Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 02/2020

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Da haben Sie gut lachen: Kichererbsen


Kichererbsen sind reich an Proteinen und Balaststoffen

Der Name der Kichererbse – ist eigentlich ein Witz. Weder bringt die kleine Hülsenfrucht Leute zum Lachen noch kichert sie selbst, und überdies ist sie nicht einmal eine Erbse. Der Name kommt vom lateinischen Wort „Cicer“ für „Erbse“, das „Kiker“ ausgesprochen wird. Damit heißt die Kichererbse quasi „Erbsen-Erbse“. Mit der Erbse ist sie trotzdem nicht näher verwandt – aber immerhin sind beides Hülsenfrüchte. Und Hülsenfrüchte kann man wegen ihres Reichtums an Proteinen und Ballaststoffen gar nicht genug essen. Die Kichererbse bringt darüber hinaus ordentlich Eisen mit. Viele Gründe also für knusprige Falafel, cremiges Humus oder eine Kichererbsen-Kokoscremesuppe mit Süßkartoffel, frischer Kurkuma und frischem Ingwer und knackigen Brokkoliröschen.

Menschen haben die mild-nussige Hülsenfrucht schon vor mehr als 8.000 Jahren im Vorderen Orient angebaut. Heute sind Kichererbsen aus der orientalischen, indischen und mediterranen Küche kaum wegzudenken. Vom auch hierzulande sehr beliebten Hummus gibt inzwischen viele Variationen, zum Beispiel mit Roter Bete oder Avocado – im Bio-Fachhandel auch im Kühlregal, wo man übrigens auch frische Falafel findet. Kichererbsen pur gibt es vorgekocht im Glas oder getrocknet – letztere müssen vor dem Kochen zwölf Stunden eingeweicht werden. Wer nicht genug bekommen kann, findet im Bio-Fachhandel auch Pasta aus Kichererbsenmehl, Kichererbsen-Chips, Mehl (garantiert glutenfrei zum Beispiel von Bauck), Aufstriche wie „Kichererbse Ingwer“ von Sanchon und Gerichte wie den „Kichererbsentopf - Curry und Kokos“ von Wünsch Dir Mahl.

Kichererbsen brauchen wenig Wasser, aber warmes und sonniges Klima. In Mitteleuropa wurden sie daher bisher kaum angebaut. Der Feinkostspezialist bio-verde wird trotzdem ab 2020 ausschließlich europäische Kichererbsen verwenden. Ein Teil kam schon bisher aus Italien, doch nun kommen weitere aus Österreich, wo ein Familienbetrieb eine spezielle kälteresistente Sorte anbaut, die etwas kleiner und runder ist als die Sorten aus der Ferne.

Insektenatlas 2020: Wo sind all die Käfer hin?


Zu den gefährdeten Arten zählen auch die Schmetterlinge

Drei Viertel aller Tierarten in Deutschland sind Insekten - zum Beispiel Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Ameisen und Fliegen. Weltweit sind bisher rund eine Million Arten bekannt – dabei sind die meisten noch nicht einmal entdeckt. Wissenschaftler schätzen, dass noch etwa 4,5 Millionen weitere Arten auf der Erde krabbeln und fliegen. Der Insektenatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND bietet zwölf kurze Lektionen über „Insekten, Landwirtschaft und die Welt“. Die Texte und zahlreichen Grafiken zu Kapiteln wie „Sechs Beine sollt ihr sein“, „Klimawandel: Zeit für neue Plagen“ und „Nütz- und Schädlinge: Fressen und gefressen werden“ bereiten den aktuelle Forschungsstand anschaulich auf und machen klar: Unsere Welt würde ohne Insekten nicht funktionieren, denn sie halten das ökologische System am Laufen. Sie bestäuben Pflanzen und verbessern die Bodenqualität. Aas- und Dungfresser fördern die Beseitigung toter Organismen. Streuzersetzer schließen abgestorbene Pflanzen auf, sodass Mikroben sie schneller abbauen können. In der Landwirtschaft droht beim Wegfall tierischer Bestäubung einzelnen Obst- und Gemüsesorten wie Äpfeln, Pflaumen oder Gurken ein Ernterückgang von bis zu 90 Prozent.

Dennoch ist gerade die intensive konventionelle Landwirtschaft neben Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung die größte Bedrohung für Insekten. Große, monotone Felder ohne Hecken oder Grüninseln sowie Kunstdünger und Pestizide vernichten Rückzugsgebiete von Nützlingen und fördern die Ausbreitung von Schädlingen. Weltweit ist ein Drittel aller Insektenarten vom Aussterben bedroht. In Deutschland ging die Menge der Fluginsekten innerhalb von 30 Jahren um 75 Prozent zurück. Dem Biolandbau bestätigt der Atlas positive Wirkungen auf die Artenvielfalt und widmet ihm ein eigenes Kapitel: „Mehr Besuch an den Blüten, weniger Ödnis auf dem Feld“.

Der Insektenatlas kann kostenfrei heruntergeladen und für den Unterricht auch klassensatzweise bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellt werden.

Curry me up!


Gewürzzutaten für Curry findet man auch auf
orientalischen Märkten

Auch wenn wenig im Hause ist: Ein wärmendes, würziges Curry lässt sich fast immer daraus zaubern! In den Topf kommt, was gefällt: ganz klassisch ein Aloo Gobi mit Blumenkohl und Kartoffeln oder, jetzt zum Ende des Winters, auch mal Steckrüben. Dafür Ingwer, Knoblauch; Zwiebeln und Steckrübenstifte anschwitzen, mit einer Currymischung wie Garam Masala von Heuschrecke, Sonnentor oder Lebensbaum oder „Good Old Mill“ von Herbaria bestäuben und mit Brühe auffüllen. Rote Linsen und eine Zimtstange dazu, später eine Dose Kokosmilch. Wer keine Steckrübe da hat, aber vielleicht Karotte und Fenchel oder eine Süßkartoffel und Erbsen im Tiefkühlfach – prima, so ein Curry lässt sich einfach abwandeln. Wichtig ist, dass das Gemüse im Curry nicht zu lange erhitzt wird, damit es leicht knackig bleibt.

 

Ein Curry kann auch mit Lamm, Rind, Geflügel oder Fisch zubereitet werden. Besonders beliebt ist zum Beispiel Murgh Makhani, ein Curry mit mariniertem Huhn aus dem Punjab. Den indischen Frischkäse Paneer, der in den Currys erwärmt wird, bekommt man in Deutschland kaum, kann ihn aber aus Milch selbst herstellen. Für die Veggie-Küche gibt es zahllose Curry-Rezepte mit proteinreichen Hülsenfrüchten, Tofu und sogar mit Bio-Jackfruit. Traditionell wird zum Curry Reis oder indisches Brot wie Chapati oder Naan serviert. Erfrischend dazu: Joghurt oder Raita, eine frische Gurken-Joghurtsoße mit Minze und Koriander.

Currypulver ist übrigens nie ein Gewürz von einer einzelnen Pflanze, sondern immer eine Gewürzmischung, in Indien Masala genannt. Klassische Bestandteile sind unter anderem Kardamom, Koriander, Muskat, Bockshornkleesamen, Senfkörner, Fenchel und Zimt – ursprünglich je nach Gericht passend frisch zusammengestellt. Die ganzen Körner werden in Indien oft geröstet, damit sich die Aromen entfalten, und erst dann gemörsert. Ein Masala selbst zuzubereiten macht Spaß und bringt viel Aroma ins Essen – aber dank der hochwertigen Currymischungen im Bio-Fachhandel kann es auch mal schneller gehen. Für thailändische Currys gibt es außerdem rote, grüne und gelbe Bio-Currypasten.

Raus aus dem Plastikwahn: 40 Tage Plastikfasten


Nicht nur der Coffee-to-go lässt sich plastikfrei bewältigen

Die Fastenzeit ist für viele Menschen ein Anlass, über Dinge nachzudenken, die ihnen im Alltag nicht guttun. Viele verzichten auf Alkohol oder Süßigkeiten, andere auf Fleisch oder Fernsehen. Was uns allen in der Menge gar nicht gut tut, ist Plastik. Plastik im Meer, Plastik in den Ackerböden, und Plastik eben leider auch in vielen Lebewesen, vom Fisch bis hin zu uns Menschen. Wie wäre es also mit Plastikfasten? Ganz ohne Kunststoffe funktioniert der Alltag zwar nicht, aber 40 Tage lang ganz genau hinzuschauen, welche Produkte in Plastik stecken oder aus Plastik gemacht sind oder wie viel Plastikabrieb Millionen Autoreifen produzieren – das verändert nicht nur das eigene Konsumverhalten, sondern vielleicht will man am Ende auch viel mehr erreichen. Deutschland verbraucht mit rund 14 Millionen Tonnen so viel Plastik wie kein anderes Land in Europa. Nur politische Weichenstellungen können dafür sorgen, dass begrenzte Ressourcen und die Umwelt von allen verantwortungsvoll genutzt werden.

Bei sich selbst anzufangen ist aber trotzdem eine gute Idee: Plastikfrei einkaufen ist im Bio-Fachhandel besonders einfach. Getränke gibt es in großer Auswahl in Mehrwegflaschen – das vermeidet PET-Flaschen. Ein Vorbild für den Rest des Lebensmittelhandels, insbesondere die Discounter, die noch immer stur auf Einweg setzen. Mehl, Getreide, Flocken und Nudeln gibt es inzwischen (wieder) in Papierverpackungen, zum Beispiel von Spielberger. Ein Stück Shampooseife kann das Shampoo ersetzen, ein duftendes Stück Seife die Flüssigseife und ein Bienenwachstuch die Frischhaltefolie. Und Naturkosmetik ist sicher mikroplastikfrei. Der Einkaufsbeutel ist vermutlich sowieso längst gesetzt - beim Plastikfasten gilt es nun zusätzlich, auch wirklich immer Beutel für Obst, Gemüse, Obst und vielleicht auch Brot dabei zu haben, damit am Ende nicht doch der „Hemdchenbeutel“ aus Plastik herhalten muss.

Heißer Fruchtpunsch für kalte Tage


Auch wenn der Frühling nicht mehr weit ist:
Heißer Punsch an kalten Frühjahrtagen wärmt und stärkt

Wie das duftet! Nach einer Wanderung an kalten Tagen wärmt ein Punsch mit winterlichen Gewürzen von innen. Dafür zunächst etwas Wasser mit den Gewürzen zum Kochen bringen, erst dann den Saft angießen und nur erhitzen, aber nicht mehr kochen. Zu Kirsch- und Apfelsaft passen zum Beispiel Zimtstangen, Kardamom und Sternanis, vielleicht auch etwas Vanille. Eine kräftige Variante ist ein Holunder-Apfel-Punsch, der auch ein paar Gewürznelken verträgt. Zum Schluss den Saft aus zwei Orangen oder Orangensaft hinzugeben und je nach Geschmack mit Honig oder Agavensirup süßen. Teeliebhaber können ihren Punsch auch mit Fruchtsaft und Schwarz- oder Roibuschtee zubereiten.

Statt Orangensaft eignen sich auch Johannisbeer-, Trauben- oder Cranberrysaft gut für Punsch. Frischer Ingwer sorgt für eine angenehme Schärfe und wärmt ganz besonders. Orangen- oder Zitronenscheiben sind eine schöne Dekoration und bringen ein paar Vitamine ins Heißgetränk. Mit Glühweingewürz aus dem Bio-Fachhandel hat man eine gute Mischung für den Punsch schnell bei der Hand. Bei Lebensbaum stecken zum Beispiel Orangenschale, Zimt, Limette, Kardamom, Sternanis und Gewürznelke in der Gewürzmischung, bei Sonnentor sind es Hagebutten, Hibiskus, Nelken, Orangenschale, Ceylon-Zimt, Apfelstücke und Orangenöl. Außerdem gibt es Bio-Fruchtpunsch auch fertig gemixt – von Voelkel zum Beispiel den Hygge-Punsch Apfel-Blaubeere, Zitrone-Ingwerpunsch oder Heißen Winterapfel mit Schlehe. Zugesetzte Aromen wie beim oft viel zu süßen und künstlich schmeckenden Fertigpunsch aus dem Supermarkt kommen nicht in die Flasche.