreundlichen Speiseplan rund, der gleichzeitig mit einer guten Mischung an Mineralstoffen, Antioxidantien und Vitaminen die beste Vorsorge ist gegen ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes und Herzinfarkt.

Wichtig für die nachhaltige Bilanz ist auch Ziel Nummer 3: Wertschätzen statt Wegschmeißen. Mehr als zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll pro Jahr, das ist einfach viel zu viel. Schließlich braucht es für die Herstellung viel Energie und viele Ressourcen, darunter Ackerboden, Wasser, Dünger und die Energie für Ernte, Verarbeitung und Transport.

Und ganz klar, Ziel Nummer 4: Am besten Bio. Denn Bio-Lebensmittel schlagen konventionelle in Sachen Nachhaltigkeit um Längen, zum Beispiel bei der Artenvielfalt, beim Tierschutz, beim Humusaufbau, durch den Verzicht auf Gentechnik, Zusatzstoffe, synthetische Dünger und Pestizide. Naturkosmetik ersetzt Produkte mit hormonähnlichen Stoffen und Erdöl – und auch beim Frühjahrsputz braucht es keinen Chemiecocktail im Putzeimer. Im Bio-Fachhandel gibt es umweltfreundliche Alternativen.

Bunt & gesund: Die Welt feiert Obst und Gemüse!


Mehr Wertschätzung für Obst und Gemüse ist eines der Ziele des UN-Jahres

Die Vereinten Nationen haben 2021 zum Internationalen Jahr für Obst und Gemüse erklärt. Rund um den Globus soll die wichtige Rolle von Aprikose, Broccoli und Co. deutlich werden. Auch fast vergessene Früchte sollen im Mittelpunkt stehen, zum Beispiel die tropische Brotfrucht, die Kaktusfeige oder die artischockenähnliche Cardy vom Mittelmeer. Denn oft sind diese Sorten besonders gut angepasst an ihre Region und können zu einer bunten und gesunden Ernährung beitragen – gerade auch in Ländern mit Mangelernährung. Denn insbesondere bei Kleinkindern senkt eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen die Chancen im Leben deutlich. Wer regelmäßig Obst und Gemüse genießt, tut außerdem der Erde etwas Gutes, denn die Umweltbilanz ist günstig - wenn nichts im Abfall landet. Daher zählt auch mehr Wertschätzung für Obst und Gemüse zu den Zielen des UN-Jahres.

Damit schon Kinder und Jugendliche auf den Geschmack kommen, fördern viele Bundesländer Schulobst-Programme - mit finanzieller Unterstützung der EU. Lieferanten sind häufig auch Bio-Großhändler und Bio-Lieferdienste. In Deutschland besonders beliebt sind übrigens Äpfel und Tomaten, gefolgt von Bananen und Tafeltrauben, Möhren und Paprika. Da ist noch viel Spielraum für die Aufholjagd von Rotkohl, Pastinaken, Fenchel und Wirsing! Gerade Kohlsorten sind besonders reich an gesunden Inhaltsstoffen, sogar im Winter verfügbar und stammen oft aus der Region.

Obst und Gemüse spielen die größte Rolle in der vollwertigen Ernährung und bilden die Basis der Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die Vielfalt und das Zusammenspiel von Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen sorgen für positive gesundheitliche Wirkungen. Das wenig bekannte Vitamin K steckt zum Beispiel in grünem Gemüse, Kohl und Hülsenfrüchten und ist wichtig für die Knochenfestigkeit und den Schutz vor Osteoporose. Mindestens 400 Gramm Gemüse pro Tag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft, dazu 250 Gramm Obst. Stimmt Ihre persönliche Obst- und Gemüse-Bilanz noch nicht ganz? Vielleicht inspiriert der Blick in einen Saisonkalender – oder einfach in die Obst- und Gemüsetheke Ihres Bioladens!

Globaler Klimastreik am 19. März: Schluss mit heißer Luft!


Etwa ein Fünftel der Klimabelastung pro Kopf wird durch Lebensmittel verursacht. Auch eine klimafreundliche Lebensmittelwahl ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Versagen im Kampf gegen den Klimawandel, extreme Wetterlagen und menschengemachte Umweltschäden: Das sind laut Weltwirtschaftsforum die größten Gefahren für die Erde, noch vor Corona und möglichen weiteren Pandemien – nachzulesen im „Weltrisikobericht“, der im Januar veröffentlicht wurde. Unausgegorene Maßnahmen bedrohten den Kampf gegen den Klimawandel. „Es gibt keinen Impfstoff gegen Klimarisiken“, sagte der Risiko-Chef des Versicherungskonzerns Zurich in Davos.

Mit dem siebten weltweiten Klimastreik am 19. März 2021 geht daher unter dem Hashtag #NoMoreEmptyPromises eine klare Message Richtung Politik: Es reicht mit schönen Worten und heißer Luft. Um die im Pariser Abkommen vereinbarte 1,5-Grad-Grenze noch einzuhalten, seien schnelle Maßnahmen gefragt, die die Emissionen massiv senken. Immer neue Versprechen, die bei erster Gelegenheit wieder über Bord geworfen werden, brauche dagegen niemand, heißt es bei Fridays for Future (FFF). Die drei zentralen Forderungen lauten: Nettonull bei den Treibhausgasen bis 2035, Kohleausstieg bis 2030 und 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035. Außerdem: das Ende der Subventionen für fossile Energieträger und eine Treibhausgas-Steuer auf alle klimaschädlichen Emissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen müsse schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch entstehen. Laut UBA sind das 180 Euro pro Tonne Kohlendioxid.

 

2020 war das bisher wärmste Jahr der Geschichte. Trotzdem werden mit Steuergeldern noch immer fossile Infrastrukturen gefördert und die konventionelle Landwirtschaft in der EU kann weiter mit Milliardensubventionen für Massentierhaltung und Monokulturen rechnen. Gerade im Superwahljahr 2021 müsse die Bewältigung der ökologischen Krisen für alle Parteien an oberster Stelle stehen, fordert FFF. In welcher Form der globale Klimastreik stattfinden kann, ist noch unklar. Fridays for Future arbeitet aber an coronakonformen Ideen. Aktuelle Infos gibt es auf der FFF-Website.

Ein bisschen mehr Mehrweg


Vorreiter bei Mehrweg: Im Biohandel gibt's nicht nur Milch, Joghurt und Getränke im Pfandglas, sondern vermehrt auch Nüsse, Cerealien, Grünkern oder Linsen Foto (c) Fairfood Freiburg

2022 wird aller Voraussicht nach endlich ein Pflichtpfand auf alle Einweg-Flaschen aus Kunststoff sowie sämtliche Getränkedosen fällig. Damit entfallen verschiedene Ausnahmeregelungen, zum Beispiel für Energydrinks, Frucht- und Gemüsesaft und alkoholische Mischgetränke. Für Milch und Milchgetränke in Einwegplastikflaschen soll eine Übergangsfrist bis 2024 gelten. Mit der Änderung des Verpackungsgesetzes setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2019 in nationales Recht um. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Der BUND fordert die Politik auf, sich grundsätzlich von Einweg-Verpackungen zu verabschieden und einheitliche, firmenübergreifende Mehrwegsysteme mit Pfand verbindlich zu etablieren. Mehrweg solle so schnell wie möglich der günstigere und übliche Standard werden. Im Bio-Fachhandel gibt es bereits viele Lebensmittel wie Linsen, Grünkern, Haselnüsse und Kokosblütenzucker in einheitlichen Pfandgläsern, denselben Gläsern übrigens, in denen seit Jahrzehnten Joghurt erhältlich ist. Auch viele Bio-Säfte werden in Mehrwegflaschen abgefüllt, seit es Bio gibt, und die Mehrwegquote bei Milch ist im Bio-Fachhandel deutlich höher als in Supermärkten und Discountern.

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, dass es weiter keine Pfandpflicht für Getränkekartons geben wird, obwohl zu wenige davon recycelt werden. Die Einweg-Pfandpflicht reiche zudem nicht, um eine echte Trendumkehr zu bewirken. Die gesetzlich festgelegte Mehrwegquote von 70 Prozent für Getränke wird in Deutschland seit Jahren massiv unterschritten und hat mit 42 Prozent einen neuen Tiefststand erreicht. Zusätzlich zum Pfand möchte die DUH daher eine Lenkungsabgabe von mindestens 20 Cent pro Einweg-Plastikflasche und Getränkedose einführen.

Ökobilanziell betrachtet ist beim Einkauf eine Kombination aus Mehrweg und regional die beste Wahl.

Trockenfrüchte – vitalstoffreich und fruchtig-süß


Kleine Kraftpakete: Trockenfrüchte sind mineral- und ballaststoffreich und liefern reichlich Energie

Feigen, Datteln, Aprikosen, Sultaninen, Apfel- und Ananasringe – in Trockenobst steckt konzentriert das Gute aus frischen Früchten, vor allem Mineral- und Ballaststoffe und reichlich Energie. Trockenfrüchte liefern keine “leeren Kalorien” wie viele Süßigkeiten, sondern hochwertige Vitalstoffe. Deshalb sind getrocknete Früchte beliebt beim Wandern, beim Sport oder mit ein paar Nüssen als kleiner Snack. In vielen Regionen wird mit Trockenfrüchten aber auch gern herzhaft gekocht, vor allem in arabischen Ländern, in Indien und in Pakistan, zum Beispiel Lamm- oder Hähnchen-Curry mit Aprikosen.

Für alle, die lieber vegan oder vegetarisch essen, gibt es Rezepte wie Ayurvedischen Gemüse-Reis mit Datteln und Cashewkernen, gewürzt mit Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt, Senf- und Fenchelsamen. Sehr lecker ist Bratreis mit Minz-Joghurt-Sauce mit Möhren, Kichererbsen, Zimt und Feigen. Wie zu vielen arabischen Rezepten passt dazu sehr gut die Gewürzmischung Ras el Hanout, die unter anderem Sonnentor und Lebensbaum im Sortiment haben. Von Herbaria gibt es die marokkanische Mischung Tajine Marrakesch, in der Korinthen sogar gleich enthalten sind.

Trocknen zählt zu den ältesten Konservierungsmethoden der Menschheit. Eine reichliche, aber schnell verderbliche Ernte wurde so zum Vorrat für den langen Winter. Den reifen Früchten wird bis auf einen Rest die Feuchtigkeit entzogen, in der Sonne oder heute in Trocknungsanlagen, sodass sich Mikroorganismen wie Schimmelpilze und Bakterien schlecht vermehren können. Bio-Trockenobst kommt ohne Schwefel, Methylbromid oder Sorbinsäure in die Tüte. Die aromatischen Früchte, darunter auch Besonderheiten wie Pfirsich, Mango, Papaya und Kiwi, stammen oft aus fairen Bio-Anbauprojekten, Gojibeeren inzwischen sogar manchmal aus deutschem Bio-Anbau.

Das Öko-Barometer steigt :-)

37 Prozent der Verbraucher*innen kaufen inzwischen regelmäßig oder ausschließlich Bio! Weitere 41 Prozent greifen „gelegentlich“ zu ökologisch erzeugten Produkten. Das ergaben die repräsentativen Umfragen für das neue Ökobarometer 2020, das regelmäßig vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlicht wird. Damit hat sich die Zahl der Menschen in Deutschland, die häufig Bio-Produkte einkaufen, von 2005 bis 2020 verdoppelt. Und es wird noch besser: 43 Prozent können sich vorstellen, in diesem Jahr noch häufiger Bio-Produkte zu kaufen.

Die wichtigsten Gründe für den Bio-Einkauf haben sich über die Jahre kaum verändert: An erster Stelle stehen die artgerechte Tierhaltung, Umwelt- und Klimaschutz, gefolgt vom Wunsch nach möglichst naturbelassenen Lebensmitteln und Produkten aus der Region. Am beliebtesten im Bio-Sortiment sind Eier, Obst und Gemüse, Milchprodukte, Fleisch- und Wurstwaren.

Das Öko-Barometer zeigt auch, dass die Corona-Pandemie unser Einkaufs- und Essverhalten beeinflusst. So kochen fast 20 Prozent der Befragten häufiger oder viel häufiger selbst als vorher. Viele haben sich dabei neu oder häufiger für Bio entschieden – und wollen das nach dem Ende der Pandemie auch so beibehalten.