Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 12/2016

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Harte Schale, guter Kern: Walnüsse


Bio-Walnüsse, ein gesunder Snack / (c) Fotolia

Der Nussknacker legt in der Adventszeit Sonderschichten ein, keine Frage. Aber gerade mit Walnüssen lässt sich noch mehr zaubern, wenn es mal nichts Süßes sein soll. Ein Klassiker ist der Waldorfsalat: Äpfel, Sellerie in feinen Streifen, eine leichte Mayonnaise – und natürlich gehackte Walnusskerne. Wer mag, ergänzt mit Trauben oder Rotkohl- und Möhrenstreifen. Beliebt ist auch die Kombination mit Chicorée, Apfel, und Gorgonzola. Für Pasta-Fans bietet sich die italienische Salsa di Noci an: In der pikanten Sauce mit Parmesan, Sahne, Olivenöl, Weißbrot und Knoblauch stecken reichlich gemahlene Walnüsse. Zu winterlichen Salaten, zum Beispiel zu Feldsalat mit Trauben und Schalotte, passt das wertvolle und intensiv nussig schmeckende Walnussöl.

Bio-Walnüsse stammen oft aus Frankreich oder aus Osteuropa, zum Beispiel aus Moldawien. Im ökologischen Anbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten, ebenso das Begasen mit Methylbromid, das im konventionellen Anbau nach der Ernte üblich ist. Auch das Bleichen der Schale ist nicht erlaubt. Daher haben Bio-Nüsse oft eine dunklere und manchmal fleckige Schale. Das ist ganz natürlich und kein Zeichen für mindere Qualität.

Walnüsse sind nicht gerade eine leichte Kost, dennoch empfehlen sie sich nicht nur zur Weihnachtszeit: Der hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, B- und E-Vitaminen und vielen Mineralstoffen macht sie zur gesunden Zwischenmahlzeit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt sogar, gelegentlich eine der fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag durch 25 Gramm Nüsse zu ersetzen. Lassen Sie es knacken!

Was graue Tage heller macht


Düfte betören Geist und Seele - (c)Fotolia

Düfte und Licht sind Balsam für die Seele, gerade in der dunklen Jahreszeit. Schon in der Antike haben Menschen ätherische Öle aus Blüten, Früchten und Wurzeln gewonnen, um die Sinne zu beleben oder die Götter gnädig zu stimmen. Naturreine Düfte können bezaubern, beruhigen oder anregen, sie tragen Erinnerungen und wirken ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. In einer Duftlampe oder auf einem Duftstein schaffen sie eine behagliche Atmosphäre, zur Weihnachtszeit zum Beispiel mit Orange, Zimt und Kardamom wie im Wintermärchen von Primavera. Der anregend-fruchtige Raumduft senses Orange von Sodasan mit Buchenholzstäbchen in einer Glasflasche belebt und sorgt für gute Laune. Von Sonnentor gibt es Winternacht mit Mandarine, Nelke, Lavendel und Zimt. Für nachhaltigen Duft und wohltuende Stimmung – auch auf Reisen – sorgen natürliche Raumsprays wie die Winterfreude von Taoasis.

Die Zusammensetzung ätherischer Öle ist äußerst komplex. Dutzende oder sogar Hunderte Komponenten können enthalten sein. Synthetische Nachbildungen sind dagegen „einfach gestrickt“. Die natürlichen ätherischen Öle aus dem Bio-Fachhandel kommen ohne jegliche synthetische Zusätze aus. Sie stammen meist von langjährigen Anbaupartnern und aus Bio-Anbau oder bio-zertifizierter Wildsammlung. Bio-Anbieter fördern seit vielen Jahren den Bio-Anbau aromatischer Pflanzen. Taoasis (Baldini) kooperiert zum Beispiel mit Bauern in Bulgarien, die sich auf den Anbau von biologischen Damaszener-Rosen spezialisiert haben. Aus einem Demeter-Anbauprojekt in Indien kommen Limetten-, Patchouli-, Lemongrass- und Zimtrinden-Öl.

Warmes Kerzenlicht sorgt zusätzlich für Wärme und Geborgenheit. Kerzen aus Bio-Bienenwachs duften besonders angenehm. Anders als Paraffinkerzen aus Erdöl geben sie keine Substanzen wie Toluol und Benzol in die Raumluft ab und enthalten auch keine synthetischen Duftmittel oder Farbstoffe. Manchmal bekommt man sie im Bio-Fachgeschäft sogar vom Bio-Imker aus der Region.

„Gene Drive“ – gefährlicher Turbo für die Vererbung


Keine Gentechnik durch die Hintertür! (c)Fotolia

Anlässlich der Biodiversitätskonferenz Mitte Dezember in Mexiko haben 160 internationale und regionale Organisationen von allen Kontinenten ein Moratorium für die neue gentechnischen Methode namens „Gene Drive“ und wirksame Maßnahmen gegen unkontrollierte Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen gefordert. Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat sich Ende November gegen die Freisetzung von „Gene-Drive“-Organismen ausgesprochen.

„Gene Drives“ oder „Gen-Antriebe“ sind Methoden zur beschleunigten Ausbreitung von Genen in der Population einer Tier- oder Pflanzenart. Die Technik verändert nicht nur das Erbgut selbst, sondern schaltet auch die natürlichen Vererbungsregeln aus. Stattdessen wird ein gewünschtes Merkmal an sämtliche Nachkommen weitergegeben und verbreitet sich so sehr schnell. Mit „Gen Drive“ wollen einige Forscher auch natürliche Populationen wie Insekten, Unkräuter oder wild lebende Säugetiere gentechnisch verändern. Arten könnten sogar komplett ausgerottet werden, indem zum Beispiel auf Grund der Genveränderung nur noch männliche Nachkommen entstehen. Damit sollen unter anderem von Mücken übertragene Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber eingedämmt werden.

Geht allerdings etwas schief, drohen schwerwiegende und bisher unabsehbare Schäden in den kompliziert verflochtenen Ökosystemen der Erde. Würde man zum Beispiel alle Mücken vernichten, hätte das ernsthafte ökologische Folgen, weil sich viele Fische, Vögel und Fledermäuse zu einem erheblichen Teil davon ernähren. Mit „Gene Drive“ manipulierte Lebewesen könnten auch weiter mutieren und unerwünschte Varianten entwickeln, die sich dann unkontrolliert vermehren. Eine wirksame Kontrolle derartiger Freisetzungen kann es nicht geben, die Risiken sind unbekannt. Trotzdem fließen derzeit Millionen in die ersten Feldversuche. Auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat daher im September ein Moratorium bis 2020 gefordert, um das Vorsorgeprinzip zu stärken.

Heiß auf Käse - im Fondue und aus dem Ofen


Winterliche Ideen für Käsefans // (c)Fotolia

Im Winter versammeln wir uns gern in gemütlicher Runde um dampfende Töpfe. Ein Käsefondue ist eine würzige Alternative zum klassischen Fondue. Das aus der Schweiz stammende Gericht wird oft mit Bergkäse, Emmentaler, etwas Weißwein und einem Schuss Kirschwasser zubereitet. Wer es kräftiger oder milder mag, nimmt einfach andere Käsesorten. Im Bio-Kühlregal gibt es auch fertige Mischungen wie das „Allgäuer Käsefondue“ von den Ökologischen Molkereien Allgäu (ÖMA). Unverzichtbar ist ein spezieller Topf mit dickem Boden, das Caquelon, damit nichts anbrennt – und fleißiges Rühren. Dazu gibt es Weißbrotwürfel, die in den flüssigen Käse getaucht werden. Man kann auch Obst oder Gemüse probieren, zum Beispiel Birne, Pilze, vorgekochte Blumenkohlröschen oder Pellkartoffeln.

Eine andere winterliche Idee für Käsefans ist Schafskäse mit Gemüse wie Lauchzwiebeln, Paprika und Tomate, dazu Olivenöl und Kräuter – das ganze kommt in einer Auflaufform in den Ofen. Schnell zubereitet sind überbackene Ziegenkäsescheiben, passend zu Fenchel-Orangen-Salat. Für klassischen Ofenkäse nimmt man Vacherin oder andere würzige Weichkäse, die es im Ganzen gibt. Am besten in kleinen hitzebeständigen Formen überbacken, nach einiger Zeit oben kreuzweise einschneiden, aufklappen und weiterbacken. Man löffelt die cremige Masse zu Pellkartoffeln oder Brot und reicht dazu, was gefällt: gebratene Gemüsewürfel, Schinkenröllchen, Kirschtomaten, Feigenstückchen, Walnüsse oder Trauben... Ofen- und Bratkäse in Bio-Qualität gibt es sogar fix und fertig, unter anderem von Andechser Natur, mediterran von bio verde oder als „Alm-Schnitte“ mit Chili von ÖMA.

Noch ein Tipp für gemütliche Film-Abende zu Hause: Bio-Nachos aus dem Ofen. Einfach Tortilla-Chips mit Gouda oder Cheddar und eventuell ein paar Peperoni-Ringen überbacken. Für mehr Abwechslung sorgen angebratene Zwiebeln oder Kidneybohnen, die vor dem Überbacken unter die Chips gemischt werden. Dazu werden Sour Cream, Tomaten-Salsa oder Guacamole serviert.

Auch 2017 laut und deutlich: „Wir haben es satt!“


Für gesunde Lebensmittel u.ökologische Landwirtschaft!

Zum siebten Mal ruft ein großes Bündnis zur Demonstration „Wir haben es satt“ im Berliner Regierungsviertel auf. Das Motto lautet am 21. Januar 2017: „Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!“ Denn die bäuerliche Landwirtschaft und das regionale Lebensmittelhandwerk stehen stark unter Druck. Agrarkonzerne und die Bundesregierung treiben die Industrialisierung der Land- und Lebensmittelwirtschaft voran. Weltweit geben Familien ihre Höfe auf, und die Großen der Lebensmittelwirtschaft verdrängen die handwerkliche Lebensmittelherstellung. In ärmeren Ländern führt diese Entwicklung für Millionen von Menschen zu Hunger oder Mangelernährung. Es profitiert vor allem die Agrarindustrie. Zudem bedroht die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen, Überdüngung und Pestiziden die Artenvielfalt, das Wasser und das Klima.

 

Im Wahljahr 2017 wird entschieden: Weiterhin Steuermilliarden für Agrar- und Chemie-Industrie, Großgrundbesitz und Mega-Mastanlagen? Die Demonstration in Berlin vereint Menschen, die gesundes Essen für alle, regionale und ökologische Landwirtschaft, eine sozial gerechte Agrarpolitik und Perspektiven für ländliche Regionen fordern. Für die erforderliche Ernährungs- und Agrarwende müssen Subventionen an Agrarkonzerne gestoppt und stattdessen Anreize für besonders artgerechte Tierhaltung und umweltschonende Bewirtschaftung wie den Biolandbau geschaffen werden. Folgerichtig heißt eine der neun zentralen Forderungen der Demonstration: „Bis 2020 mindestens 50 Prozent der öffentlichen Beschaffung aus regionaler und ökologischer Landwirtschaft!“

Am Vorabend der Demo gibt es wieder eine „Schnippeldisko" und am Morgen ein „Bauernfrühstück“. Die Demo selbst beginnt um 12 Uhr am Potsdamer Platz und bewegt sich mit einem Treckerkonvoi zum Brandenburger Tor. Alle Informationen auf der Website „Wir haben es satt“. Damit wieder Zehntausende dabei sind, können Sie die Anliegen vor Ort bekannt machen und dafür ein kostenlosesPaket mit Flyern, Plakaten und Aufklebern bestellen.

Buntes Linsenvergnügen

Das Internationale UN-Jahr der Hülsenfrüchte geht langsam zu Ende, doch Linsen, Erbsen und Bohnen bleiben hoffentlich weltweit im Rampenlicht. Der enorme Eiweißreichtum macht sie zu einer gesunden und klimafreundlichen Alternative zu Fleisch. Gerade Linsen sind ideal für die schnelle Alltagsküche, denn sie müssen weder stundenlang eingeweicht werden, noch kochen sie ewig. Rote und gelbe geschälte Linsen sind mit zehn Minuten Kochzeit geradezu „Fastfood“ und werten viele Gerichte auf, von der Nudelsauce über ein Chili sin Carne bis zur Gemüsepfanne. Sie werden beim Kochen etwas sämig und sind daher wie geschaffen für Suppen, Currys und Bratlinge, aber auch für Aufstriche und Dips. Sogar wer Linsen nicht so gut verträgt, kann meist unbesorgt zugreifen, denn geschälte Linsen enthalten weniger Ballaststoffe als ungeschälte.

Kleine Sorten wie die schwarzen Beluga-Linsen oder die grün-gesprenkelten Le-Puy-Linsen sind nach 20 bis 25 Minuten gar. Beliebt sind sie mittlerweile auch in Sterne-Restaurants, zum Beispiel zu Fisch oder einem Rote-Bete-Carpaccio. Die kleinen Hülsenfrüchte sind wandlungsfähig, auch fruchtige Varianten mit Melone, Mango oder Apfel sind möglich. Und natürlich wärmt und schmeckt gerade im Winter eine traditionelle Linsensuppe mit den etwas größeren Tellerlinsen, Sellerie, Möhren und Lauch, mit oder ohne Würstchen und Speck. Vor allem in Kombination mit Getreide oder Milchprodukten bieten Linsen das komplette Protein-Spektrum. Traditionelle Rezepte wie Spätzle mit Linsen oder indisches Dhal mit Reis sind daher schlaue Verbindungen – zudem auch B-Vitamine und Eisen im Paket stecken.

Nirgendwo gibt es eine größere Linsen-Auswahl als im Biohandel - und die passenden Gewürze gleich dazu, zum Beispiel Kreuzkümmel, Kardamom, Muskat, Zimt, Chili und Bockshornklee. Bio-Gewürzspezialisten bieten auch fertige Mischungen – Klassiker der linsenerprobten indischen und orientalischen Küche sind Garam Masala, Ras el Hanout und Harissa.

Aromawunder Kaffee, bio und fair


(c) Knartz - Fotolia

Mehr als 900 verschiedene Aromen wurden bisher im Kaffee nachgewiesen. So komplex ist nicht einmal das Aromen-Potpourri im Wein. Kaffeekenner können sogar Noten von Zitrus, Zimt, Karamell oder Schokolade erschnuppern und schmecken. Klima und Boden prägen den jeweiligen Charakter – und natürlich die Röstung der Bohnen, die in den roten Kaffeekirschen stecken. Konventionelle Standardkaffees allerdings schmecken fast immer gleich – sie werden gemischt, um einen Einheitsgeschmack zu treffen.

Bio-Kaffee stammt häufig aus Honduras, Peru, Mexiko, Tansania oder Äthiopien, aber auch aus Papua Neuguinea. Jede Herkunft hat ihren Charakter. Oft wachsen die Sträucher in Mischkultur mit Nutzpflanzen wie Bananen, Papaya und Zitrusfrüchten und im Schatten anderer Bäume. Das schützt nicht nur vor Wind und Sonne, sondern auch vor dem Auslaugen der Böden und vor Erosion. Die Pulpe, die bei der Verarbeitung der Kaffeekirschen entsteht, dient als natürlicher Dünger. Studien aus dem mexikanischen Bundesstaat Chiapas zeigen, dass die Artenvielfalt solcher „Kaffeewälder“ fast so hoch ist wie in ursprünglichen Berg-Regenwäldern. Für Bio-Anbieter im Fachhandel wie Lebensbaum, Ökotopia und Mount Hagen gehört aber nicht nur der Verzicht auf Monokulturen und Pestizide zur Philosophie, sondern auch der faire Handel. Sichere Abnahmemengen zu garantierten Preisen machen den aufwändigen ökologischen Anbau mit viel Handarbeit erst möglich und sorgen für bessere Lebensbedingungen der Familien.

Bei uns gehört Kaffee zum Frühstück, zur Arbeitspause oder zum Kuchen für die meisten Menschen einfach dazu. Mehr als 150 Liter trinkt der Durchschnittsdeutsche im Jahr, also gut 400 Milliliter am Tag. Noch immer hält sich der Glaube, Kaffee sei ein "Flüssigkeitsräuber" - er darf aber unbesorgt zur täglichen Trinkmenge gerechnet werden. Aufgrund der anregenden Wirkung sei das Genussmittel jedoch nicht als Durstlöscher geeignet, betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Koffein steigert die Reaktionsfähigkeit und die Aufmerksamkeit, erhöht aber auch den Blutdruck und die Herzfrequenz. Bis zu vier Tassen am Tag dürfen Sie aber mit gutem Gewissen genießen.

Palmöl nicht einfach zu ersetzen


Palmöl-Farmer in Sumatra / (c)James Morgan WWF

Kaum eine Zutat ist so umstritten wie Palmöl. Wer Palmöl hört, denkt an brennende Regenwälder, Monokulturen und vom Aussterben bedrohte Arten wie den Orang-Utan. Die Studie „Auf der Ölspur“des WWF zeigt allerdings, dass ein Ersatz durch andere pflanzliche Öle für die Umwelt sogar noch schlimmer wäre. Denn für den Anbau von Kokospalmen, Soja, Sonnenblumen und Raps wird deutlich mehr Fläche benötigt – und damit noch mehr Lebensraum zerstört. Grund ist der deutliche höhere Ertrag der Ölpalmen: Während sich auf einem Hektar 3,3 Tonnen Palmöl gewinnen lassen, liegt der Ertrag von Raps-, Kokos- und Sonnenblumenöl nur bei einem Fünftel davon, bei Soja noch niedriger.

Daher fordert der WWF, den Konsum von Pflanzenöl insgesamt drastisch zu reduzieren. Vor allem auf Palmöl als Biokraftstoff sollten wir verzichten, außerdem palmölhaltige Produkte wie Süßwaren und Snackartikel, Eiscreme, Tiefkühlpizza und Fertiggerichte möglichst selten verzehren. Auch weniger und dafür besseres Fleisch empfiehlt die Umweltorganisation, denn acht Prozent des importierten Palmöls landen in Futtermitteln. Mit diesen Maßnahmen ließe sich in Deutschland laut Studie rund die Hälfte des Palmöls einsparen. Andere Länder bräuchten andere Strategien, denn während bei uns jeweils etwa 40 Prozent des Palmöls in Biodiesel sowie in Nahrungs- und Futtermitteln stecken, landet in Asien der Löwenanteil zum Braten und Frittieren in Topf und Pfanne.

Für alle Ölsorten kann laut WWF nur zertifiziert nachhaltiger Anbau die Lösung sein, im Idealfall nach Bio-Richtlinien, wie es für Produkte im Naturkosthandel vorgeschrieben ist. Ökologisch und fair produziertes Palmöl schafft sozial abgesicherte Arbeitsplätze. Für die Bio-Palmöl-Plantagen in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Ghana wurde in den letzten dreißig Jahren kein Regenwald gerodet, dafür schützen die Unternehmen umliegende Waldflächen.

Immer noch Mikroplastik in Kosmetik


Mikroplastikpartikel /(C) Stephan Glinka BUND

Mikroplastik steckt noch immer in zahlreichen konventionellen Kosmetikprodukten. Das zeigt eine Studie der Schweizer Codecheck AG in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, bereits ab Ende 2014 auf Mikroplastik zu verzichten, war also wirkungslos. Der BUND fordert nun ein EU-weites gesetzliches Verbot. Wie die winzigen Teilchen im menschlichen Körper wirken, ist zwar noch kaum erforscht, bei verschiedenen Tierarten verursachen sie jedoch unter anderem Geschwüre und Unfruchtbarkeit.

Die Verbraucher-Plattform Codecheck hat für mehr als 100.000 Kosmetikprodukte erfasst, ob sie 2014 und 2016 Mikroplastik enthielten. Für die acht untersuchten Mikroplastik-Sorten war dabei kein Rückgang feststellbar. In dekorativer Kosmetik ist der Anteil von Mikroplastik besonders hoch. So decken viele Foundations, Puder und Concealer mit einem feinen Plastikfilm verschiedenster Polymere. Aber auch zahlreiche Lidschatten, Eyeliner und Lippenstifte enthalten einen oder mehrere Mikroplastikstoffe. Polyethylen steckt beispielsweise in rund 17 Prozent aller Lippenstifte – und immer noch in 30 Prozent aller Gesichtspeelings, nur ein leichter Rückgang zu den 34 Prozent vor zwei Jahren. In den meisten anderen Kategorien war sogar eine leichte Zunahme zu verzeichnen.

Die Codecheck-Appwurde überarbeitet und erkennt nun beim Produkt-Scan, ob und welche Art von Mikroplastik enthalten ist und schlägt mikroplastikfreie Alternativen vor. Auch der BUND-Einkaufsratgeber Mikroplastiksteht überarbeitet online. Wer wirklich sicher vor Mikroplastik sein möchte und nicht auf jedem Produkt das Kleingedruckte lesen will, kauft zertifizierte Naturkosmetik im Naturkostfachhandel. Die Hersteller verzichten seit jeher auf die schädlichen Stoffe. Der Peeling-Effekt wird zum Beispiel mit Kieselerde, Kokosraspeln, Zucker- oder Salzkristallen erreicht.