Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 09/2019

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

#WorldFoodDay 2019 – für eine gesunde Welt ohne Hunger


Welternährungstag: Hunger und Mangelernährung bekämpfen,
mehr gesunde und nachhaltige Lebensmittel für alle

„Bei #ZeroHunger geht es nicht nur darum, den Hunger zu bekämpfen, sondern auch Menschen gesund zu ernähren und den Planeten gut zu pflegen.“ So schreibt es die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, auf ihrer Website zum Welternährungstag am 16. Oktober 2019. Damit liegt sie auf einer Linie mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus und der Vollwerternährung. Allerdings haben sich die Essgewohnheiten in den letzten Jahrzehnten stark verändert, weg von lokalen und saisonalen Produkten und hauptsächlich pflanzlichen und ballaststoffreichen Gerichten hin zu hochverarbeiteten Lebensmitteln voller Zucker, gehärteten Fetten, Salz und zu viel Fleisch. Immer weniger Zeit bleibt zum Kochen, stattdessen holen sich viele Menschen ihre Mahlzeiten aus dem Supermarkt und aus Fast-Food-Läden. Das gilt auch für viele Entwicklungsländer, wo Hunger und Adipositas häufig zusammenkommen, weil die Ernährung zum Beispiel einseitig auf Reis und billigem Öl basiert oder Chips und Softdrinks überall billig angeboten werden. Die FAO wünscht sich mehr Qualität und Vielfalt für alle, zum Beispiel durch mehr traditionelle, lokal angebaute Lebensmittel – das unterstützt regionale Wertschöpfung genauso wie die biologische Vielfalt.

Während es in den Industriestaaten vergleichsweise einfach ist, sich ausgewogen und nachhaltig zu ernähren, sind in den Entwicklungsländern noch viele Schwierigkeiten zu überwinden. Laut UN-Ernährungsbericht 2018 sind weltweit rund 821 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Das sind elf Prozent der Weltbevölkerung. Etwa zwei Milliarden leiden zudem an „verstecktem Hunger“, dem Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen. Die FAO fordert daher Maßnahmen auf allen Ebenen, damit eine gesunde und nachhaltige Ernährung für alle erschwinglich und zugänglich ist. Verlust von Bodenfruchtbarkeit, Klimawandel, Landraub und Hunger trotz globaler Überproduktion – im „modernen“ Agrarsystem ist der Wurm drin. Der Welternährungstag bietet Gelegenheit über die Ursachen in Nord und Süd zu diskutieren, Alternativen wie die Agrarökologie bekannter zu machen und die Vorteile ökologischer, saisonaler, lokaler und fairer Nahrungsmittel für Mensch und Umwelt hervorzuheben.

Kippt das Klima oder kriegen wir die Kurve?


Klimakrise: Anpacken statt kapitulieren! Nationales NGO-Bündnis
startet Eil-Appell für ein wirksames Klimapaket

Anfang Dezember findet in Santiago de Chile der nächste Welt-Klimagipfel statt, die jährliche Konferenz der Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention. Größere Sprünge als in den vergangenen Jahren sind nötig, damit das 2015 in Paris vereinbarte 1,5-Grad-Ziel gehalten werden kann. Die Bundesregierung hat inzwischen ihr umstrittenes Klimagesetz verabschiedet. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer bezeichnete das Paket als nicht ausreichend, um die geplante CO2-Einsparung zu erreichen. Vor allem die CO2-Bepreisung halten Experten für viel zu niedrig, und die Förderung der erneuerbaren Energien komme zu kurz. Er ist nicht der einzige, der sich enttäuscht von diesem Gesetz zeigt: Umweltverbände, Wissenschaftler*innen und Klimaaktivist*innen kritisieren das Gesetz als völlig unzureichend.

Ein großes Bündnis von Organisationen und Unterstützer*innen hat nun die Kampagne „Das Klima kippt – handelt!“ gestartet. Den Eil-Appell an die Bundesregierung, bis zur Weltklimakonferenz in Chile ein wirksames Klimapaket zu schnüren, haben bereits mehr als 300.000 Menschen unterzeichnet. Zu den Forderungen gehören eine echte Verkehrs- und Agrarwende und ein CO2-Preis von mindestens 50 Euro pro Tonne ab 2020, mit einer Steigerung auf 180 Euro bis zum Jahr 2030.

Deutschlands Pro-Kopf-Emissionen sind deutlich höher als der globale Durchschnitt und auch höher als zum Beispiel die Pro-Kopf-Emissionen in China. Im Pariser Abkommen hat sich Deutschland als reiches Industrieland verpflichtet, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Der Weltklimarat (IPCC) der UN liefert mit seinen Sonderberichten regelmäßig neue Gründe, diese Rolle endlich einzunehmen. Gerade wurde der Bericht „Meere und Eisvorkommen“ veröffentlicht. Danach droht der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 60 bis 110 Zentimeter zu steigen, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen weiter so stark zunimmt wie bisher.

Superknolle Süßkartoffel


Die Süßkartoffel oder Batate: Nicht verwandt mit der Kartoffel,
aber ebenso vielseitig wie schmack- und nahrhaft

Rund um den Erdball ist sie eine der wichtigsten Nahrungspflanzen, und längst hat die sie auch den Weg in mitteleuropäische Küchen gefunden: die Süßkartoffel oder Batate. Mit der Kartoffel ist sie nicht verwandt, nur die Form ist ähnlich. Während bei der Kartoffel als Nachtschattengewächs viele Pflanzenteile giftig sind, werden die Blätter der „süßen Schwester“ in Afrika wie Spinat gegessen. Trotz aller Unterschiede lassen sich beide Gemüsesorten genauso vielfältig zubereiten: im Ofen gebacken, im Curry oder Auflauf, als Püree oder Cremesuppe… alles ist möglich.

 

Der leicht süßlich-nussige Geschmack entsteht beim Erhitzen. Er harmoniert gut mit Knoblauch, Ingwer oder Meerrettich, auch mit mediterranen oder asiatischen Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Rosmarin, Thymian und Salbei. Probieren Sie zum Beispiel mal eine Süßkartoffel-Frittata mit Spinat und Feta, kräftig gewürzt mit Knoblauch und Muskatnuss oder eine Süßkartoffel-Möhren-Suppe mit Chili, Limettensaft, Ingwer und einer guten Currymischung. Für Ofengemüse die Knollen in Scheiben schneiden und mit einer Gewürz-Öl-Mischung marinieren. Auf dem Backblech sind sie nach 20 Minuten an den Rändern goldbraun und fertig als Beilage zu Burger, Salat oder einem Kräuterquark.

Süßkartoffeln enthalten mehr Stärke und Zucker als Kartoffeln. Ungesünder sind sie deshalb nicht: Die Kohlenhydrate werden im Körper nur langsam aufgenommen, sättigen daher langanhaltend, ohne starke Blutzuckerschwankungen zu verursachen. Dazu enthalten sie reichlich Kalium, Vitamin E und Betacarotin, die Vorstufe von Vitamin A, das für das leuchtende Orange sorgt. Für gutes Gedeihen braucht die Süßkartoffel ein mildes Klima. In Europa wird sie daher bisher vor allem in Italien, Spanien und Portugal angebaut. Ab September bilden sich die Knollen, geerntet wird meist im Oktober. Halten Sie also Ausschau im Bio-Fachhandel – vielleicht entdecken Sie sogar heimische Knollen!

Bio-Milch - immer ohne Gentechnik


Ökologische Tierhaltung: beste Voraussetzung für gute,
gentechnikfreie Bio-Milch

Eine überwältigende Mehrheit in Deutschland will keine Gentechnik im Essen. Manchmal ist Gentechnik jedoch „versteckt“, wenn zum Beispiel gentechnisch veränderte Stärken oder Mikroorganismen eingesetzt werden, um Zusatzstoffe oder Enzyme für die industrielle Lebensmittelproduktion herzustellen. Nur bei Bio-Produkten ist man da immer auf der sicheren Seite.

Dasselbe gilt für Bio-Milch. Gentechnisch verändertes Soja- oder Maisfutter ist tabu. Bei konventioneller Milch waren dagegen noch vor sieben Jahren gerade mal drei Prozent gentechnikfrei. Dieser Anteil ist rasant gestiegen auf aktuell 60 Prozent, was im Umkehrschluss heißt, dass immer noch jeder vierte Liter konventionelle Milch von Kühen stammt, die gentechnisch verändertes Futter bekommen haben.

Aber natürlich spricht noch viel mehr für Bio-Milch: Nicht nur auf der Verpackung stehen die Kühe werbewirksam auf der grünen Wiese, sondern die ökologisch gehaltenen Tiere dürfen tatsächlich ins Freie. Auf dem Weideland kommen weder chemisch-synthetische Düngemittel noch Unkrautbekämpfungsmittel zum Einsatz und der Kräuteranteil ist dank der ökologischen Bewirtschaftung deutlich höher. Außerdem bekommen die Kühe auch im Stall reichlich Grünfutter und Heu statt vor allem Kraftfutter und Maisschrot wie in der konventionellen Haltung. Das ist nicht nur artgerecht, sondern sorgt auch für einen hohen Anteil an gesunden Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien wie Vitamin E in der Milch. Der Bio-Fachhandel ist zudem gute Quelle für traditionelle Frischmilch, die oft nicht homogenisiert oder durch besondere Verfahren „länger frisch“ oder „länger haltbar“ gemacht wurde.

BioSpitzenköche-Blog: Inspirationen für die eigene Küche


Die BioSpitzenköche: Kochprofis mit Inspiration, Kreativität und
ganzheitlichem Verständnis für gesunde u. nachhaltige Ernährung

Die BioSpitzenköche sind seit mehr als 15 Jahren unterwegs, um zum Beispiel bei den Aktionstagen Ökolandbau, im Fernsehen, in Kochschulen oder auf Messen für mehr Bio in der Gastronomie zu werben. In ihren Spitzenrestaurants, Kochschulen, in Kliniken, Mensen und Kantinen kochen die 20 Profiköchinnen und -köche nahezu ausschließlich mit Bio-Zutaten. Nun lassen sie sich in ihrem neuen Blog in die Töpfe schauen. Wie wäre es zum Herbstbeginn zum Beispiel mit Hokkaidokürbis mit Tofu-Maronenfüllung und pikanter Tomatensauce?

Seit BioSpitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch aus Baden-Württemberg mit Biobauern zusammenarbeitet, kocht er mit vergessenen Sorten und neuen Produkten in seinem Restaurant „Rose“. Das sind beispielsweise Gerichte mit Einkorn, Rotkorn, rotweiß-gestreifte Bete und viele andere Wintergemüse wie Topinambur und Schwarzwurzel. Dazu verwendet er Blüten, Beeren, Streuobst und mehr als 60 Kräuter aus dem Garten und aus Wildsammlung. BioSpitzenköchin Mayoori Buchhalter kombiniert aktuell Quitten mit Lauch, Rote Bete, Pastinaken, Möhren und Süßkartoffeln, vielen Gewürzen und Kräutern, Datteln und Rosinen in einer Tajine, einem Schmorgefäß aus der nordafrikanischen Küche – die auch durch einen Wok oder einen großen Topf mit Deckel ersetzt werden kann. BioSpitzenkoch Christian Kolb engagiert sich wie viele seiner Kollegen für „From Nose To Tail“, also die Verwendung aller Teile eines Tieres, und serviert eine herbstliche Gebratene Rinderleber mit Birne-Pak-Choi-Ragout, gewürzt mit Knoblauch, Thymian und frischem Vanillemark.

Der Blog bietet neben Bio-Rezepten für die Saison auch Profi-Kochtipps und Interviews mit den BioSpitzenköchen. Lassen Sie sich inspirieren! Die BioSpitzenköchinnen und -köche sind auch auf Instagram und Facebook unterwegs.