Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 07/2019

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Tempeh – super für den Grill


Vegan grillen – lecker & klimafreundlich.
Foto: Fotolia.com

Vegan grillen – aber was? Eine für viele noch unbekannte Variante ist Tempeh, in Indonesien seit Jahrhunderten beliebt und in Deutschland heute produziert von Bio-Pionieren wie Tofu Nagel, Alberts und der Tempehmanufaktur. Grundlage sind Sojabohnen oder Lupinensamen. Sie werden erst gekocht, mit Hilfe eines Edelschimmelpilzes fermentiert und dann frisch als Block oder Rolle angeboten. Tempeh punktet mit hochwertigem Eiweiß, Ballast- und Mineralstoffen und darüber hinaus mit einem kernigen Biss.

Tempehwürfel kann man gut mit Gemüse wie Pilzen, Paprika, grünem Spargel und Kirschtomaten auf Spießen grillen. Richtig aromatisch wird der Tempeh-Spieß, wenn man alle Zutaten mariniert, zum Beispiel mit Knoblauch, Kräutern und Olivenöl. Auch Kokosnussmilch, Erdnussbutter, Ingwer und Ahornsirup können Teil einer Marinade sein. Alternativ gibt es grillfertigen Tempeh, zum Beispiel mit Kräutern der Tempehmanufaktur. Pikante Saucen gehören für viele zum Grillgenuss einfach dazu und bei wenig Zeit können sie auch das Marinieren ersetzen – der Bio-Fachhandel hat in der Grillsaison eine große Auswahl davon.

Wer Tempeh lieber in der Pfanne zubereitet, kann ihn zum Beispiel mit Sojasauce und Balsamico ablöschen und als kräftige Beilage zu Kartoffeln, Reis und Gemüse oder in Streifen als kerniges „Topping“ zu Salaten servieren. Tempeh ist außerdem die perfekte Basis für veganes Geschnetzeltes, Asia-Gerichte und Currys.
Geräucherter Tempeh passt zu Suppen, Eintöpfen, Hülsenfrüchten oder in den Veggieburger. Leckere Rezepte wie „Rucola-Salat mit mediterranen Tempeh-Croutons“ und „Gemüse-Curry mit Asia-Tempeh und Basmati-Duftreis“ findet man zum Beispiel in der Rezeptsammlung der Tempehmanufaktur.  Wir wünschen guten Appetit!

Tierwohl-Label mit vielen Tücken


Wie Schweine leben unterscheidet sich stark -
je nachdem, ob es konventionelle oder Bio-Tierhaltung ist.

Schweine auf engstem Raum und auf Betonböden ohne Einstreu; Hühner, die nie das Licht oder frisches Gras sehen: Mit dem Tierwohl ist es in vielen konventionellen Ställen nicht weit her. Nun will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein staatliches Tierwohl-Label mit drei Stufen einführen. Doch es gibt reichlich Kritik, denn es soll es nur ein freiwilliges Label sein ohne verpflichtende Kennzeichnung. Damit wäre nicht viel gewonnen, weil voraussichtlich weiter zahlreiche Produkte ohne Label in den Läden zu finden wären.

Zudem sind die vorgeschlagenen Tierwohl-Standards vergleichsweise niedrig. So soll in der Eingangsstufe sogar das Abschneiden der Ringelschwänze bei Ferkeln erlaubt bleiben. Eine aktuelle Analyse von Bioland ergab, dass selbst in den höheren Stufen die Anforderungen teilweise nicht über den gesetzlichen Mindeststandard hinausreichen. So hätten Schweine auch in der höchsten Kategorie inklusive Auslauffläche deutlich weniger Platz im Stall als bei EU-Bio. Für den Einsatz von Antibiotika und Arzneimitteln setzt keine der Stufen Einschränkungen. Sogar Kastenstände, also die Fixierung von Sauen vor und nach der Geburt, bleiben erlaubt.

Bio-Tierhaltung soll nicht als eigene Stufe in die Kennzeichnung aufgenommen werden, sondern in einen Topf mit der „Premiumstufe“ bei der konventionellen Erzeugung geworfen werden. Das grenzt an Verbrauchertäuschung:
Bio-Schweine haben beispielsweise über 50 Prozent mehr Platz als Schweine in der oberen konventionellen Stufe – und sogar dreimal mehr, als der gesetzliche Mindeststandard vorgibt.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert eine verpflichtende Tierwohl-Kennzeichnung und transparente Produktionsstandards. Bio-Tierhaltung müsse als eigene Stufe in die Kennzeichnung aufgenommen werden – und zwar nicht wie geplant als Stufe „3“ oder „4“, sondern analog zur erfolgreichen Eier-Kennzeichnung als „0“. Was im Markt beim Ei gelernt ist, müsse jetzt auf ein Label für Fleisch übertragen werden.

Jetzt frisch von der Stange: Grüne und Dicke Bohnen


Grünen Bohnen - frisch geerntet eine Köstlichkeit!

Bohnen zählen zu den buntesten und formenreichsten Lebensmitteln überhaupt – und sie sind einer der wichtigsten pflanzlichen Eiweißlieferanten. In Europa besonders beliebt sind die noch nicht ausgereiften Hülsen der Gartenbohne; auch Grüne Bohne oder Schnittbohne genannt. Die Freilandernte ist jetzt im vollen Gange – greifen Sie also zu!

 

Ursprünglich stammt die Grüne Bohne aus Mittel- und Südamerika, wo sie mit Kürbis und Mais zu den wichtigsten Lebensmitteln zählte. Als Seefahrer sie im 16. Jahrhundert nach Europa brachten, verdrängte sie die in Europa heimischen Ackerbohnen aus den Küchen zunächst in die Futtertröge. Heute sind letztere als Dicke Bohnen – in Italien auch Favabohnen genannt – wieder eine Delikatesse. Probieren Sie mal eine mediterrane Version mit Tomaten, geköchelt mit Thymian, Bohnenkraut, Schalotten und Weißwein! Wer mag, ergänzt Pecorino und Knoblauch. Dazu gibt es frisches Baguette.

Grüne Bohnen passen gut zu Lammgerichten; unverzichtbar sind sie in Sommergemüse-Eintöpfen. Ein Bohnensalat kann, muss aber nicht klassisch mit Speck daherkommen: Bohnen, Tomaten und Feta sind eine sommerlich-frische Alternative, etwas gehaltvoller ist die Kombination mit Bratkartoffeln, Basilikumpesto und roten Zwiebeln. Lecker zu frischem Brot ist eine Frischkäse-Bohnen-Crème.

Roh darf man Grüne Bohnen übrigens nie essen: Sie enthalten die für den Menschen giftige Eiweißverbindung Phasin, die erst beim Kochen zerstört wird. Bestehen bleiben dabei zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe, allen voran pflanzliches Eiweiß, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium.

Grünen Strom beziehen, Energiewende ankurbeln!


Grüner Strom für die Energiewende

Die Energiewende muss schneller abgeschlossen sein, und mit einem Wechsel des Stromanbieters kann jeder von uns sie ein wenig beschleunigen. Denn die Anbieter von echtem Ökostrom fördern den Ausbau erneuerbarer Energien: Sie investieren in neue regionale Wind- und Solaranlagen an naturverträglichen Standorten und in innovative Energieprojekte wie Stromspeicher oder intelligente Netze. Ökostromkunden unterstützen damit Projekte, die die Energiewende voranbringen, aber aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen oft nicht realisiert werden würden. Und: Je höher die Nachfrage nach Ökostrom in Deutschland ist, desto stärker wird schmutzige Energie aus fossilen Rohstoffen und Atomkraftwerken vom Markt verdrängt.

Zu erkennen ist echter Ökostrom am Label „Grüner Strom“. Es garantiert, dass sich der Anbieter nicht direkt an Atomkraftwerken beteiligt und mit einem festen Betrag je verkaufter Kilowattstunde den Ausbau erneuerbarer Energien fördert und nicht in erster Linie Geld mit dem grünen Image verdienen will. Denn die Bezeichnung „Ökostrom“ ist nicht geschützt: Viele große und auch regionale Anbieter verwenden „grüne“ Marktbezeichnungen, obwohl sie hauptsächlich Atom- und Kohlekraftwerke betreiben. Nicht immer wird deutlich, wofür sie die Mehreinnahmen aus dem Ökostromverkauf verwenden und ob sie überhaupt an einer Energiewende interessiert sind.

Die bekanntesten und vertrauenswürdigsten Anbieter sind seit Jahren Lichtblick, Naturstrom, die Elektrizitätswerke Schönau und Greenpeace Energy. Diese „Kleinen Vier“ wurden auch bekannt durch die Kampagne „Atomausstieg selber machen“. Sie sind unabhängig, transparent und liefern bundesweit ausschließlich grünen Strom – inzwischen an mehr als eine Million Kunden, darunter auch zahlreiche Bio-Unternehmen und Bioläden.

Bio-Honig: Artenschutz vor der Haustür


Süßer Artenschutz: Bio-Honig.

Es ist die vielleicht süßeste Möglichkeit, etwas für den Artenschutz zu tun: Genießen Sie Bio-Honig aus Deutschland, am besten aus Ihrer eigenen Region. Viele Bioläden und Bio-Supermärkte bieten Honig von Bio-Imkern aus dem Umland an. Er ist vielleicht ein wenig teurer als Importware aus Mexiko oder Australien, dafür regional und damit klimafreundlich.
Und die Bienen haben beim Sammeln etwas getan für Ihren restlichen Bio-Einkaufskorb! Über drei Viertel der europäischen Lebensmittelerzeugung wären ohne Bestäubung durch Bienen nicht möglich, zum Beispiel der Anbau von Äpfeln, Kirschen, Beeren, Erbsen, Kürbis und Ölsaaten wie Distel und Lein.

Bio-Imker müssen ihre Standorte so wählen, dass die Bienenweide im Umkreis von drei Kilometern vor allem aus Pflanzen aus ökologischem Anbau, Wäldern und extensiv bewirtschafteten Feldern und Wiesen besteht. Das Wachs für neue Mittelwände muss aus ökologischer Produktion stammen, und die Bienenkästen dürfen nur aus natürlichen Rohstoffen wie Holz, Lehm und Stroh bestehen. Chemische Mittel und Medikamente zum Fernhalten der Bienen beim Ernten des Honigs oder gegen Parasiten und Krankheiten sind verboten.

Mit Honig kann man Müslis, Obstsalate und Saucen aromatisch süßen, zum Beispiel einen Quark-Honig-Senf-Dip. Lecker ist ein wenig Honig auch zu gebackenen Birnen mit Gorgonzola, Ofengemüse oder Flammkuchen mit Ziegenkäse und Zwiebeln. Helle Honigsorten sind meist milder im Geschmack, dunkle dagegen kräftiger und würziger, oft mit einer besonderen feinherben Note.