Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 11/2020

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Herbstliche Vollkornpasta mit Gemüse der Saison


Pasta aus dem vollen Korn: Soulfood für die kalte Jahreszeit.

Spaghetti all’Amatriciana, Lasagne al Forno und Pasta alla Nonna - Pastagerichte sind Soulfood pur. In der kalten Jahreszeit werden sie mit Herbst- und Wintergemüse wie Kürbis, Möhren, Wirsing oder Spitzkohl besonders aromatisch. Kernige Vollkornpasta passt besonders gut, zum Beispiel in einer Wirsing-Lasagne mit Möhren, Zwiebeln, einer saftigen Tomaten-Frischkäse-Sauce und Parmesan. Thymian, Oregano oder Salbei, aber auch Knoblauch und Chili geben der Lasagne eine besonders pikante Note. Vollkorn-Nudelplatten gibt es zum Beispiel von Byodo, traditionell gewalzt und zu 100 Prozent aus dem ganzen Korn des Bio-Hartweizens.

Schnell gemacht sind Vollkorn-Spaghetti mit Tofu-Bolognese oder Vollkorn-Spirelli in cremigem Broccoli-Pilz-Rahm. Auch herzhafte Rezepte wie ligurische Pasta mit Pesto, grünen Bohnen, Kartoffeln, Pinienkernen und frischem Basilikum haben in der Vollkorn-Variante mehr Charakter. Der Bio-Fachhandel bietet eine große Auswahl besonderer Pasta in Vollwertqualität, zum Beispiel glutenfreie Pennette di Piselli aus grünen Erbsen von TerraSana oder Dinkel-Vollkorn-Fadennudeln von Spielberger als Einlage für wärmende Herbst-Gemüsesuppen. Ein Tipp für den „soften“ Einstieg ins vollwertige Pasta-Vergnügen sind die Dinkelweizen-Halbvollkorn-Penne von La Selva.

Für welche Sorte Sie sich auch entscheiden: Immer auf genügend Flüssigkeit und Gemüse im Rezept achten – besser etwas mehr Sauce zubereiten als bei heller Pasta! So lassen sich auch Vollkornpasta-Skeptiker überzeugen. Denn der kräftige Geschmack und der kernige Biss der vollwertigen Nudeln passen nicht nur gut zu Wintergemüse, sondern zeigen auch an: Das ist ein Produkt aus dem vollen Korn! Mit allen Mineralstoffen, B-Vitaminen, essenzielle Fettsäuren und Ballaststoffen, die im Getreide enthalten sind. Gerade in der kalten Jahreszeit, umso mehr in Corona-Zeiten, sind ballaststoffreiche Lebensmittel wichtig, denn sie haben einen positiven Einfluss auf die Darmmikroben und damit auf die Immunabwehr./p>

Clever waschen, Umwelt schonen


Mit der Wahl des richtigen Waschmittels und der Trocknung auf der Leine schonen Sie die Umwelt und Geldbeutel

Mehr als 600.000 Tonnen Waschmittel landen jedes Jahr in Deutschland im Abwasser, dazu 220.000 Tonnen Weichspüler und weitere Waschhilfsmittel. Nicht alles können die Kläranlagen aufarbeiten, so dass Rückstände in der Umwelt und teilweise auf konventionellen Äckern landen. Gerade viele Substanzen aus herkömmlichen Vollwaschmitteln sind nur schwer oder gar nicht abbaubar, zum Beispiel lösliche Kunststoffverbindungen, synthetische Duft- und Farbstoffe, Phosphonate und Polycarboxylate als Enthärter, petrochemische Bleichaktivatoren, Füllstoffe, Tenside auf Erdölbasis und chemische optische Aufheller. Die zertifizierten ökologischen Waschmittel im Bio-Fachhandel verzichten auf solche Inhaltsstoffe und verwenden zum Beispiel Zuckertenside, Seife auf Basis pflanzlicher Rohstoffe und Waschnussextrakte als waschaktive Substanzen. Die biologische Abbaubarkeit geht weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.

Aber wann ist Wäsche schon mal so richtig dreckig? Bei kaum verschmutzter, aber etwas muffiger Wäsche muss nicht das komplette Arsenal an den Start. Wer besonders umweltfreundlich waschen will, setzt auf das bewährte Baukastensystem mit Basis-Waschmittel, Bleichmittel und Enthärter. So vermeidet man alles, was nicht wirklich gebraucht wird. Wenn keine Flecken in der Wäsche sind, braucht man keine Bleichmittel, und wo weiches Wasser aus der Leitung kommt, ist Enthärter überflüssig. Für den Baukasten gibt es zum Beispiel von Sonett ein Waschmittelpulver-Konzentrat, das je nach Verschmutzungsgrad dosiert wird. Der Enthärter bindet bei Bedarf bei hartem Wasser den Kalk, und der „Bleichkomplex und Fleckentferner“ kommt nur dazu, wenn bunte Wäsche verfleckt ist oder bei weißer Wäsche einem Grauschleier vorgebeugt werden soll. Der Baukasten von Klar kommt sogar komplett ohne Duftstoffe aus und eignet sich für Allergiker und Menschen mit besonders empfindlicher Haut. Auch mit Sodasan lässt sich auf Basis des Color-Waschpulvers ein Baukasten füllen – hinzu kommen nach Bedarf „Bleichmittel & Fleckensalz“ und Enthärter.

Wohlige Teezeit bei Novemberwetter

Der Tee-Report 2020 zeigt, besonders Bio-Tee ist gefragt.

Wenn die Tage kurz werden und graue Wolken die Sonne verdecken, bringt eine dampfende Kanne Tee Wärme und Farbe. Ob „Herbstgold“ vom Kräutergarten Pommerland, „Kaminknistern“ von Sonnentor oder „Kurkuma & Kraft“ von Lebensbaum - der Bio-Fachhandel bietet eine große Auswahl an Kräuter- und Früchtetees. Und diese wird auch gern genossen – das zeigt der Tee-Report 2020 des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands. Kund*innen greifen am Regal vermehrt zu Tee, und besonders gefragt ist Bio-Tee.

 

Für das Aroma ökologischer Kräuter- und Früchtetees sorgen über 300 verschiedene Blätter, Blüten, Samen, Wurzeln, Gewürze und Früchte. Die Rohstoffe stammen aus Bio-Anbau oder aus öko-zertifizierter Wildsammlung. Lebensbaum hat ein Rohwarenlexikon auf seine Website gestellt, in dem man alles über Teezutaten vom Anis-Ysop bis zur Zitronenverbene nachlesen kann. Bei Sonnentor gibt es Informationen über Anbauprojekte in aller Welt, zum Beispiel über den ersten rumänischen Demeter-Betrieb, wo unter anderem Kornblumen, Kamille, Rosenblüten und Sonnenblumen wachsen. Die Teemanufaktur „Kräutergarten Pommerland“ hat sich auf Bio-Kräutertee in bunten Mischungen mit großblättrigen, farbenfrohen Teekräutern und Blütenköpfen spezialisiert. Die Rohware stammt von eigenen Feldern und zertifizierten Partnerbetrieben. Schwerpunkt bei Ökotopia sind hochwertige Schwarz- und Grüntees. Den Weg von den Teegärten in Indien, Nepal, Ruanda, China und Japan über die Fermentation bis in die Kanne kann man auf der Ökotopia-Website nachverfolgen.

Pro Tag werden laut Tee-Report 2020 in Deutschland rund 129 Millionen Tassen Tee getrunken. Das sind pro Kopf immerhin 68 Liter im Jahr. Kräuter- und Früchtetees liegen mit knapp 40 Liter vorn, Schwarz- und Grüntees kommen auf 28 Liter pro Kopf. Das lose Blatt ist bei Schwarz- und Grüntee mit 60 Prozent klarer Favorit, während bei Kräuter- und Früchtetee der Teebeutel deutlich beliebter ist.

Gesünder essen mit dem Nutri-Score?


Damit Verbraucher*innen nicht in die Irre geführt werden, muss die Nährwertampel nachgebessert werden. Abb.(c)BMEL

Seit Anfang November darf der Nutri-Score offiziell auf verarbeitete Lebensmittel gedruckt sein. Er soll es den Menschen leichter machen, sich gesund zu ernähren. Für die Einordnung zwischen grünen A bis zum dunkelroten E werden daher günstige Nährstoffe wie Eiweiß, Obst, Gemüse und Nüsse und Ballaststoffe und ungünstige wie Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren miteinander verrechnet. Also nur noch Produkte mit dunkel- oder hellgrünem NutriScore in den Einkaufswagen? Ganz so einfach ist es nicht. Denn der Algorithmus, mit dem die Farbe der Lebensmittel-Ampel berechnet wird, betrachtet die Qualität der Lebensmittel nur eingeschränkt und er benachteiligt Bio-Lebensmittel.

Zum Beispiel wird der Verzicht auf künstliche Zuckersatzstoffe und künstliche Aromen nicht berücksichtigt. Die Folge: Konventionelle zuckerfreie Eistees oder Limos tragen ein hellgrünes B, obwohl sie synthetische und teilweise problematische Zuckerersatzstoffe enthalten, dazu oft Farbstoffe und zugesetzte Aromen. Ein Bio-Apfelsaft kommt dagegen wegen des natürlichen Fruchtzuckers mit einem gelben „C“ daher. Dabei ist Apfelsaft ernährungsphysiologisch deutlich wertvoller – und wird zudem oft gar nicht pur, sondern mit Wasser als Schorle getrunken. Der NutriScore honoriert also das Schöntricksen von Lebensmitteln mit kritischen Zusatzstoffen. Aber auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, der Ballaststoffgehalt, Kerne und Ölsaaten und sekundäre Pflanzenstoffe werden nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Das führt zum Beispiel dazu, dass helle Pasta und Vollkornpasta den gleichen Score erhalten.

Die Nährwertampel muss also an vielen Stellen nachjustiert werden. Aber auch ohne dieses Upgrade gilt immer und überall: Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung braucht es einen bunten Mix mit frischen Bio-Lebensmitteln der Saison, pflanzlichen Ölen und Nüssen - ohne kritische Zusatzstoffe, dafür vitamin- und ballaststoffreich und mit vielen sekundären Pflanzenstoffen.

Mehrweg statt Müll


Abfall vermeiden, mit Mehrweg auf dem richtigen Weg

Trotz aller Initiativen und der vielen guten Ideen gegen die Plastikflut: Die Abfallmenge erreicht in Europa von Jahr zu Jahr neue Rekordwerte. Deutschland gehört sogar zu den traurigen Spitzenreitern beim Verpackungsmüll. Der neue Bericht des UmweltbundesamtsAufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland“ zeigt, dass jedes Jahr fast 19 Millionen Tonnen zusammenkommen – das ist fast ein Fünftel mehr als im Jahr 2010. Die Haushalte verursachen fast die Hälfte der Müllflut. Das UBA fordert als Konsequenz eine bessere Recyclingfähigkeit von Verpackungen, mehr Einsatz von Rezyklaten und eine bessere Mehrwegquote.

Auch der NABU hat eine aktualisierte Studie zu Verpackungsmüll veröffentlicht. Der Umweltverband kritisiert insbesondere, dass frisches Obst und Gemüse noch immer zu oft vorverpackt sind. Der Anteil vorverpackter Ware ist im Vergleich zu 2016 zwar leicht zurückgegangen, von 63 auf 60 Prozent. Allerdings stieg gleichzeitig das Gewicht der Verpackungsabfälle, weil es immer mehr kleine Portionsgrößen und aufwändigere Verpackungen gibt. Das Einsparen von Plastik durch das „Auspacken“ der Salatgurken wurde übrigens zunichte gemacht durch den zunehmenden Verkauf vorverpackter Mini-Salatgurken. Im Bio-Fachhandel wird traditionell ein Großteil der frischen Ware lose angeboten, und viele Kund*innen nutzen Mehrwegnetze und Mehrwegbeutel. Die zuletzt recht lautstarken Imagekampagnen der Supermärkte für weniger Verpackungsmüll haben dagegen bisher keinerlei Verbesserung gebracht.

Und bei Mehrweg geht noch viel mehr! Im Bio-Handel gibt es traditionell einen Großteil der Getränke in Mehrwegflaschen, dazu oft ein Mehrwegsystem für die Frischetheke. In vielen Bio-Läden und Bio-Supermärkten kann man zudem Getreide, Nudeln, Nüsse oder Trockenfrüchte aus großen Spendern in mitgebrachte Becher, Schraubgläser oder Dosen rieseln lassen – manchmal sogar Pflanzenöl oder Waschmittel. Neu im Bio-Regal sind Nüsse, Gewürze, Trockenfrüchte, Tee und Nussmusse im 250g- oder 500g-Pfand-Mehrweggläsern, in denen auch Joghurt angeboten wird.