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Kiwis, Topinambur

Kiwis: Echt Bio

Während beinahe auf der ganzen Welt von der Kiwifruit (Kiwifrucht) gesprochen wird, braten sich die europäischen Weltbürger mit Ausnahme der Briten mal wieder eine Extrawurst. Bei uns nämlich heißt die Frucht schlicht Kiwi – und damit bringen wir uns in Schwierigkeiten, der Begrifflichkeit wegen. Heißt es der Kiwi oder die Kiwi? Der Kiwi ist gegenüber der Kiwi entschieden im Vorteil, denn der Kiwi kann nicht einfach geerntet werden, er wäre bestenfalls zu bejagen. Denn der Kiwi ist entweder ein erbarmungswürdiger Vogel, der hauptsächlich in Neuseeland lebt. Er kann nicht fliegen, sieht übel aus und macht vor allem Lärm. Und das nachts. Oder er ist einer der Nachfahren der im 17. Jahrhundert eingewanderten Europäer. Obwohl sie keinesfalls mit Frucht oder Vogel verwechselt werden wollen, nennen sie sich doch auch „Kiwi“, einige Neuseeländer neigen dazu, in ihrem nächtlichen Verhalten mit den Vögeln gleichzuziehen. Die Kiwi harrt an einem Strauche hängend ihrem Ende entgegen und wird gepflückt, denn sie ist eine Beere. Bei ihr haben wir es also mit der Kiwi zu tun. Die wurde einst „Chinesische Stachelbeere“ genannt und war ein Beispiel für Produktpiraterie Anfang des 20. Jahrhunderts. Mary Isabel Fraser hatte 1903 die Beere bei einem Besuch in China mitgehen lassen und daheim in Neuseeland kultiviert. (Die Rache der Chinesen folgte noch bevor das Jahrhundert zu Ende war, indem sie sich ihrerseits auf das Abkupfern von Ideen und Designs spezialisierten.) Zu Beginn der 1950er Jahre sollten die Früchte nach Europa exportiert werden; im Reich der Mitte hatten die Kommunisten unter Mao Zedong die Regierung übernommen und der Kalte Krieg tobte. Die Europäer wollten kein kommunistisches Luder diesseits des Eisernen Vorhangs dulden, auch wenn es nur die „Chinesische Stachelbeere“ wäre – also ließen sich die Marktstrategen etwas einfallen. Da die Schale der Frucht dem Federkleid des oben beschriebenen, so wenig possierlichen Vogels irgendwie ähnelte, wurde die Chinesin kurzerhand in „Kiwifruit“ umbenannt. Eine Kiwi wird etwa 8 cm groß, das Fruchtfleisch enthält 70 mg Vitamin C je 100 g, deutlich mehr, als etwa Zitrusfrüchte zu bieten haben. Längst haben die Europäer eigene Kiwifrüchte und die italienischen Erzeuger haben die Marktführerschaft übernommen.

Über die Kalibrierung der Früchte wollen wir sie nicht im Unklaren lassen. Es ist ganz simpel: das jeweilige Kaliber gibt an, wie viele der Beeren in einer 3-kg-Kiste sind. Auf das Großgebinde von 10 kg bezogen, muss entsprechend multipliziert werden. Bei neuseeländischen Kiwis ist das anders. Neben anderen Sorten wird vor allem die Sorte „Hayward“ produziert. Und das hat seinen guten Grund: ist sie anderen Sorten doch in Geschmack und Haltbarkeit weit überlegen. Wir bieten Ihnen diese Sorte aus italienischer Produktion an.

Topinambur

Kennen Sie Hans Staden? Hab ich mir schon gedacht, ich auch nicht. Der Mann lebte vor rund 500 Jahren und war ein Soldat. Ein Landsknecht, der für Geld andere Menschen umbrachte. In portugisischen Diensten war er an der Niederschlagung von aufständischen Ureinwohnern bei Pernambuco (Brasilien) beteiligt. Offenbar war er ziemlich effektiv, denn er wurde später in der Nähe von Sao Paulo Kommandant einer Festung. Als der Kommandant einmal außerhalb der stabilen Gemäuer unterwegs war, wurde er von ein paar Angehörigen des Stammes der Tupinambá entführt und in deren Siedlung verschleppt. Dort sollte er an einem Festtag rituell abgemurkst und dann verspeist werden. Das klingt nicht lecker und in der Tat gab es bei den „Indios“ Besseres als „Landsknecht an Röstkartoffeln“. Entgegen ihren unappetitlichen Plänen verzichteten die Leute auf den Verzehr des deutschen Söldners. Dem gelang die Flucht und, wieder daheim, verfasste er ein Buch, in dem er über das fremde Land im Süden Amerikas berichtete. Er brachte auch ein besonderes Wurzelgemüse mit in die Heimat, dass er, im Andenken an jene Leute, die ihm seinerzeit an den Kragen gehen wollten, „Topinambur“ nannte. Botanisch gehört Topinambur zur Gattung der Sonnenblumen. Diabetiker schätzen Topinambur wegen des enthaltenen Mehrfachzuckers Inulin (nicht zu verwechseln mit Insulin), der wegen fehlender Enzyme vom Menschen nicht verdaut wird und also auch nicht fett macht. Bestellen Sie bei uns Topinambur aus regionaler Erzeugung.