Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 06/2019

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Ich bin dann mal weg – aber klimafreundlich!


Nachhaltig reisen macht noch mehr Spaß!

Dass eine Flugreise nach Costa Rica oder eine Kreuzfahrt nicht die klimafreundlichste Wahl für den nächsten Urlaub ist, ist uns wohl allen klar. Ein Berliner Unternehmen spendiert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern inzwischen sogar drei zusätzliche Urlaubstage, wenn sie auf Langstreckenflüge verzichten. Aber Urlaubsspaß und Erholung ohne großen ökologischen Fußabdruck, wie geht das? Am stärksten ins Kontor schlägt die Anreise mit Flugzeug oder Auto. Wer umsteigt auf Bahn oder Bus, reduziert seinen Treibhausgas-Ausstoß also enorm. Am Zielort ist dann ein guter öffentlicher Nahverkehr hilfreich oder eine Unterkunft, die Räder oder E-Bikes verleiht oder Mitglied beim lokalen Carsharing ist.

Neben An- und Abreise haben auch Unterkunft, Verpflegung und Urlaubsaktivitäten Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck. Für umweltfreundliche Ideen lohnt ein Blick in Portale wie Fahrtziel Natur vom NABU, Viabono, BioHotels oder Wir sind anderswo. Wer im Urlaub gerne Rad fährt oder wandert, findet in Deutschland zahlreiche geprüfte Radrouten und Qualitätswanderwege. Ideen liefern zum Beispiel das Portal „Wanderbares Deutschland“, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub und die Datenbank „Fahrradreisen“. Wo auch immer man unterwegs ist, ins Gepäck gehören eine Trinkflasche zum Wiederbefüllen und für den Einkauf Mehrwegtaschen und Gemüsebeutel!

Wer ins Flugzeug steigen möchte, um andere Kulturen kennenzulernen oder fremde Landschaften zu entdecken, kann den Klimagas-Ausstoß zumindest kompensieren. Ausgleichszertifikate – möglichst mit Goldstandard - belegen, dass durch Klimaschutzprojekte die gleiche Menge CO2 gebunden wurde wie man durch den Flug erzeugt. Empfehlenswert sind Atmosfair, MyClimate und GoClimateNeutral.

Frische Fruchtbowle - so schmeckt der Sommer!


Bowle: erfrischend und fruchtig durch den Sommer - Foto: Pixabay

Sommerhitze, Sonnenschein, da heißt es: Viel trinken! Für Abwechslung sorgt eine große Schüssel voll Fruchtbowle. Das Partygetränk der 70er Jahre enthält generalüberholt und modernisiert natürlich weder Dosenfrüchte noch gefärbten Likör, an heißen Tagen am besten gar keinen Alkohol. Eigentlich braucht man nicht mal ein Rezept - einfach Lieblingsfrüchte mit eisgekühltem Mineralwasser aufsetzen und mit Kräutern wie Zitronenmelisse, Minze oder Rosmarin, Fruchtsaft, Fruchtsirup, Vanille oder Zitronensaft abrunden. Besonders bunt wird es mit Sommerfrüchten wie Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kiwi, Pfirsich- und Melonenstücken.

Wenn Zeit ist, das Ganze etwa eine Stunde ziehen lassen und zum Schluss eisgekühltes Mineralwasser und gegebenenfalls Eiswürfel hinzugeben. Man kann mit verschiedenen Säften experimentieren, oder man lässt sie ganz weg und hat ein besonders kalorienarmes Sommergetränk. Auch gekühlter Früchte-, Ingwer- oder Grüner Tee sind einen Versuch wert. Sprudelndes Mineralwasser sorgt für Spritzigkeit, wer lieber stilles Wasser mag, setzt einfach eine „stille Bowle“ an. Wer Bowle „mit Schuss“ möchte, gibt gekühlten Wein, Prosecco oder Sekt hinzu. Die Früchte kann man eine halbe Stunde zuvor in etwas Gin oder Wodka einlegen.

Besonders frisch und vitaminreich ist eine Gurken-Zitrus-Bowle. Dafür von einer Salatgurke einige dünne Scheiben abhobeln, den Rest mit Grapefruitsaft pürieren. Von einer Zitrone ebenfalls einige Scheiben abschneiden, den Rest auspressen und zum Saft geben. Mit gekühltem Mineralwasser aufgießen. Gurken- und Zitronenscheiben unterrühren, Minzblättchen hinzufügen und servieren. Besonders hübsch, aber aufwändiger ist eine Bowle mit Kugeln, die man aus verschiedenen Melonen heraussticht. Kühlend und ein Hingucker sind auch Kirschsaft- oder Himbeerpüree-Eiswürfel!

In einer großen Glasschüssel kommt farbenfrohe Bowle am besten zur Geltung - und vielleicht findet sich ja in der Familie sogar noch ein Bowlengefäß mit Deckel und Schöpfkelle ;-)

Weniger zuckrig, bitte!


Weniger süß und gern vollwertig - auch das schmeckt Kindern

Kinder und Jugendliche in Deutschland essen zwar etwas weniger Zucker als noch vor zehn Jahren, aber immer noch deutlich zu viel. Während die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, höchstens zehn, besser nur fünf Prozent der täglichen Kalorienmenge in Form von Zucker aufzunehmen, sind es bei Kindern in Deutschland tatsächlich mehr als 16 Prozent. Das zeigen aktuelle Ergebnisse der DONALD-Langzeitstudie an der Universität Bonn.

 

Im Naturkostfachhandel gibt es traditionell einen größeren Anteil an weniger gesüßten Joghurts und Müslis, Marmelade mit hohem Fruchtanteil und vor allem eine große Auswahl an natürlichen Produkten ohne zugesetzten Zucker, aus denen sich Leckeres für Kinder zaubern lässt: Naturjoghurt mit Obst, Haferflocken mit Milch, Kohlrabi-Knabberschnitze mit Kräuterquark oder Käse-Vollkorn-Sandwiches beispielsweise. Auch ein paar Nüsse, Vollkorn-Cracker, frisches Obst und Gemüse pur wie Melone, Pfirsich, Gurke oder Cocktailtomaten können helfen, wenn der kleine Hunger kommt. Obst enthält zwar auch Zucker, aber er ist in eine gesundheitsförderliche Mischung aus Ballaststoffen, Wasser, Vitaminen und anderen Nährstoffen eingebunden. Gegen den Durst gibt es Bio-Kräuterteesorten wie „Bio-Bengelchen“ von Sonnentor oder die „Janosch-Tees“ von Lebensbaum, Frucht-Direktsaft für Schorlen und natürlich Mineralwasser, dass zum Beispiel mit Minze und Limette aufgefrischt werden kann. Mal etwas Süßes darf natürlich auch sein, wenn die Ernährung insgesamt vielfältig und bunt ist und möglichst wenige Fertigprodukte auf den Tisch kommen.

Noch vor 200 Jahren war Honig in Mitteleuropa das einzige Süßungsmittel und entsprechend kostbar. Heute ist Zucker eine alltägliche und billige Zutat – zu billig. Am meisten steckt in Süßigkeiten, Limo und Cola, konventionellen Crunchies und Müslis, Ketchup und Fertigsaucen. „Baby-Kekse“ und „Kinder-Tees“ bestehen teilweise sogar zu einem Viertel aus Zucker. Solche Produkte trimmen den Geschmack schon früh auf süß und schädigen die jungen Zähne. Verbraucherschutzverbände, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Diabetes-Hilfe fordern daher eine Zuckersteuer und ein Werbeverbot für zu süße Kinderlebensmittel. Mit ihrer „Reduktionsstrategie von Zucker, Fetten und Salz“ setzt die Bundesregierung bisher allerdings nur auf freiwilliges Überarbeiten der Rezepturen.

Gurken: Im Sommer die perfekte Erfrischung


Das 'Gemüse des Jahres' lässt wunderbar kombinieren...

Eine Gurke - das ist doch das grüne Gemüse im Salat oder eingelegt im Glas? Stimmt nicht ganz, die Gurkenfamilie ist viel größer! Es gibt noch eine beachtliche Vielfalt an Formen und Farben, nahezu weiße und gelbe Sorten, gestreifte, keulenförmige und kugelige. Darauf möchte der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) mit der Ernennung der Gurke zum Gemüse des Jahres 2019/2020 aufmerksam machen.

Ursprünglich stammt die Gurke aus Indien. Vor rund 3.500 Jahren war die kleine Wildform allerdings extrem bitter - erst durch Züchtung wurde die Gurke genießbar. Mit den ersten Gewächshäusern entstanden dann gleichförmige Hybridsorten und die Gurkenvielfalt in Gärten und im Gemüsebau ging zurück. Samenfeste und damit nachbaufähige Sorten gibt es zum Beispiel von Bingenheimer Saatgut.

Gurken bestehen zu 95 Prozent aus Wasser, sind leicht verdaulich und damit ein idealer Sommersnack. Zum Reinbeißen unterwegs gibt es im Bio-Fachhandel auch Snack- oder Minigurken. Im klassischen Gurkensalat spielt Dill die Hauptrolle, angemacht nach Geschmack mit etwas Öl oder mit Crème fraîche. Leicht, aber eine kleine Sommer-Mahlzeit: ein asiatischer Salat mit Reisnudeln, Rettich, Gurke und Sprossen, gewürzt mit Ingwer, Chili und frischem Koriander oder Dill, für die Sauce nimmt man Kokosmilch und Limettensaft. Für eine erfrischende Gurkensuppe braucht man einen Stabmixer und je nach Geschmack Joghurt, Kefir oder Buttermilch, frische Kräuter und Cayennepfeffer oder Chili.

Schmorgurken sind kleiner, dicker und aromatischer als die Salatgurke und haben eine dickere Schale. Sie werden im Sommer im Freiland geerntet und passen zum Beispiel zu gedünstetem Fisch oder können mit Hackfleisch oder einer Kartoffel-Feta-Mischung gefüllt und überbacken werden.

Klöckner wirbt für genverändertes Saatgut

Saatgut durch neue gentechnische Methoden in Gefahr

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat für den stärkeren Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut in der Landwirtschaft plädiert. Angesichts einer weltweiten Verknappung von Nahrungsmitteln könnten wir es uns nicht leisten, den technologischen Fortschritt außer Acht zu lassen, erklärte sie in einem Zeitungsinterview der Funke Mediengruppe. Konkret sprach sie sich für das Crispr-Verfahren aus, das auch als "Genschere" bezeichnet wird. Auch der Deutsche Bauernverband befürwortet die neuen Gentechnik-Methoden.

Verbraucherinnen und Verbraucher sind allerdings anderer Meinung. Die überwiegende Mehrheit lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Bisher ist die Wahlfreiheit beim Einkauf garantiert, denn der Europäische Gerichtshof hat vor einem Jahr auch die neuen Verfahren des „Genome Editing“ klar als Gentechnik eingestuft. Damit fallen sie unter das EU-Gentechnikrecht und müssen geprüft, zugelassen und vor allem auch gekennzeichnet werden. Das ist Klöckner offensichtlich nicht recht. Es müsse darüber diskutiert werden, ob das europäische Gentechnikrecht noch „zeitgemäß“ sei, forderte sie.

Eine Aufweichung des Gentechnikrechts würde jedoch zu verschleierter Gentechnik im Essen führen und unbekannte Risiken mit sich bringen. Bislang ist kaum etwas bekannt über die Auswirkungen im veränderten Tier oder in der veränderten Pflanze und in den Ökosystemen. Bisherige Erfahrungen und Studien zeigen, dass Agro-Gentechnik die Artenvielfalt bedroht und oft den Gifteinsatz auf dem Feld noch verstärkt, weil Beikräuter und Insekten resistent werden. Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Gentechnik grundsätzlich verboten, sowohl auf dem Acker als auch in der Lebensmittelverarbeitung.