Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Jonagored, Zucchini

Jonagored

Mit den Äpfeln ist es wie mit den Kindern. Obwohl sie die gleichen Eltern haben, sind sie häufig doch grundverschieden. Welch ein Glück. In unserem aktuellen Fall heißen die Eltern „Golden Delicious“ und „Jonathan“. Aus diesen beiden entstand 1943 in der Versuchsstation der renommierten Cornell University in den USA die Sorte „Jonagold“. Sie wird als groß, „sonnig gelb, an der Sonnenseite orangerot bis leuchtend erdbeerrot“ beschrieben. Süßfruchtig bis fein säuerlich ist das saftige Fleisch. 25 Jahre später wurde am gleichen Ort weiterer Nachwuchs gemeldet. Der hatte die gleichen Eltern wie Jonagold und wurde „Jonagored“ genannt. Die Frucht ist von grünlichgelber Grundfarbe, mit orangerot bis karminrot gestreift marmorierter Deckfarbe. Sie wird mit „elegantes, cremefarbiges sowie verführerisches Fruchtfleisch, herrlich vielschichtige Aromen, fest verwoben, köstliches Fruchtvolumen, am Gaumen fleischig - grobzellig, mit markant feinsäuerlichem Geschmack, gibt Schicht um Schicht frei, klar und direkt, kompakt und animierend, sehr feinnervige Ader“ beschrieben. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Jonagored wird in der neuen [ECHT BIO] - Aktion beworben. Das hätte er vermutlich gar nicht mal nötig, wir verstehen die Kampagne einfach als Verneigung vor den aromatischen Früchten. Aromen entstehen durch die chemische Verbindung von Estern, Alkoholen und Aldehyden. Sie verändern sich von Beginn des Wachstums an, nach der Ernte und selbst noch beim Zerkauen des Fruchtfleisches. Aromen nehmen wir als Verbindungen von Geschmack und Geruch wahr, wobei wir zugeben müssen, dass die Zunge nur fünf Geschmacksrichtungen zu erkennen in der Lage ist. Hauptsächlich ist es die Nase, die uns ein Aroma näher bringt. Wir Menschen verfügen über 10 bis 20 Mio. Riechzellen. Das ist läppisch, ein räudiger Straßenköter hat 250 Millionen und ein Aal gar eine Milliarde. Wir bieten Jonagored und Jonagold aus dem Südwesten Deutschlands an.

Zucchini

Auch sie ist eine Beerenfrucht: die Zucchini. Wir benutzen den italienischen Plural, wenn wir die einzelne Frucht meinen und wenn wir über mehrere reden, hängen wir ein –s dran. Sprache ist faszinierend wandelbar und erlaubt ist, was gefällt. Der Name der Frucht lässt keinen Zweifel daran, woher sie ursprünglich kommt. Auch ohne Zweifel können wir völlig daneben liegen, denn Italien ist nicht die Heimat der Zucchini. Die eigentliche Heimat ist Nordamerika, südlich von Kanada. Schon lange bevor die Europäer über das Land herfielen, bauten die Ureinwohner Kürbisse an – Zucchini zählen dazu. Wie die Verwandtschaft können auch Zucchini riesige Ausmaße annehmen, wenn der Landwirt sie ließe. Lässt er aber nicht und erntet sie, wenn sie so 17 bis 21 cm lang sind. Denn in diesem Stadium schmecken sie am besten. Das ist wichtig, denn mit ihrem milden Aroma ist ihr Eigengeschmack ohnehin nicht so besonders ausgeprägt. Aber genau das macht sie wiederum ungeheuer attraktiv: sie lassen alles mit sich machen und passen in fast jedes Gericht. Das wir sie kennen und lieben gelernt haben, verdanken wir südeuropäischen Einwanderern. Die kamen in den 1950er Jahren nach Deutschland und wurden von der gerade eilig entnazifizierten Mehrheit misstrauisch beäugt und mit fiesen Spottnamen belegt. Vor Kopftüchern hatten die Leute noch keine Angst, die waren damals bei einheimischen Frauen ja auch gang und gäbe. Mit dem gleichen Misstrauen, dass den Einwanderern entgegengebracht wurde, begegneten die Deutschen erst mal auch dem Gemüse, das die Migranten in eigenen Läden handelten und so dauerte es Jahre, bis Paprika, Zucchini & Co. in deutschen Küchen akzeptiert waren. Mittlerweile aber haben die meisten Deutschen ihre Xenophobie („Fremdenangst“: eine keineswegs typisch deutsche Krankheit) überwunden und essen, was auf den Tisch kommt. Bestellen Sie bei uns Zucchini aus italienischer Erzeugung.