Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 07/2020

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Kleiner Urlaub im Grünen: Bio-Picknick

Mallorca und Malediven war gestern – es gibt so viele gute Gründe, das Urlaubsglück öfter mal in der Nähe zu suchen. Ob von zu Hause aus oder von der Ferienwohnung im Grünen: Rauf aufs Rad oder in die Wanderschuhe! Die Aussicht auf ein Picknick am See oder unter Bäumen macht die kleine Entdeckungsreise noch schöner. Besonders naturfreundlich wird es mit Bio-Produkten, denn die sorgen schon beim Anbau für guten Boden und sauberes Wasser.

Fingerfood ist ideal für ein Picknick. Schnell vorbereitet sind gefüllte Blätterteigschnecken oder -taschen mit Pesto, Champignons und Käse. Ebenfalls beliebt: Falafel oder Mini-Frikadellen, Wraps, herzhafte Muffins oder eine in picknickgerechte Stücke geschnittene Quiche, zum Beispiel mit Süßkartoffeln, Möhre, Rosmarin und Feta. Byodo hat unter dem Motto „Mach mal grün!“ weitere Picknickrezepte und Tipps online gestellt. Wie wäre es mit Summerrolls mit buntem Gemüse & Glasnudeln oder einem Sommersalat mit Falafel? Wer spontan starten will, radelt einfach am nächsten Bioladen vorbei und packt Gutes fix und fertig ein: frisches Brot, Oliven, ein großes Stück Käse oder einen Gemüseaufstrich, einen frischen Salat aus der Kühlung und Obst zum Beispiel. Taschenmesser, Gabeln und Getränke nicht vergessen!

Tipps für ein No-Waste-Picknick: Mehrwegflaschen aus Edelstahl und Thermoskannen für Getränke, Geschirr aus Edelstahl oder Emaille. Salate kommen in auslaufsichere Boxen; Dips, Brotaufstriche und Desserts in gut schließende Schraubgläser. Sandwiches sind in Bienenwachstüchern gut geschützt. Damit nichts schlecht wird: Nicht zu viel einpacken und gegebenenfalls Kühlelemente mitnehmen – oder die Getränke ein bis zwei Stunden ins Eisfach legen.

Was die Wasseruhr nicht anzeigt

Wie viel Wasser täglich durch den Wasserhahn läuft, ist leicht zu messen. In Deutschland ist das im Vergleich zu anderen Industrieländern wenig. Tatsächlich verbrauchen wir jedoch viel mehr Wasser. Denn für jedes Lebensmittel, das wir essen und jedes Produkt, das wir benutzen, wird ebenfalls viel Wasser verbraucht. „Virtuelles Wasser“ nennt das die Wissenschaft, dabei ist es ganz reales Wasser, es wird nur weit weg verbraucht. Deutschland hinterlässt einen recht großen „Wasserfußabdruck“ in Ländern, in denen Wasser knapp ist, wo aber Kaffee, Kakao, Ölsaaten, Baumwolle und Sojabohnen für Futtermittel wachsen.

In Deutschland verbraucht jeder somit täglich 4.000 bis 5.300 Liter virtuelles Wasser, je nach Berechnung. Allein eine Tasse Kaffee fasst eigentlich 140 Liter Wasser! Soviel wird benötigt, um Kaffee anzubauen und zu rösten. Besonders viel Wasser wird für Rindfleisch gebraucht: Für jedes Kilogramm werden 16.000 Liter fällig. Denn Rinder trinken nicht nur, sie fressen auch viel Futter; in konventioneller Haltung insbesondere Kraftfutter auf Basis von Sojabohnen, die reichlich bewässert werden. Kaffee und Kakao, Papier und Kleidung, Elektrogeräte wie Handys und Computer sowie Autos zählen ebenfalls zu den besonders durstigen Gütern.

Den persönlichen Wasser-Fußabdruck kann man online ermitteln. Beim Einkauf kann man virtuelles Wasser sparen, indem man weniger oder kein Fleisch kauft und Gemüse und Obst möglichst oft saisonal und nicht aus bewässerungsintensivem Anbau in Südeuropa. Auch Weine aus Ländern wie Australien, Chile oder Südafrika sind „Wasserverschwender“, weil die Reben dort bewässert werden müssen. Bio-Produkte schützen grundsätzlich Wasserressourcen weltweit, unter anderem durch den Aufbau humusreicher Böden, die mehr Wasser halten – und natürlich durch den Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide.

Bio und regional: Schafmilch-Spezialitäten

Schafe sind nicht nur knuffig, sondern auch ideale „Mitarbeiterinnen“ auf Biohöfen. Denn für viele Bio-Betriebe ist die Landschaftspflege ein wichtiges Standbein, und Schafe knabbern auf Wiesen, Berghängen und Streuobstwiesen auch faserhaltige Pflanzen weg, die die eher wählerischen und auch nicht so trittsicheren Kühe stehen lassen. So hat der Naturland-Hof Kolb in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz die Wiederansiedelung der Rhönschafe ermöglicht. Auch andere lokale und angepasste Rassen werden fast nur noch im Ökolandbau eingesetzt, zum Beispiel das Coburger Fuchsschaf, das Brillenschaf oder das Rauhwollige Pommersche Landschaf.

Kräuter, Gräser und Blumen geben der Schafmilch den unverwechselbaren Eigengeschmack. Ökologisch erzeugte Schafmilch wird vor allem zu Käse und Joghurt verarbeitet. Auf diesem Nischenmarkt gibt es echte regionale Spezialitäten zu entdecken. Fragen Sie doch mal nach in ihrem Bio-Fachgeschäft. Joghurt wurde in seinem Ursprungsland Bulgarien ursprünglich nur aus Schafsmilch hergestellt.

 

Diese Tradition setzen einige Biohöfe fort, zum Beispiel der Reutebachhof in Baden-Württemberg, der auch Schafskäse-Spezialitäten wie den Weichkäse „Lammbert“ und Frischkäse produziert. Von dem Jakobsberger Demeter-Hof im Weserbergland gibt es sogar Schafmilcheisdas über den Bio-Fachhandel vertrieben wird. Die Hofkäserei auf dem Bioland-Milchschafhof Brünjes bei Bremervörde stellt Frischkäse wie „Moorfeuer” und den Weichkäse "Piepenrieker“ her. Die „Friesische Schafskäserei“ produziert in Handarbeit zehn Käsesorten aus der Milch der 120-köpfigen Schafherde. Für „Schietwettertage“ gibt es artgerechte Ställe mit viel Bewegungsfreiraum und frischer Luft. Der Milchschafhof ist Teil der regionalen „Deutschen Milch- und Käsestraßen“, auf denen Sie viele handwerkliche Käsereien und Molkereien entdecken können – die Mehrzahl arbeitet ökologisch.

Besonders beliebte Schafmilchkäse sind Pecorino, Etorki, Manchego, Roquefort und der in Salzlake hergestellte Feta. Bio-Schafsmilch-Feta gibt es zum Beispiel von bio verde. In der Küche ist Feta vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf der Pizza, in einer Gemüselasagne, im Auflauf oder in einer schnellen Gemüsepfanne. Sommerlich-lecker: Kohlrabi mit Spinat-Schafskäse-Füllung oder der griechische Salatklassiker mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Oliven.

Arzneipflanze des Jahres 2020: Echter Lavendel

Lavendel steht seit der Antike für seine entspannende und beruhigende Wirkung hoch im Kurs. Im 11. Jahrhundert brachten Benediktinermönche die ersten Pflanzen über die Alpen, die in den Klostergärten bestens gediehen, denn Echter Lavendel ist winterhart. Hildegart von Bingen empfahl das duftende Mittelmeerkraut Mitte des 12. Jahrhunderts gegen Ungeziefer und bei Leber- und Lungenbeschwerden. Tatsächlich wirkt Lavendel beruhigend, zum Beispiel bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit psychischer Belastung, bei Unruhe und Angstzuständen. Das belegen neuere Studien. Außerdem wirkt Lavendel entkrampfend, wundheilend, leicht antidepressiv, schmerzlindernd, entzündungshemmend und desinfizierend. Viele Gründe für den Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg, den Echten Lavendel zur „Arzneipflanze des Jahres 2020“ zu küren.

Echter Lavendel für hochwertige Naturkosmetik und die Aromatherapie wächst seit mittlerweile sieben Jahren auch in Deutschland. Am Teutoburger Wald liefern Zehntausende Pflanzen den duftenden Rohstoff für Aromaöle und Naturkosmetik der Taoasis Natur Duft Manufaktur. Produziert wird daraus unter anderem ein Roll-On für Schläfen, Handgelenk oder Nacken, Aromaöl und Raumspray. Im Bio-Fachhandel gibt es viele weitere Produkte mit dem Duft der violetten Blüten wie Badeöl, Handcreme, Deo und ätherisches Lavendelöl von Primavera, aber auch Lavendelblüten für Tee, zum Beispiel von Sonnentor und in der Mischung „Ruhig & Gut Tee“ von Herbaria. Eine feine Köstlichkeit ist Bio-Lavendelhonig. Wäsche wird mit Lavendel besonders duftig: Von Sodasan gibt es ein Color-Lavendel-Flüssigwaschmittel, von Sonett das Flüssigwaschmittel Lavendel für weiße und bunte Wäsche. Aries produziert Bio-Lavendel-Duftsäckchen, die Naturtextilien auf natürliche Art und Weise vor Motten schützen. Der Lavendel wächst auf eigenen Feldern in Niedersachsen.

In der Küche würzt ein Hauch Lavendel Eintöpfe, Fischsuppen, Lammgerichte und Salate mit Roquefort oder Ziegenkäse. In Naturkostfachgeschäften finden Sie Lavendelblüten zum Beispiel von Herbaria in der Serie „Bio-Feinschmecker“. Lavendel mag übrigens keine stickstoffhaltigen Dünger und ist damit gut für den ökologischen Anbau geeignet. Wegen seines süßen Nektars sind die Blüten auch bei vielen Schmetterlingen äußerst beliebt.

Mangold, das grüne Blattwunder

In Deutschland gehörte Mangold lange zu den „vergessenen“ Gemüsesorten, ist aber inzwischen – auch dank des Engagements vieler Bio-Gemüsehöfe – wieder bekannt und beliebt. Aus guten Gründen: Mangold schmeckt würziger und intensiver als Spinat, enthält viel Gesundes von Vitamin A bis hin zu reichlich Eisen, und er ist schnell zubereitet: Die Stiele in Stücke schneiden, mit Olivenöl und Zwiebeln wenige Minuten andünsten, mit Muskat und Pfeffer würzen, zum Schluss die Blätter dazu – fertig! Mit zusätzlich Knoblauch, Tomatenstückchen und Anchovis erhält man ein mediterranes „Topping“ für frische Ciabatta. Im Wok wird’s asiatisch mit roten Zwiebeln, geraspelten Möhren, Chilischoten, Ingwer, Knoblauch und Sojasauce. Gut passen auch Parmesan, Sahne und Pinienkerne sowie Kartoffeln und Pilze in Gratins oder Aufläufen.

Im Juni, Juli und August gibt es das größte regionale Mangold-Angebot zudem frisch aus dem Freiland. Die Sonne sorgt dafür, dass der Nitratgehalt geringer ist als im Winter. Das Blattgemüse ist ideal für den Bio-Anbau, denn es wächst schnell, so dass es viele Beikräuter quasi selbsttätig ausbremst. Außerdem ist Mangold wenig anfällig für Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Neben Sorten mit weißen Stielen findet man auch farbenfrohe in pink, dunkelrot oder gelb. Damit kann man zum Beispiel einen bunten Linsen-Mango-Salat zubereiten, in dem Staudensellerie, Frühlingszwiebeln, Curry, Orangensaft, Petersilie und Balsamico für sommerliche Frische sorgen. Mangold dafür am besten kurz andünsten, dann reduziert sich der Gehalt an Oxalsäure, der wie bei Spinat und Rhabarber von Natur aus recht hoch ist und für Menschen mit Nierenproblemen ungünstig ist. Gründlich waschen nicht vergessen – in den Rillen setzt sich gerne Sand fest.