Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 12/2018

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Fit durch den Winter mit Orange & Co.


Mandarinen: süß, gesund und lecker - Picabay (c) D.Yakovleva

Saftig, aromatisch und frisch: Bio-Zitrusfrüchte bringen im Winter die Sonne aus dem Süden ins Haus. Grapefruits, Apfelsinen, Mandarinen, Zitronen und Limetten enthalten zudem viel Vitamin C, das unser Immunsystem bei kaltem und feuchtem Wetter besonders braucht. Bereits mit einer Grapefruit oder großen Orange lässt sich ein guter Teil des täglichen Bedarfs decken. Noch besser sind Zitrusfrüchte in Bio-Qualität: Sie werden nicht mit synthetischen Konservierungsmitteln behandelt und der Anbau ohne Pestizide und synthetische Düngemittel, oft in Mischkultur, sorgt für gesunde Früchte und Artenvielfalt. Auf konventionellen Zitrusfrüchten findet man dagegen Stoffe wie Ortho-Phenylphenol, Thiabendazol oder Imazalil, die bedenklich für die Natur und die menschliche Gesundheit sind. Wer eine konventionelle Orange schält, hat den Stoff schnell an den Händen und im Mund. Auf keinen Fall sollten die Schalen abgerieben werden, daher findet man in fast allen Rezepten für Kuchen, Punsch oder Marmeladen seit Jahren Angaben wie „1 Bio-Zitrone“.

Zitronen- und Limettensaft presst man am besten frisch ins Trinkwasser oder in den Salat, um die Vitamine zu erhalten. Die feine Säure passt auch zu vielen Suppen, Marinaden und Desserts oder zu Pasta-Gerichten wie Spaghetti mit Zitronen-Ziegenkäsesauce. Ein Spritzer Zitronen- oder Limettensaft verhindert zudem das Braunwerden von aufgeschnittenem Obst. Frische Orangenfilets machen sich gut in Wintersalaten mit Endivie und Nüssen oder mit Radicchio, Mandeln und Fenchel. Die süß-säuerlichen Grapefruits sind eine Kreuzung aus Pampelmuse und Orange. Das saftige, gelb- bis pinkfarbene Fruchtfleisch kann man einfach so löffeln oder ebenfalls für Salate verwenden. Zu den aromatisch duftenden Mandarinen gehören unter anderem Satsumas und Clementinen. Sie lassen sich am einfachsten zwischendurch naschen, weil sie leicht zu pellen sind – ein frischer und vitaminreicher Snack in der Pause oder nach dem Sport.

Natürliche Pflege für kalte Tage


Geschützte Haut auch im Winter - Foto: Pixabay (c) L.Lang

Jeder kennt es: Trockene Heizungsluft und kalte Winterluft trocknen die Haut aus, sie spannt oder wird sogar rissig. Zu allem Überfluss arbeiten die Talgdrüsen nur noch sehr träge, wenn die Temperatur unter acht Grad fällt. Reichhaltige Pflege ist dann die Lösung, am besten mit natürlichen Pflanzenölen. Zertifizierte Naturkosmetik für den Winter enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Bienenwachs und Sheabutter, die reich ist an hautfreundlichen Fettsäuren, die in die oberste Hautschicht einziehen und intensiv pflegen. Auch andere hochwertige Bio-Pflanzenöle, zum Beispiel aus der Macadamia-Nuss oder aus den Samen des Jojoba-Strauchs, pflegen intensiv. Sanddorn- und Olivenöl wirken entzündungshemmend, schuppige und raue Haut wird geschmeidiger. In konventionellen Produkten stecken dagegen Paraffine und andere Erdölprodukte, die krebsverdächtige Kohlenwasserstoffe (MOAH) enthalten können.

In der kalten Jahreszeit kann es helfen, beim Duschen ein gutes Duschöl zu verwenden statt Duschgel, um die Haut nicht auszutrocknen. Alternativ pflegt nach dem Duschen eine besonders reichhaltige Körperlotion mit Mandelöl oder Sheabutter - oder auch eine Body Butter. Fürs Gesicht verwendet man im Winter bei Bedarf einfach die Nachtcreme auch am Tag, denn in der Regel sind mehr Fette enthalten. Bei spröden Lippen hilft ein hochwertiger Pflegestift mit natürlichen Ölen, Fetten und Wachsen. Einige enthalten zusätzlich entzündungshemmende und beruhigende Substanzen wie Calendula. Auch für die Hände bietet die Naturkosmetikabteilung eine gute Auswahl - frei von erdölbasierten Zutaten, ohne künstliche Duftstoffe oder Silikone. Bio-zertifizierte ätherische Öle und Extrakte wie Zimt, Nelke und Orange sorgen für angenehmen Duft.

Mehr Gentechnikspuren in Lebensmitteln


Bild ©Oliver Boehmer - bluedesign®

2017 hat die amtliche Lebensmittelüberwachung wieder mehr Gentechnik-Spuren in Sojaprodukten gefunden als im Jahr zuvor. Etwa jede fünfte Probe bzw. knapp 18 Prozent der Sojaprodukte waren verunreinigt. Bei drei Proben, darunter ein sojahaltiges „Veggie-Sojaschnitzel“, lag der Anteil an GV-Soja sogar über dem Kennzeichnungs-Schwellenwert von 0,9 Prozent. Bei Mais-Erzeugnissen enthielten zwar nur zwei Prozent Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO), allerdings lag der Anteil bei vier Produkten über dem Schwellenwert. Erneut gingen auch gentechnisch veränderte Papayas, die in der EU nicht zugelassen sind, ins Netz der Kontrolleure.

 

Wer keine Gentechnik im Essen will, ist mit Bio gut beraten. Denn Gentechnik ist im Ökolandbau verboten. Entsprechend fand die Lebensmittelüberwachung 2017 auch nur in drei Prozent der Sojaprodukte minimale Spuren, z.B. durch Stäube bei der Verladung verursacht. In Bio-Maiserzeugnissen wurden keinerlei gentechnisch veränderte Organismen gefunden. Bei konventionellen Lebensmitteln werden zahlreiche Enzyme für Backwaren, Isoglukose für Süßwaren und Softdrinks, Aromen und Hefe und viele Zusatzstoffe wie Aspartam, Glutamat, Xylit (Birkenzucker) und Zuckerkulör mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt.

Auch in den Ställen findet sich dieses Muster : Während die Tiere in der konventionellen Landwirtschaft häufig gentechnisch verändertes Futter, zum Beispiel GV-Soja, erhalten, gibt es im Bio-Stall gentechnikfreie Soja aus Brasilien und Europa, Raps, eiweißhaltige Leguminosen wie Ackerbohnen, Erbsen oder Klee - und natürlich Gras und Heu von der Weide.

Gemüse noch gesünder machen


Kimchi aus Chinakohl, Ingwer & Chili, Foto:pixabay (c)709K

Fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut und Salzgurken war über Jahrhunderte ein wichtiger Vitamin-Vorrat im Winter. Weil Fermentieren aber auch für vielschichtige Geschmacksnuancen sorgt und milchsauer vergorenes Gemüse besonders gesund ist, erlebt die alte Technik ein Comeback. Im Internet findet man interessante Anregungen von koreanischem Kimchi mit Chinakohl, Ingwer und Chili bis hin zu Blumenkohl-Curry-Pickles. Karotten lassen sich zum Beispiel mit Ingwer kombinieren oder Rote Bete mit Meerrettich.

Sie wollen es mal ausprobieren? Einfach das Lieblings-Bio-Gemüse fein schneiden oder hobeln und mit unbehandeltem Salz, Gewürzen oder Kräutern in ein Gefäß schichten. Ganz wichtig ist ein Gewicht, gereinigte flache Steine oder ein passender Teller zum Beispiel. Sonst schwimmt das Gemüse durch die Gasentwicklung auf, kommt an die Luft, so dass Schimmelpilze oder unerwünschte Bakterien leichtes Spiel haben. Ordentlich drücken und jede Schicht feststampfen, damit Zellsaft austritt! Wenn nicht genug Saft austritt, etwas Salzlake hinzugeben. Oben etwas Platz lassen, denn Fermentieren heißt auch: Es entstehen Gase, und die brauchen Platz. Bei Bügelgläsern lässt man daher auch den Gummiring weg. Die notwendigen Milchsäurebakterien muss man nicht beschaffen, sie kommen von Natur aus in der Luft und auf dem Gemüse vor. Dann heißt es warten, mindestens eine Woche, bei Sauerkraut auch drei oder sechs. Wer mit fermentierten Mixed Pickles einsteigen möchte, kann zum Beispiel Blumenkohlröschen, Karottenscheiben, Zwiebelringe und einige Chilischeiben einlegen.

Fermentiertes Gemüse schmeckt frisch-sauer. Man kann es pur snacken oder zu Sandwiches, Reisgerichten, Kartoffeln oder gebratenem Tofu genießen. Indisch oder chinesisch gewürztes fermentiertes Gemüse passt zu den entsprechenden Gerichten wie einem Dal aus roten Linsen oder einer Glasnudelpfanne. Sauerkraut aus der Dose oder aus dem Glas hat übrigens nicht die Vorteile von frisch fermentierten Produkten, denn es wird erhitzt, um es haltbar zu machen. Empfindliche Vitamine und die wertvollen, lebendigen Milchsäurebakterien gehen dabei verloren. Zum Glück gibt es im Bio-Fachhandel frisches Sauerkraut aus der Kühltheke, wenn die Zeit fehlt, selbst zu fermentieren.

Betrug bei Lebensmitteln – Besser Bio!


Gute Analytik gefragt - © K.Bialasiewicz, photographee.eu

Lebensmittelbetrug ist eine Straftat, denn gefälschte oder gestreckte Produkte können die Gesundheit gefährden - oder sie bieten schlicht mindere Qualität für zu viel Geld. Mit Abstand am häufigsten betrogen wird laut einem Bericht der Europäischen Kommission bei Olivenöl: Die Herkunft ist falsch deklariert, das Öl wird mit billigeren Ölen verlängert oder günstigeres Rapsöl mit Farbstoffen grün eingefärbt. Weitere bekannte Tricks bei anderen Lebensmitteln: Honig wird mit Zucker angereichert oder Garnelen werden mit Gel „aufgespritzt“.

Lebensmittelbetrug ist schwierig nachzuweisen. Die Täter stammen fast immer aus der Lebensmittelbranche und wissen, wie man so geschickt fälscht, dass ein Produkt im Labor oder bei einer Dokumentenkontrolle nicht auffliegt. Die EU lässt daher immer wieder im Rahmen der Aktion „Opson“ bestimmte Lebensmittel gezielt untersuchen. Beteiligt sind länderübergreifend Lebensmittelüberwachungsbehörden, Zoll, Staatsanwaltschaften, Interpol und Europol.

Bei Bio-Lebensmitteln ist das Betrugsrisiko sehr gering, da sie häufiger kontrolliert werden als konventionelle Produkte. Zudem stehen die zahlreichen Hersteller, die Bio aus Überzeugung machen, für Transparenz, regionale Rohstoffe und handwerkliche Produktion. Sicher ist man bei Bio auch vor einer Vielzahl an Verarbeitungshilfsstoffen, die laut Gesetz in der Zutatenliste nicht ausgewiesen werden müssen, die konventionelle Lebensmittelhersteller aber gern einsetzen. So verbietet die EU-Öko-Verordnung Bleichmittel für Walnüsse und mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellte Enzyme fürs Brotbacken. Viele Bio-Fachgeschäfte weisen mit Logos oder Aufstellern auf Produkte aus der eigenen Region hin. Neben Obst und Gemüse gibt es handwerklich gebackenes Brot, nach alter Tradition hergestellte Wurst- und Käsespezialitäten oder mit regionalen Besonderheiten produzierte Feinkost wie Sanddornmarmelade oder Leinöl. Grundsätzlich braucht die Biobranche dank hochwertiger Rohstoffe und guter handwerklicher Verarbeitung deutlich weniger Zusatzstoffe.