Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 03/2020

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Weltwassertag 2020: Bio sorgt für sauberes Wasser


Wasser ist das kostbarste Gut auf der Erde. Es ist durch nichts zu ersetzen.

Wasser ist Leben! Daran erinnert jedes Jahr am 22. März der Weltwassertag. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel, der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Gleichzeitig ist Wasser weltweit gefährdet – unter anderem durch Industriechemikalien, Pestizide, Medikamente, Nitrat und Mikroplastik. Das Recht auf sauberes Wasser ist aber auch gefährdet durch die steigende Temperatur auf der Erde. In diesem Jahr hat die UN den Weltwassertag deshalb unter das Motto „Wasser und Klimawandel“ gestellt, mit dem Zusatz „We cannot afford to wait“ – „Wir können es uns nicht leisten zu warten“. Wasser- und Klimaschutz müssten in sämtlichen Aktionsplänen weltweit verankert werden, um weitere Dürrekatastrophen und Extremwetter-Ereignisse zu vermeiden, die das Leben von Millionen Menschen bedrohen.

Auf der BioFach 2020 in Nürnberg, der weltweit größten Messe für Bio-Lebensmittel, gab es zum Thema einen Schwerpunkt „Wasser – Gefährdete Grundlage des Lebens?“ Dabei ging es zum Beispiel um den besonders nachhaltigen Trinkwasserschutz durch ökologischen Landbau. Nach Jahrzehnten intensiver Landwirtschaft sind Pflanzenschutzmittel und Dünger durch den Boden auch in das Grundwasser in Deutschland gesickert. Unbelastetes Trinkwasser für die nächsten Generationen können wir aber nur erhalten, wenn wir umsteuern in Richtung 100 Prozent Bio.

Mineralwasser in Bio-Qualität ist Teil dieses Weges: Die Unternehmen in der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. verstehen sich nicht nur als Abfüller von Bio-Mineralwasser, sondern auch als „Öko-Wasserbauern“. Sie entnehmen Trinkwasser und Mineralwasser als natürliche Ressource, kümmern sich aber gleichzeitig um die Neubildung von sauberen Wasservorräten. Darüber hinaus engagieren sie sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Einzugsgebiete und für den Wasserschutz.

Ostereier von glücklichen Hühnern


Glückliche Hühner mit viel Auslauf, Schutz und abwechselungs-reichem Futter - Foto(c):Domäne Silber/ÖTZ GmbH

Nicht alle Hühner in Deutschland leben artgerecht. Fast zwei Drittel aller Legehennen leben beengt in Bodenhaltung, sehen im künstlich beleuchteten Stall nie das Tageslicht und können nicht ins Freie. Immer noch gut ein Zehntel lebt gar in „ausgestalteten“ Käfigen. Da könnte einem das Osterei schon im Hals stecken bleiben. Aber zum Glück gibt es ja Bio-Eier. Jeder Bio-Legehenne stehen mindestens vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung, sie kann im Freien nach Nahrung picken und für die Gefiederpflege auch mal ein Sandbad nehmen. Die Schnäbel werden nicht systematisch gekürzt, es gibt Tageslicht auch im Stall und Futter überwiegend aus ökologischem Anbau vom eigenen Hof wie Getreide, Ackerbohnen, Lupinen, Erbsen und Ölsaaten wie Soja oder Sonnenblumen. Viele Biobetriebe halten ihre Hühner zudem in „Hühnermobilen“, die regelmäßig auf neue Flächen gefahren werden, so dass die Hühner immer frisches Grünfutter finden.

Und es geht sogar noch besser: Wer sich für Bio-Ostereier von Zweinutzungshühnern oder aus Bruderhahn-Projekten entscheidet, sorgt dafür, dass auch die männlichen Küken aufgezogen werden. Denn noch immer werden jedes Jahr 45 Millionen männliche Eintagsküken getötet, weil sie weder Eier legen noch als Masthähnchen genügend Fleisch ansetzen. Um von der konventionellen Hühnerzüchtung und ihren spezialisierten Hybridrassen unabhängig zu werden, haben Demeter und Bioland die ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) gegründet. Ein wichtiges Ziel ist ein für die Biohaltung geeignetes Zweinutzungshuhn, das nicht nur genügend Eier legt und genügend Fleisch ansetzt, sondern auch robust ist und heimische Eiweißpflanzen gut verwerten kann. Das Zweinutzungshuhn ist eine echte Alternative zur In-Ovo-Methode, bei der das Geschlecht des Kükens vor dem Schlüpfen bestimmt werden soll. Diese Technik ist teuer, so dass sie sich nur für wenige große Brütereien lohnen wird – zudem werden die männlichen Küken nur früher aussortiert als bisher.

Vielleicht ist Ihr Bioladen ja bereits 1-Cent-Partner der Ökologischen Tierzucht. Pro Ei fließt ein Cent in die Zucht des Öko-Huhns von morgen. Oder sie genießen bunt gefärbte Bio-Eier von Hennen, die artgerecht flattern, picken und scharren. Fröhliche Ostertage!

Hanf hat’s drauf


Hanfsamen sind ein Kraftpaket für die Gesundheit

Hanf-Emmer-Bällchen mit Süßkartoffeln oder Hanf-im-Glück-Apfel-Porree-Aufstrich: Hanf hat in den letzten Jahren ein beachtliches Comeback hingelegt. Vor allem im Bio-Fachhandel gibt es eine große Vielfalt von Hanfprodukten. Denn im Hanfkorn steckt viel Gutes: Hochwertige Omega-Fettsäuren in einem optimalen Verhältnis, Linolsäure und Alpha-Linolsäure, ergänzt mit reichlich B- und E-Vitaminen sowie Calcium, Magnesium und Eisen. Zudem ist Hanfprotein leicht verdaulich und gut verwertbar und ist somit ein vollwertiger Ersatz für tierisches Eiweiß. Hanfsamen kann man pur snacken, leicht geröstet ins Müsli oder in den Obstsalat geben oder als knackiges und nährstoffreiches Topping über den Salat oder eine Suppe streuen. Im Angebot sind auch Energieriegel, Cracker, Schokolade, Smoothies, Brotaufstriche und Hanfdrinks.

 

Das grüngelbe Hanföl ist dank der ausgewogenen Fettsäurezusammensetzung ein wertvolles Speiseöl mit nussigem Geschmack und einem Duft von frischen Kräutern, ideal für Salate und Dips. Im Bio-Fachhandel gibt es zum Beispiel natives Hanföl aus dem Harzvorland von Bio Planète. Hanföl für die Haut hat Taoasis im Programm. Dank der ungesättigten Fettsäuren ist es auch für gereizte und empfindliche Haut geeignet.

Hanftee soll beruhigend und ausgleichend wirken. Es gibt ihn pur, zum Beispiel von Sonnentor und Heuschrecke, oder in Mischungen wie „Blätter für die Seele“ mit Zitronenmelisse, Spitzwegerich und Basilikum vom Kräutergarten Pommerland. Nutzhanf enthält mit 0,2 Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil des berauschenden THC, und zwar ausschließlich in Blättern und Blüten.

Hanf ist eine Kulturpflanze mit sehr langer Tradition. So werden aus den Fasern seit Jahrhunderten Seile hergestellt. 1455 druckte Gutenberg die erste Bibel auf Hanfpapier, und 1870 fertigte Levi Strauss die erste Jeans in den USA aus Hanf. In den letzten drei Jahren hat sich der Hanfanbau in Deutschland mehr als verdoppelt. Für den Bio-Anbau eignet sich Hanf besonders, denn Krankheiten und Schädlinge sind selten und für die Fruchtfolge ist er eine Bereicherung.

Seife statt Plastik!


Hochwertige Naturseifen brauchen kein Plastik

Das gute alte Stück Seife ist wieder im Trend - nicht nur zum Händewaschen, auch unter der Dusche, fürs Haar und sogar zum Rasieren. Gut so, denn so lässt sich viel Plastikmüll einsparen. Auch der Treibhausgas-Ausstoß sinkt, denn Duschgel und Flüssigseife enthalten jede Menge Wasser, so dass viel mehr Gewicht transportiert werden muss. Aber all diese Vorteile verpuffen natürlich, wenn die Seife voll schädlicher Chemikalien steckt. Von hormonwirksamen Konservierungsstoffen über synthetische Farb- und Duftstoffe bis hin zu Fetten auf Erdölbasis ist alles möglich. Im Bio-Fachhandel und in Naturkosmetik-Fachgeschäften gibt es jedoch hochwertige und natürlich abbaubare Naturseifen auf Basis von ökologisch erzeugten Pflanzenölen.

Einige Naturseifen enthalten besondere Bio-Inhaltsstoffe wie Salbei, Rosmarin, Rosenblütenblätter oder Orangenöl und machen die Hand- und Körperpflege so zu einem wohlduftenden Wohlfühlerlebnis. Spa Vivent bringt „Dudu Osun”, die traditionelle Schwarze Seife aus Westafrika in den Handel. Outdoor-Fans können sie bedenkenlos zur Körperpflege in Flüssen und Seen verwenden. Sie ersetzt Duschgel, Shampoo und sogar Rasierschaum. Für die Seife wird von Kleinbauern in Nigeria gewonnenes nachhaltiges Palmkernöl mit Asche aus verbrannten Palmblättern und Kakaoschoten aufgekocht. Weitere Zutaten wie kaltgepresste Sheabutter, Sandelholz und Ganzblattextrakt der Aloe Vera kommen erst nach der Verseifung hinzu und bleiben somit in ihrer Qualität erhalten. Bei der Alepposeife, einem Klassiker unter den Seifen, bilden Olivenöl und Lorbeeröl die Basis. Der Hersteller Zhenobya produziert trotz aller Schwierigkeiten noch immer in Syrien. Salzseife eignet sich zur Gesichtsreinigung, aber auch als Duschseife. Für die Herstellung der Bio-Seife „Calendula & Aloe“ von Sodasan werden nach traditioneller Seifensiedekunst Sheabutter und Auszüge von Calendula und Aloein einem speziellen Verfahren bei besonders niedrigen Temperaturen verseift. Das sorgt nicht nur für besondere Qualität, sondern auch für eine gute Ökobilanz.

Feste Seife sollte immer trocken liegen, damit sie nicht matschig wird und länger vorhält. Die Investition in eine gute Seifenschale aus Olivenholz, Porzellan oder Metall mit funktionierendem Ablauf lohnt also. Eine Alternative sind Magnet-Seifenhalter, Luffa-Seifenkissen, Gitter oder Sisalsäckchen, die man in der Dusche aufhängt.

Bio boomt – die Umwelt profitiert


Die richtige Adresse für den nachhaltigen Einkauf: bundesweit gibt es mehr als 2.500 Naturkostläden und Biosupermärkte

Immer mehr Menschen kaufen ökologische Lebensmittel und tragen damit zum Schutz von bedrohten Arten, von Wasser, Boden und Luft bei. In Bioläden und Bio-Supermärkten stieg der Umsatz im letzten Jahr um rund acht Prozent - der Wunsch nach mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit prägt auch das Einkaufsverhalten. Dank der gestiegenen Nachfrage konnte die Bio-Fläche in Deutschland in den letzten fünf Jahren um fast 50 Prozent zulegen. 2019 haben täglich mehr als fünf Betriebe auf ökologische Landwirtschaft umgestellt! Mittlerweile wirtschaften über zwölf Prozent aller Höfe in Deutschland ökologisch.

100 Prozent Bio, seit Jahrzehnten konsequenter Einsatz für nachhaltiges Wirtschaften auf allen Ebenen - im Bio-Fachhandel ist Bio kein Trend oder Zusatzgeschäft, sondern Überzeugung. Die aktuelle Kampagne „Öko statt Ego“ macht dies deutlich und will weitere Menschen für Bio begeistern. Denn nur Bio wirtschaftet innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde – mit der Natur, mit artgerechter Tierhaltung und möglichst geschlossenen Stoffkreisläufen. Biolandbau bewirkt weltweit Gutes, zum Beispiel durch den Aufbau von Humus, während die konventionelle Landwirtschaft Böden auslaugt und mit Nitraten und Pestiziden belastet.

Damit weitere Höfe die Bio-Chance nutzen können, muss sich politisch allerdings mehr bewegen. Insbesondere müssen die millionenschweren EU-Agrarsubventionen an Leistungen für Natur und Umwelt gebunden werden. Und auch eine Stärkung der Forschung zur ökologischen Landwirtschaft ist überfällig, damit wenigstens das offizielle Ziel der Bundesregierung „20 Prozent Bio bis 2030“ erreicht wird.