Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 10/2019

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Bitte wenden! Unser Konsum zerstört die Erde


Wird es bald weder Faultiere noch Regenwälder geben? Neue Studie fordert ein deutliches Umdenken bei Konsum und Ressourcennutzung (c)minkewink/ pixabay

Die Menschen in den Industrieländern verbrauchen mehr als je zuvor in der Geschichte. Das verschwendet nicht nur Unmengen an Ressourcen, sondern bedroht auch die Artenvielfalt und Ökosysteme, oft jenseits der Landesgrenzen und besonders häufig im Globalen Süden. Eine neue Studie im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz zeigt am Beispiel der drei Importgüter Lithium, Soja und Baumwolle, wie durch den An- beziehungsweise Abbau Lebensräume verlorengehen: So werden Regenwälder abgeholzt, Monokulturen geschaffen, chemische Düngemittel und Pestizide kommen übermäßig zum Einsatz und offene Wasserflächen gehen verloren.

Klares Ergebnis des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das die Studie erstellt hat: Das Konsumverhalten der Menschen aus den nördlichen Industrieländern muss sich umfassend ändern. Dazu zählen weniger Fleischverzehr und Slow statt Fast Fashion. Denn mit unseren Importen nutzen wir in Europa zwei bis dreimal so viel produktives Land wie uns innerhalb unserer Grenzen zur Verfügung steht. An die Politik richten die Expertinnen und Experten den Rat, den öffentlichen und den nichtmotorisierten Verkehr in Städten zu fördern, den Fleischkonsum mit steuerlichen und regulatorischen Maßnahmen zu senken und Kampagnen für eine „Slow Fashion“-Kultur durchzuführen.

Laut Weltklimarat (IPCC) verursacht die Landwirtschaft zudem ein Drittel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen, vor allem durch Massentierhaltung und synthetische Düngemittel. Trotzdem kam gerade wieder eine britische Studie zu dem Schluss, dass die umwelt- und klimafreundliche Bio-Landwirtschaft die Welt nicht ernähren könne. Diese Studie ist im Ansatz falsch, denn sie berücksichtigt weder die Auswirkungen von Pestizideinsätzen noch die notwendige Konsumwende – weg von zu viel Fleisch, hin zu mehr Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten, saisonal und regional.

Herbstliche Suppen für kalte Tage


Herbstzeit ist Suppenzeit! Ob Borschtsch oder Maronensuppe, wärmende Eintöpfe sind genau das Richtige für trübe Regentage

„Die Suppe lügt“ hieß ein erfolgreiches Buch über die Tricks der Lebensmittelindustrie vor 20 Jahren. Für eine „wahre Suppe“, ganz ohne Zusatzstoffe, liefert der Herbst viele wunderbare Zutaten. Richtige Seelentröster für trübe Regentage sind leuchtend gelbe oder rote Suppen auf der Grundlage von Kürbis, Süßkartoffel oder Roter Bete. Für einen farbenfrohen Borschtsch kommen Rote Bete, Zwiebeln, Möhren und Petersilienwurzel in den Topf, wahlweise auch Rindfleisch und Weißkohl, serviert wird mit Dill und Sauerrahm. In einer Cremesuppe kann die Rote Bete auch die Hauptrolle spielen, begleitet zum Beispiel von wärmendem Ingwer und Apfel.

Für ein wohliges Gefühl bei Kälte und Nässe sorgt auch eine kräftige Selleriecremesuppe. Der leicht herbe Geschmack des Knollenselleries harmoniert gut mit Äpfeln oder Birnen. Auch etwas Säure verträgt die Suppe, zum Beispiel durch Limettensaft oder Weißweinessig. Milder wird es, wenn man einen Teil des Selleries durch Kartoffeln ersetzt. Pep bringen Thymian oder Cayennepfeffer oder Muskatnuss – ganz nach Geschmack. Etwas Besonderes ist eine Maronensuppe. Zusammen mit Petersilienwurzel, Fenchel und Sellerie ergeben Esskastanien eine wunderbar samtige Cremesuppe. Wenn die Maronen die Hauptrolle in der Suppe spielen sollen, sind Schalotten, Sahne und heller Portwein gute Begleiter, vielleicht auch etwas Zimt, wie in Südtirol üblich.

Tipp: Kurz vor dem Servieren einen Schuss aromatisches Öl hinzufügen, zum Beispiel geröstetes Haselnussöl oder Kürbiskernöl. Croutons, geröstete Mandelblättchen oder gehackte Kräuter können ein zusätzliches i-Tüpfelchen sein.

Kiwi: Süße Früchtchen mit viel Vitamin C


Urpsrünglich aus China stammend, ist die Kiwi jetzt auch in Mittelmeerländern heimisch

Keine Frage, die Schniefnasen-Saison hat begonnen. Ein paar zusätzliche Vitamine können da nicht schaden – und die Kiwi bringt gleich eine ordentliche Menge davon mit. Allen voran Vitamin C – da toppen Kiwis sogar Mandarinen. Hinzu kommen viele Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Eisen. Am einfachsten löffelt man das Fruchtfleisch einfach aus den halbierten Früchten heraus.

 

Man kann Kiwis aber auch mit dem Müsli, im Obstsalat oder Smoothie genießen. Als Carpaccio machen sich dünne Kiwischeiben gut mit Ziegenfrischkäse, karamellisierten Feigen, gerösteten Pinienkernen und Rucola sowie einem Dressing mit Senf, Olivenöl, Honig und Orangensaft. Seit einigen Jahren sind auch Gelbe Kiwis auf dem Markt. Sie sind süßer, die Schale ist unbehaart, und das Fruchtfleisch ist gelb statt grün. Der Clou ist aber: Anders als grüne Kiwis kann man die gelben auch mit Joghurt oder Quark kombinieren, ohne dass ein bitterer Geschmack entsteht.

Die anfangs als „Chinesische Stachelbeere“ bezeichnete Kiwi stammt aus den Wäldern im Nordosten Chinas. Dort klettert sie an den Bäumen bis in zehn Meter Höhe. Erst vor 100 Jahren brachte eine Neuseeländerin die Kiwi in ihr Heimatland. Der Export nach Europa nahm erst in den achtziger Jahren richtig Fahrt auf. Der Name „Kiwi“ wurde damals für die bessere Vermarktung erfunden - nach dem gleichnamigen Vogel, dem Wappentier Neuseelands. Auch in Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich werden im Winterhalbjahr Kiwis geerntet – in Italien sogar mehr als in Neuseeland.

Stimmungsvoller Advent – plastikfrei


Auch ohne Plastik, Glitzer und Co. lässt sich Adventszeit stimmungsvoll gestalten

Raus in die Natur, auch im November! Bei einem Spaziergang hat man die Chance, knorrige Zweige, Rinde, besondere Steine, bunte Blätter und Zapfen zu finden. Denn auch die Adventszeit ist plastikfrei noch schöner. All die bunten Plastikkugeln, Blink-Weihnachtsmänner, künstlichen Beeren und Bastelglitzer werden am Ende nur zu Problemmüll.

Aber man muss die jährlich neuen Dekotrends ja nicht mitmachen. Glücklich, wer schöne Traditionsstücke aus Holz hat wie Schwibbögen, Nussknacker, Krippen oder Weihnachtspyramiden. Aber auch einen Adventskranz aus Metall oder Holz kann man jedes Jahr neu mit Fundstücken aus der Natur, Strohsternen und Familienstücken festlich dekorieren. Treibholz oder ein stabiler Ast sind geeignet, um Adventsschmuck an der Wand oder hoch über dem Tisch aufzuhängen, besonders stimmungsvoll zusammen mit einer energiesparenden LED-Lichterkette. Und eine schöne Schale kann man mit Schätzen aus dem Wald oder dem Garten dekorieren oder mit guten Sachen aus dem Bioladen: Nüssen, Orangen und Äpfeln.

Zu Weihnachten schont müllfreies Verpacken die Umwelt. Werden Sie kreativ: Packen Sie Geschenke in praktische Dinge wie Brotbeutel, Mehrweg-Gemüsebeutel, Geschirrtücher oder Schals. Auch alte Stoffe, Stofftaschentücher und Kopfkissenbezüge, Tapetenreste, Schuhkartons, Wolle, Bänder und Schnüre können genutzt werden. Nichts gefunden? Dann wäre unbedrucktes Packpapier und eine Hanf- oder Juteschnur eine nachhaltige Wahl. Verzieren Sie mit Zapfen, Zweigen und Nüssen, vielleicht auch mit Weihnachtsdeko, die Sie nicht mehr benötigen, oder lassen Sie ihre Kinder das Papier bemalen oder bestempeln. Wir wünschen eine nachhaltig stimmungsvolle Adventszeit!

„VitiFIT“ – Fitnessprogramm für den Bio-Weinbau


In deutschen Weinbauregionen fand die Weinlese in diesem Herbst teils schon 2-3 Wochen früher statt

Die Bio-Rebfläche und die Nachfrage nach Bio-Wein wachsen seit Jahren, und unter den Top-Bewertungen zahlreicher Wettbewerbe finden sich immer mehr ökologisch produzierte Tropfen. Der Weg zu hochwertigen Bio-Qualitäten ist für die Winzerinnen und Winzer aber manchmal steinig. So kann ein Befall mit Falschem Mehltau zu großen Ertrags- und Qualitätseinbußen führen. Konventionelle Winzer spritzen synthetische Fungizide mit umwelt- und gesundheitsgefährdenden Wirkstoffen. Im Bio-Weinbau ist möglichst sparsam dosiertes Kupfer das Mittel der Wahl, um den aggressiven Schadpilz in Schach zu halten.

Der Einsatz des Schwermetalls soll jedoch weiter reduziert und langfristig möglichst ersetzt werden. An diesem Punkt setzt das bundesweite Projekt "VitiFIT -Gesunde Reben im Ökoweinbau durch Forschung, Innovation und Transfer“ an, das im September an den Start ging. Im bisher größten Verbundprojekt zur Förderung des Bio-Weinbaus sollen wirksame Verfahren gegen den Falschen Mehltau und verbesserte technische Verfahren zur Stärkung der Rebengesundheit entwickelt werden. Auch die Züchtung optimierter pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWIs) steht auf dem Programm. Der Bund stellt insgesamt 6,3 Millionen Euro zur Verfügung.

VitiFIT-Partner sind unter anderem die Hochschule Geisenheim die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und die Anbaubände Bioland, Demeter, Ecovin und Naturland sowie Bio-Weingüter als Pilotbetriebe. Sie wissen, was das Fundament für neue Wege im Bio-Rebenschutz ist: durchdachter Bodenschutz mit möglichst dauerhafter Begrünung und organischem Dünger wie Kompost und Mist und eine möglichst große Artenvielfalt rund um die Monokultur der Rebe, damit Nützlinge sich ansiedeln.