Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 04/2020

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Sicherer Bio-Einkauf in besonderen Zeiten


In Krisenzeiten gut versorgt sein: Bio-Hersteller und Bio-Groß- & Einzelhänder*innen sind für Sie da! Foto (c): Fotolia

Auch in Krisenzeiten gilt: Gutes Essen hebt die Stimmung! In vielen Haushalten laufen in diesen Wochen die Herde heiß – es wird mehr gekocht und gebacken denn je, weil Restaurants und Kantinen vorerst geschlossen bleiben und auch die Kinder zuhause verpflegt werden müssen. Die besten Zutaten in Bio-Qualität, gesund und vielfältig dazu, liefert weiterhin der Bio-Fachhandel: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter füllen unermüdlich Regale auf, Markierungen auf dem Boden erinnern daran, Abstand zu halten und zur Sicherheit aller wurden in viele Läden Plexiglasscheiben an den Kassen installiert. Die Griffe der Einkaufswagen und Türklinken werden regelmäßig gereinigt und der Einlass wird so reglementiert, dass nicht zu viele Kundinnen und Kunden im Laden gleichzeitig einkaufen gehen.

Diese Maßnahmen dienen dazu, Sie und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Laden zu schützen. Damit der Bio-Einkauf weiterhin sorgenfrei möglich ist, können Sie als Kundin oder Kunde viel beitragen: Halten Sie den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5 oder besser zwei Metern zu Ihren Mitmenschen ein und gehen Sie möglichst allein einkaufen, damit genügend Platz für alle bleibt. Zahlen Sie wenn möglich mit EC-Karte. Gründliches Händewaschen vor und nach dem Einkauf spült mögliche Viren samt der Seife in den Ausguss. Die „Nies-Etikette“ ist wohl inzwischen allen bekannt: Niesen und Husten bitte nur in die Ellenbeuge! Und wer sich krank fühlt, bleibt gleich zu Hause und bittet andere um Unterstützung beim Einkauf. Immer mehr Menschen tragen Masken, um andere zu schützen. Die Masken sind eine zusätzliche Barriere für die Tröpfchen, die beim Sprechen produziert werden. Die anderen Vorsichtsmaßnahmen sind auch für Maskenträger weiterhin wichtig.

Und klar, wir alle kennen inzwischen Lücken im Regal. Mal fehlt das Mehl, mal die Lieblingspasta. Der Nachschub kommt, wenn auch manchmal verzögert. Leben Sie Solidarität und kaufen Sie aus Rücksicht auf andere nur das, was Sie gerade brauchen.

Ständig aktualisierte und verlässliche Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2 bieten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Bundesgesundheitsministerium und das RIK.

50. Tag der Erde – Ein guter Tag zum Durchstarten


Wir haben nur eine Erde - auch gerade jetzt müssen wir sie schützen, damit kommende Generationen eine lebenswerte Zukunft haben

"Global denken, lokal handeln" – was könnte gerade besser passen als das Motto des Internationalen Tags der Erde? Der Earth Day wird in den USA bereits seit 50 Jahren gefeiert und hat seinen Ursprung in der Studentenbewegung, die schon 1970 dazu anregte, das Konsumverhalten zu überdenken und gegen die Umweltverschmutzung vorzugehen. Die UN begeht den Earth Day seit 2009 am 22. April, unterstützt von vielen Umweltorganisationen und Prominenten wie Leonardo DiCaprio, Jane Fonda, Hannes Jaenicke und Al Gore.

Unsere Erde ist unser einziges Zuhause. Doch obwohl die enormen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Risiken des Klimawandels und der Zerstörung von Ökosystemen wissenschaftlich klar belegt sind, hat die Weltgemeinschaft bisher nicht entschlossen genug reagiert. Dabei ist inzwischen zusätzlich klar: Die Zerstörung von Wäldern und die Massentierhaltung tragen auch dazu bei, gefährliche Viren und antibiotikaresistente Keime zu verbreiten. Vielleicht kann die Corona-Pandemie neue Impulse für den Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben geben: Wenn es je eine Zeit gab, in der die Menschheit endlich verstehen kann, dass wir nur gemeinsam stark sind, dann jetzt. Medizinische Fachkräfte arbeiten bis an die Belastungsgrenze, um Kranke zu retten, viele Menschen nähen Schutzmasken oder unterstützen Flüchtlinge und Obdachlose, die besonders gefährdet sind. Schwerkranke werden auf Krankenhäuser in Staaten verteilt, die noch Kapazitäten haben. Und wir halten uns gemeinsam an strikte Regeln, um Schlimmeres zu verhindern.

Wenn wir in den Alltag zurückkehren, haben wir hoffentlich für die globale Klima- und Umweltkrise gelernt: Drastische Maßnahmen helfen, weltweit eine Wende zum Guten zu schaffen. Wir müssen - vor allem in den wohlhabenden Ländern der Erde - das zerstörerische System des „Immer mehr” beenden. Der Tag der Erde ist somit auch ein guter Tag, den eigenen Lebensstil noch umweltbewusster und nachhaltiger zu machen. Haben Sie schon auf Ökostrom umgestellt und damit Atom- und Kohlestrom aus dem eigenen Haushalt verbannt oder sind zu einer Bank gewechselt, die in nachhaltige Projekte investiert? Eine „grüne“ und datenschutzfreundlichere Suchmaschine wie Ecosia oder Qwant ausprobiert und am besten gleich als Standard-Browser eingestellt? Mal recherchiert, wie künftig der Arbeitsweg auch ohne Auto oder mit einem kleinen E-Mobil zu schaffen wäre? Einen gesunden und guten Tag der Erde für alle!

Bioblütenpracht auf dem Balkon – auch für Bienen


Ökologisch Gärtnern gelingt auch auf der kleinsten Fläche

Wer in der Stadt zurzeit auf Ausflüge in den Wald verzichten muss, kann die Fensterbank oder den Balkon blühen lassen. Auch viele Kinder macht es Spaß, beim Säen und Ernten zu helfen und später Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu beobachten.

 

Die lockt an, wer insektenfreundliche Arten wählt wie Jungfer im Grünen, Winde, Kornblume, Ringelblume, Hornveilchen, Lavendel, Wiesen-Salbei, Katzenminze, Storchschnabel und die Bienenweide Phacelia. Wer wenig Platz hat, kann Kletterpflanzen wie Duftwicke oder Stangenbohnen aussäen oder ein kleines Topfgarten-Paradies für Mensch und Tier anlegen.

Bio-Saatgutmischungen wie „Bienenweide“, „Blühender Balkon“ oder „Nützlingsparadies“ von der Bingenheimer Saatgut AG aus dem Naturkosthandel sorgen für reichlich Nektar und Pollen. Das Unternehmen verkauft ausschließlich samenfestes Öko-Saatgut, so dass sich aus den Samen - anders als bei Hybridsorten - im nächsten Jahr wieder neue Pflanzen ziehen lassen. Auch bei Insekten beliebte Küchenkräuter wie Rosmarin und Thymian lassen sich aus Bio-Saatgut ziehen. Pflücksalat, Radieschen und sogar Tomaten und Chilis gedeihen bestens, wenn ein sonniger und windgeschützter Platz zur Verfügung steht. Langfristig weniger Arbeit macht es, mehrjährige Bio-Stauden zu pflanzen, am besten heimische Arten wie Karthäuser-Nelke oder Schafgarbe, die viele Bio-Fachgeschäfte ab Ende April anbieten.

Informationen zum ökologischen Gärtnern finden Sie im Internetportal ökolandbau.de und beim Netzwerk Blühende Landschaft. Wer ein bisschen Ehrgeiz entwickelt, kann noch bis zum 31. Juli am bundesweiten Pflanzwettbewerb 2020 „Wir tun was für Bienen! teilnehmen.

Frühlingsbowl und Gemüsepfanne - schnell und gesund


Schnelle und gesunde Rezepte sind gerade besonders gefragt

Die einen arbeiten mit Überstunden und im Schichtdienst und haben kaum Zeit für die Familie, die anderen müssen Homeoffice und Kinderbetreuung irgendwie unter einen Hut bringen. Schnelle und gesunde Rezepte sind gerade besonders gefragt! Schon aus dem Vorrat lassen sich allerlei schnelle Gerichte zaubern: eine quietschgrüne Suppe aus TK-Erbsen, eine indische Linsensuppe oder ein Chili sin Carne. Wer frisches Frühlingsgemüse einkaufen konnte, mixt eine vitaminreiche Frühlingsbowl, zum Beispiel mit Quinoa, grünem Spargel, Radieschen, gebratenen Champignons und Belugalinsen. Auch die „kulinarischen Seelentröster“ der Familie oder in der WG sind oft einfache und schnelle Gerichte wie Spiegelei mit Spinat und Kartoffeln, Pellkartoffeln mit Kräuterquark oder Omelette, im Frühling mit Schalotten, Tomaten und Brunnenkresse. Oder bereiten Sie eine schnelle „grüne Pizza“ zu: gekühlten Blätterteig aufs Blech, mit Crème fraîche bestreichen und belegen mit Erbsen, grünem Spargel und Zucchinischeiben, die man zusammen zuvor kurz in einer Pfanne anbrät. Darüber kommt kräftiger Bergkäse und am Ende frischer Rucola.

Ganz ohne Rezept kommt eine bunte Gemüsepfanne mit Nudeln, Reis oder Kartoffeln (idealerweise vorgekocht vom Vortag) auf den Tisch: Einfach Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten, dazu kommt, was schmeckt und noch da ist: Möhren, Mairübchen, Gelbe Bete, Fenchel, Pastinaken, Chinakohl, Paprika, Champignons... Mediterran würzen mit Kräutern, vielleicht etwas Feta dazu – fertig. Alternativ kann das Gemüse gewendet in Olivenöl und Gewürzen im Ofen schmurgeln. Gut eignen sich dafür auch Süßkartoffeln, Kürbis oder Kartoffeln. Besonders lecker schmeckt Ofengemüse mit Kräuterquark oder einem Dip. Guten Appetit!

Wer mit Kindern kleine Gerichte kochen möchte, findet Anregungen bei Kochen mit Kater Cook vom Bundeszentrum für Ernährung. Weitere Ideen gibt es bei IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung und bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Jetzt erst recht: Bio- und regional!


Regionale Kreisläufe und Betriebe stärken

Die Corona-Pandemie zeigt, wie krisenanfällig ein vor allem auf den Weltmarkt ausgerichtetes Ernährungs- und Agrarsystem ist: Lebensmittel kommen auf nicht immer nachvollziehbaren Wegen aus aller Welt, und einzelne Lieferketten können reißen, wenn in Spanien oder Italien Erntehelfer nicht zur Arbeit können, Wanderarbeiter nicht mehr über Grenzen kommen oder Fahrer für die LKW fehlen. Vielen wird erst jetzt klar, wie wichtig die Stärkung regionaler Strukturen ist, damit auch in Krisenzeiten die Versorgung mit guten Lebensmittel sicher bleibt.

Im Bio-Fachhandel war der Anteil regionaler Produkte schon immer besonders hoch. Denn der persönliche Bezug sorgt für Vertrauen und Fairness, regionale Kreisläufe und Betriebe werden gestärkt. Und Bio aus der Region bedeutet auch fruchtbare Böden und sauberes Wasser in der Region, denn statt auf synthetische Mineraldünger und Pestizide setzt die ökologische Landwirtschaft auf Bio-Kompost, nachhaltige Bodenbewirtschaftung, Fruchtwechsel und vorbeugende Maßnahmen gegen Schädlinge. Zum Glück können wir nun viel bio-regional Frisches genießen, denn vor der Haustür beginnt die Erntesaison. Wenn auch unter erschwerten Bedingungen, da durch die aktuellen Reisebeschränkungen viele Erntehelfer fehlen. Aber auch hier zeigt sich eine große Solidarität, in dem sich tausende Menschen auf Portalen wie www.daslandhilft.de melden und bei der Ernte tatkräftig mithelfen werden. Denn jetzt ist die Zeit für Spargel, Spinat, Rhabarber und Radieschen und bald kommen auch Blumenkohl, Kohlrabi, Mangold, Pak Choi, Salate und Erdbeeren hinzu. Aus dem Lager sind nach wie vor Kartoffeln, Weißkohl, Wurzelgemüse und Äpfel in guter Qualität erhältlich. Mit dem Kauf unterstützen wir bäuerliche und handwerklich arbeitende Betriebe und erhalten vitaminreiche Produkte mit der besten Klimabilanz.