Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 11/2019

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Weihnachtlich schlemmen ohne Stress


Festlich schlemmen geht auch ohne Fleisch oder Fisch ...

Festlich-vegetarisch zu Weihnachten, aber niemand soll den ganzen Tag in der Küche stehen? Am besten wählen Sie mindestens einen Gang, der gut am Vortag vorbereitet werden kann. Wie wäre es mit einer Winterwurzelsuppe mit Thymian-Maronen oder mit einer klaren Miso-Suppe mit frischem Gemüse und Glasnudeln? Alternativ kann man besondere Brotaufstriche wie ein Rote-Bete-Hummus oder Erbsen-Spinat-Guacamole vorbereiten und zu Brot oder Kräckern reichen.

Wer genügend Zeit hat und den "Weihnachtsbraten" vegetarisch bevorzugt, bereitet einen Nuss- oder Linsenbraten mit Apfel-Rotkohl und Kartoffeln oder Semmelklößen vor. Sogar eine kräftige vegetarische Bratensoße kann es dazu geben – passende Rezepte finden Sie auf vielen Foodblogs. Alternativ kann man einen gefüllten Butternut-Kürbis im Ofen schmurgeln lassen oder einen Süßkartoffel-Strudel mit einer würzigen Füllung aus geschmorten Champignons, Spinat, Süßkartoffel und veganem Quark oder eine Mangoldtarte mit Rotweinzwiebeln zubereiten.

Schön, wenn die Gäste etwas mitbringen können, als Vorspeise vielleicht Rote-Bete-Birnen mit Ziegenkäse oder zum Nachtisch Spekulatius-Tiramisu. Noch zeitsparender: Bio-Antipasti aus dem Kühlregal für die Vorspeise und Demeter-Mohn-Eis mit fruchtigen Kirschstückchen aus der Tiefkühlung. Oder Sie bleiben bei der Familientradition und genießen ganz einfach Kartoffelsalat mit Tofuknackern oder Quinoa-Erbsen-Bratlingen, ein gemeinsames Raclette oder ein Käsefondue. Auf jeden Fall: Fröhliche Feiertage!

Klima retten mit vereinten Kräften


UNO-Generalsekretär Guterres bezeichnete die bisherigen Maßnahmen der Weltgemeinschaft gegen den Klimawandel als „völlig unzureichend“.

Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP stiegen die globalen Treibhausgas-Emissionen in diesem Jahrzehnt im Schnitt um 1,5 Prozent pro Jahr. Ein katastrophaler Befund: Denn um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssten die Emissionen bis 2030 jährlich um 7,6 Prozent schrumpfen. Andernfalls drohe eine Erhitzung um 3,2 Grad. Deutschland, das sich bisher weit weg von den Auswirkungen der Klimakrise wähnte, kletterte derweil auf Platz drei im globalen Klima-Risiko-Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.

Vor dem Hintergrund von Hitzewellen, Dürren, Gletscherschmelzen und dem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels ging es bei der 25. Weltklimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember um höhere Selbstverpflichtungen der Staaten, eine Einigung auf Regeln für den Emissionshandel, Unterstützung für arme Länder und mehr Tempo beim globalen Klimaschutz. UNO-Generalsekretär Guterres bezeichnete die bisherigen Maßnahmen der Weltgemeinschaft gegen den Klimawandel als „völlig unzureichend“. Insbesondere die Länder mit dem größten CO2-Ausstoß würden ihre unverzichtbaren Aufgaben nicht erledigen. „Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich“, warnte er. Die Menschheit zerstöre wissentlich die Ökosysteme, die Grundlage allen Lebens sind. Und wieder wurde auf der Weltklimakonferenz eine große Chance vertan. Die Staatengemeinschaft hat sich im technischen Verhandlungsmarathon verloren statt, wie dringend geboten, den Kampf gegen die Klimakrise ernsthaft zu beginnen.

Die einzige Antwort auf die Klimakrise ist, die Emissionen schnell und deutlich zu senken. Dazu zählen der Kohleausstieg, neue Mobilitätskonzepte und ein Ende der Massentierhaltung. Dazu kann der Ökolandbau einen Teil beitragen – auch wenn jüngst eine Studie der Cranfield University in Großbritannien Bio wegen der geringeren Erträge pro Fläche als klimaschädlicher als die konventionelle Landwirtschaft bezeichnete. Ein Fehlschluss, kritisiert der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Wenn man einfach den aktuellen westlichen Ernährungsstil global hochrechne, dann funktioniere kein Landbausystem mehr. Auch nicht die industrielle Landwirtschaft, denn sie produziert zwar eine Zeitlang sehr hohe Erträge, schädigt aber gleichzeitig Ressourcen wie Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasser und Klima, die für die künftige Nahrungsproduktion unverzichtbar sind. Mit geringerem Fleischkonsum, verstärkt saisonaler und regionaler Ernährung und deutlich weniger Lebensmittelverschwendung kann Bio einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Taifun-Tofu


Taifun-Geschäftsführer Alfons Graf nimmt auf einer festlichen Gala am 22. November den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 entgegen.Foto:Dariusz Misztal

Tada und Tusch! Der Bio-Pionier Taifun-Tofu wurde im November mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ ausgezeichnet.

 

Die Jury würdigte die konsequente Ausrichtung aller Prozesse auf Nachhaltigkeit und das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. So werden verzehrfähige Produkte, die sich nicht für den Verkauf eignen, wieder dem Produktionsprozess zugeführt oder dem Team und Sozialprojekten angeboten. Ausgemusterte Produkte werden als „Tofu Mama“ neu gelabelt und online verkauft, um sie vor der Mülltonne zu retten.

In der Jurybegründung wird besonders hervorgehoben, dass die Geschäftsführung alle Nachhaltigkeitsaktivitäten direkt über ein integriertes Managementsystem steuert. Damit können zielgerichtet soziale und ökologische Verbesserungen weltweit erzielt werden. So stammen seit 2018 die Sojabohnen für Tofu und Co zu 100 Prozent aus Vertragsanbau in Deutschland, Österreich und Frankreich. Dadurch verkürzten sich die Transportwege im Vergleich zum Import aus Übersee um bis zu 90 Prozent – und somit ist nun auch der ökologische Fußabdruck deutlich kleiner. Zusammen mit der Universität Hohenheim arbeitet Taifun-Tofu außerdem an der Züchtung von ertragreichen, klimatisch angepassten und für die Tofu-Produktion geeigneten Bio-Sojasorten. Das Unternehmen bezieht 100 Prozent Ökostrom und spart durch moderne Umwelttechnologie wie Photovoltaik und Wärmerückgewinnung pro Jahr rund eine Million Kilowattstunden Strom ein. Bisher noch unvermeidbare Emissionen werden durch finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten in Südamerika kompensiert.

Blüten und Saatgut statt Feuerwerk und Feinstaub


Glitzer von kurzer Dauer, aber mit massiven Folgen für Mensch und Umwelt

Rund 150 Millionen Euro jagen die Deutschen zum Jahreswechsel buchstäblich in die Luft. Was länger bleibt als das Feuerwerk sind schlechte Luft, tausende Verletzte, verängstigte Wild- und Haustiere und tonnenweise Müll. Laut Umweltbundesamt werden in jeder Silvesternacht rund 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt, das entspricht in etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr produzierten Menge. Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaubbelastung vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Die kleinsten Partikel dringen bis in die Bronchien ein und können so Erkrankungen der Atemwege und von Herz, Lunge und Kreislauf auslösen.

Das Geld lässt sich gesünder und umweltfreundlicher investieren. So ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt jedes Jahr unter dem Motto „Brot statt Böller - An Silvester Freude teilen“ zu Spenden auf. Davon wird zum Beispiel Sorghumhirse-Saatgut für Familien in Kenia zur Verfügung gestellt, welches sie weiter vermehren können. Zur Feier des neuen Jahres wäre auch eine Spende für die ökologische Züchtung eine nachhaltige Idee, alternativ eine Bienenpatenschaft oder eine Blühpatenschaft im Netzwerk Blühende Landschaften.

In einigen Städten laufen sogar Petitionen für einen friedlichen Jahreswechsel und für Böllerverbotszonen, unter anderem in Augsburg, Darmstadt, Kassel, Köln, Leipzig, Lübeck, Mainz und Stuttgart. Andere Städte haben Feuerwerke beschränkt, zum Beispiel Passau, Bayreuth und Fachwerkstädte wie Goslar und Celle. Australien setzt schon seit den achtziger Jahren auf professionelle öffentliche Großfeuerwerke – privates Böllern ist verboten, genau wie in den Niederlanden. In Städten wie Turin, Paris, Graz und Brüssel werden Lichter feinstaubfrei und ohne Lärm an den Himmel gezaubert.

Ein echter Wintertyp: Feldsalat


Lecker und gesund: frischer Feldsalat

Viel Frisches vom Feld gibt es nicht im Winter – aber zum Glück Feldsalat! Die frostfesten Blattrosetten kommen sogar mit geballter Vitamin- und Mineralstoffkraft in die Schüssel: Vor allem bei Folsäure, Vitamin A und C und Eisen sticht Feldsalat viele anderen Salate aus. Das leicht nussartige Aroma passt gut zu Orangen, Äpfeln, Birnen und Nüssen, lässt sich aber auch deftig mit ausgelassenem Speck, geräucherter Forelle, Gorgonzola oder Räuchertofu kombinieren. Oder von allem etwas, wie beim Feldsalat mit Äpfeln und Camembert oder mit Linsen und Schafskäse. Dazu passt am besten eine Vinaigrette mit einem Nussöl und einem aromatischem Balsamico oder Himbeeressig. Mischen Sie das Dressing aber erst kurz vor dem Servieren unter, sonst fallen die Blättchen schnell zusammen. Zu einer ganzen Wintermahlzeit wird Feldsalat mit Kartoffeln, Puy-Linsen, gekocht mit Thymian und Lorbeer, Apfelstückchen, Chicorée und einer Marinade, in der Schalotten, geraspelte Möhre und Lauch gedünstet worden sind.

Der Salat kommt in kleinen Büscheln und mitsamt den feinen Wurzeln ins Gemüseregal. Das sorgt dafür, dass die Blättchen nach der Ernte knackig bleiben. Gründliches Spülen mit kaltem Wasser entfernt den Sand, der sich in den Rosetten verstecken kann. Feldsalat gehört übrigens zu den Baldriangewächsen, enthält tatsächlich auch Baldrianöl und wurde früher als Wildgemüse am Acker- oder Wiesenrand gesammelt. Angebaut wird er erst seit etwa 100 Jahren. In vielen Regionen gibt es besondere Namen wie Rapunzel, Sonnewirbele, Vogerl-, Mausöhrchen- oder Nüsslisalat.