Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 05/2020

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Happy World Bee Day!

Ein großer Tag für ein kleines Tier – am 20. Mai ist Weltbienentag! Stellen Sie doch mal einen Bienenschmaus vor die Tür oder verschenken Sie ein Stück blühende Landschaft! Auch der Genuss von Bio-Lebensmitteln hilft, denn Bienen reagieren sehr empfindlich auf synthetische Pestizide. Ihr Orientierungssinn kann gestört werden, und auch zu Vergiftungen kommt es immer wieder. Jeder Bio-Hektar mehr sorgt für Pestizidfreiheit und einen vielfältigen Lebensraum.

Der World Bee Day oder Weltbienentag wird seit 2018 am 20. Mai weltweit gefeiert. Der Tag soll daran erinnern, dass Bienen unverzichtbar sind für Natur, Wirtschaft und Ernährungssicherheit, weil viele Pflanzen auf Bestäubung angewiesen sind. Zusammen mit anderen Insekten sorgen Bienen jedes Jahr weltweit für Nahrungsmittel im Wert von bis zu rund 500 Milliarden Euro. Vor allem Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, brauchen mehr Schutz. Sie fliegen auch, wenn es den Honigbienen zu kalt oder zu nass ist und sorgen so zum Beispiel für die Bestäubung von Raps, Tomaten, Kirschblüten und Erdbeeren. Und sie bestäuben auch Pflanzen, die Honigbienen aufgrund ihres Körperbaus gar nicht bestäuben können oder links liegen lassen.

Allerdings steht mehr als die Hälfte aller 560 heimischen Wildbienen auf der Roten Liste. Monokulturen in der Landwirtschaft, „ausgeräumte“ Landschaften und öde Schottergärten verringern ihr Nahrungsangebot, und mit der Zerstörung von Lebensräumen wie alten Gemäuern, Trockenrasen, Streuobstwiesen und Uferböschungen verschwinden Nistmöglichkeiten. Fürs kleine Bienenglück sorgen heimische Blütenpracht auf dem Balkon oder im Garten sowie eine bienenfreundliche Landwirtschaft und mehr Biotopschutz. Oder auch die Beteiligung am bundesweiten Pflanzwettbewerb 2020 „Wir tun was für Bienen!“.

Mealprepping – gesund essen mit Plan


Gut vorbereitet spart Zeit & Geld und vermeidet Lebensmittelreste

Überstunden, Homeoffice, Homeschooling, gelangweilte Kleinkinder - wenn es im Alltag hoch hergeht, bleibt fürs Kochen mit frischen Zutaten oft wenig Zeit. Eine gesunde Alternative: die Gerichte für die Woche schon am Wochenende vorbereiten. Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, doch das gute alte Vorkochen heißt jetzt „Mealprepping“, und viele Foodblogger und Instagrammer füllen ihre Accounts mit Bildern ihrer gefüllten Lunchboxen. Das Konzept spart Zeit und Geld und vermeidet Lebensmittelreste.

Wer am Sonntag nicht drei oder vier Stunden in der Küche stehen möchte, um für die gesamte Woche gewappnet zu sein, kann mit Plan trotzdem viel Arbeit sparen. Denn es hilft schon, ein Gericht in doppelter oder dreifacher Menge vorzukochen und teilweise einzufrieren, zum Beispiel Eintöpfe, Currys, Ratatouille oder ein Chili, con oder sin Carne. Toppings wie Crôutons, geröstete Nüsse oder Kräuter wie Basilikum, Koriander oder Minze geben nach dem Aufwärmen neue Frische. Zeit spart auch, wer Basics wie Kartoffeln, Linsen, Bulgur, Reis oder Quinoa gleich in größerer Menge kocht und im Laufe von drei bis vier Tagen für neue Gerichte verwendet – so lange halten sich diese Lebensmittel problemlos im Kühlschrank. Die zusätzlich gekochte Quinoa für den Gemüseauflauf am Sonntag wird zum Beispiel am Dienstag mit Tomaten, Frühlingszwiebeln und Petersilie zu einem frischen Taboulé oder findet sich in einem Quinoa-Spargelsalat mit Pilzen und Zuckerschoten wieder. Reis zum Curry wird am zweiten Tag mit Gemüse und Eiern zu asiatischem Bratreis, und auch Linsen sind vielseitig verwendbar: für ein Curry mit Mangold, für Suppen, Salate und eine vegetarische Bolognese mit Möhren, Porree und Knoblauch.

Wer sich ans Vorbereiten für mehrere Tage wagen möchte, beginnt am besten mit einfachen Rezepten wie Erbsen-Frittata, Blätterteigtörtchen mit Champignons und Feta oder dem Meal-Prep-Klassiker Schichtsalat: In eine gut verschließbare Box oder ein Glas werden zum Beispiel Nudeln, Cocktailtomaten, Frühlingszwiebeln, Schafskäse und eine Handvoll Feldsalat geschichtet. In der Mittagspause ist so ein Salat schnell angerichtet, wenn im (Büro-)Kühlschrank immer ein Vorratsglas mit selbstgemachtem Dressing wartet.

Ein Traumpaar: Erdbeer und Rhabarber


Passen einfach gut zusammen: Rhabarber & Erdbeeren, ob als Kompott, Bowle, Kuchen oder mit Eis - lecker!

Endlich wieder frisches Bio-Obst aus der Region! Mai und Juni sind Erdbeer-Wonnemonate - Erdbeeren pur, im Rührkuchen mit Baiser, im Lassi oder im Quark. Oder noch besser: kombiniert mit Rhabarber! Der fruchtig-säuerliche Rhabarber ist botanisch gesehen zwar kein Obst, aber als Kompott harmoniert er wunderbar mit Erdbeeren und Vanilleeis. Auch auf frischen Waffeln mit Schlagrahm bilden Erdbeeren und Rhabarber ein Dreamteam.

 

Für Kuchen oder eine Erdbeer-Rhabarber-Torte mit Baiserhaube muss man den Rhabarber nur schälen, in Stücke schneiden und mitbacken. Dasselbe gilt für einen Crumble, in dem Mandeln und Ingwer für Akzente sorgen. Will man Rhabarber allerdings pur essen, als Kompott oder in einem Dessert, dann muss er kurz in Wasser und etwas Zucker oder Apfeldicksaft geköchelt werden. Danach ist er bereit fürs Eintauchen in ein Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu mit Mascarpone, Quark und Amarettinis oder in eine Rhabarber-Erdbeer-Schichtspeise mit Joghurt. Erfrischend ist ein Rhabarber-Erdbeer-Smoothie mit Kokosmilch, Holunderblütensirup und Orangensaft.

Der fruchtig-saure Geschmack stammt von Fruchtsäuren wie Äpfel- und Zitronensäure. Rotstieliger Rhabarber schmeckt etwas milder als der grüne. Die Stangen enthalten verdauungsfördernde Ballaststoffe, Mineralstoffe sowie Vitamin C, aber auch Oxalsäure. Die sollte man nicht in großen Mengen verzehren, da sie dem Körper Kalzium entzieht. Rhabarberblätter enthalten besonders viel Oxalsäure, daher bitte nicht mitessen. Ideal ist die Zubereitung von Rhabarber zusammen mit Milchprodukten wie Sahne, Quark oder Joghurt, da das darin enthaltene Kalzium die Oxalsäure bindet.

Desinfektionsmittel? Zuhause reicht Seife!


Intensives Waschen mit Seife und Wasser, mindestens 20 Sekunden beseitigt zuverlässig auch Corona-Viren

Gründliches Händewaschen, mindestens 20 bis 30 Sekunden lang, das schützt – neben dem wichtigen Abstandhalten – vor der Übertragung von Coronaviren. Wasser allein reicht aber nicht, erst Seife macht behüllten Viren wie den Coronaviren zuverlässig den Garaus. Denn Seife enthält Tenside, die die Fettschicht dieser Viren angreifen und sie somit inaktivieren. Weil unsere Haut uneben und etwas rau ist, muss man leicht rubbeln und die Seife für längere Zeit einwirken lassen. Fingerzwischenräume und Nagelbetten nicht vergessen!

Allerdings, und das haben wir alle nach einigen Tagen gemerkt: Das häufige Waschen macht die Hände trocken, spröde und rissig, denn Seife löst auch schützendes Hautfett ab. Eine gute Handcreme schafft Abhilfe – bei Bedarf auch zweimal aufgetragen und sanft einmassieren im Abstand von ein oder zwei Minuten. Naturkosmetik ist erste Wahl, denn sie enthält keine hautreizenden synthetischen Farb- und Duftstoffe und keine Inhaltstoffe auf Erdölbasis. Im Bio-Fachhandel gibt es hochwertige pflegende Naturseifen und Handcremes auf Basis von ökologisch erzeugten Pflanzenölen und mit natürlichen ätherischen Ölen.

Wenn man unterwegs mal nicht die Hände waschen kann, sind Hände-Desinfektionssprays auf Alkoholbasis aus dem Bio-Fachhandel, wie von Sodasan und Sonett, jedoch eine gute Alternative. Notwendig ist dabei ein Alkoholgehalt von 70 Prozent und mehr, um Viren mit Hülle wirksam zu bekämpfen. Man muss die Hände jedoch immer komplett benetzen. Und zuhause angekommen sollte man die Hände waschen, um mögliche Virenreste, abgestorbene Hautzellen und Schmutz wegzuspülen.

Weizenbrot: Gut verträglich dank guter Verarbeitung


Wenn handwerklich gut verarbeitet, sind Weizenbrote für die meisten Menschen sehr gut verträglich

Handwerkliche Backtechnik macht Brot besser verträglich. Ein Bio-Weizenbrot ist daher für viele Menschen eine gute Wahl, die sonst empfindlich auf dieses Getreide reagieren. Handwerklich bedeutet, dass der Teig wiederholt geknetet wird und lange ruht, damit sich die Hefen entwickeln können. Diese „Teigführung“ kann bis zu 48 Stunden dauern. Dabei werden verschiedene natürlich vorkommende Kohlenhydrate - genannt FODMAPs - besser abgebaut, die bei einigen Menschen Verdauungsprobleme verursachen. Dass erfahrungsgemäß auch Brot mit den Weizenarten Dinkel, Emmer und Einkorn oft besser vertragen wird, liegt ebenfalls daran, dass sie fast ausschließlich in der handwerklichen Bio-Bäckerei verwendet werden.

Bei Industriebrot und in vielen Bäckereiketten wird aus dem Teig dagegen in kürzester Zeit ein Brot oder Brötchen. Das gelingt nur durch den Zusatz von Enzymen, Ascorbinsäure und Emulgatoren. Konventionelle Hefekulturen werden überdies auf Melasse vermehrt, die bei der Zuckerproduktion übrigbleibt. Dabei geben die Hersteller den notwendigen Stickstoff in anorganischer Form zu, außerdem synthetische Vitamine sowie Entschäumungsmittel. Bio-Hefekulturen wachsen dagegen auf Bio-Getreide. Das Getreide liefert ausreichend Stickstoff gleich mit, manchmal wird noch Molke hinzugesetzt. Synthetische Zusätze sind tabu.

Für die allermeisten Menschen ist der Verzehr von Kuchen, Pasta, Brot und Brötchen aus Weizenmehl unproblematisch. Für alle, deren Verdauung empfindlich reagiert, lohnt ein Versuch mit Biobrot. Nur wer unter Zöliakie leidet, muss Weizen, Roggen und andere glutenhaltige Lebensmittel strikt meiden.