Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 11/2016

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Advent, Advent ... Kalender für alle!


(c) ChristArt - Fotolia

Ein Adventskalender gehört in vielen Familien einfach dazu, und für gute Freunde ist er ein schönes Geschenk. Im Bio-Fachhandel gibt es Kalender mit Überraschungen für jeden Tag bis Weihnachten, ganz klassisch mit Schokolade in Bio-Qualität oder mit 24 verschiedenen Tee-Spezialitäten, zum Beispiel von Lebensbaum oder Sonnentor. Von Sonnentor gibt es auch einen Gewürz-Adventskalender, von Sekem und Govinda 24 vegan gefüllte Türchen und von Primavera sogar eine Version mit verschiedenen Düften.

Wer bis zum 1. Dezember noch einen selbstgemachten Adventskalender bestücken möchte, findet im Bioladen schöne Ideen: Schokoriegel, kleine Schokoherzen, Weingummi oder Pralinen in Bio-Qualität sind Klassiker, ebenso Bienenwachskerzen, Kräuter- oder Lakritz-Pastillen. In die Säckchen oder Schächtelchen passen aber auch Gewürzmischungen wie „Hot Apple Cider“ und „Oh du Fröhliche“ für Punsch von Herbaria. Heuschrecke und die Gewürzmühle Brecht bieten Glühweingewürze, außerdem Mischungen für Lebkuchen oder Spekulatius. Eine gesunde Alternative sind Fruchtriegel, Knabbermix-Tütchen, Bio-Nüsse, Trockenfrüchte wie Feigen oder Apfelringe, kleine Döschen mit Brotaufstrich oder Mandelcreme und winterliche Tees. In der Naturkosmetikabteilung finden sich Lippenpflegestifte, Aroma-Öle, Nagellack und kleine Seifen mit pflegenden Pflanzenölen. Für den persönlichen Touch sorgen zwischendurch Fotos, Gedichte oder Geschichten, Rezepte oder passende Gutscheine, zum Beispiel für Hilfe im Garten, einen Ausflug oder für einen Adventsnachmittag mit Bio-Lebkuchen und Kerzenschein.

Buntes Linsenvergnügen

Das Internationale UN-Jahr der Hülsenfrüchte geht langsam zu Ende, doch Linsen, Erbsen und Bohnen bleiben hoffentlich weltweit im Rampenlicht. Der enorme Eiweißreichtum macht sie zu einer gesunden und klimafreundlichen Alternative zu Fleisch. Gerade Linsen sind ideal für die schnelle Alltagsküche, denn sie müssen weder stundenlang eingeweicht werden, noch kochen sie ewig. Rote und gelbe geschälte Linsen sind mit zehn Minuten Kochzeit geradezu „Fastfood“ und werten viele Gerichte auf, von der Nudelsauce über ein Chili sin Carne bis zur Gemüsepfanne. Sie werden beim Kochen etwas sämig und sind daher wie geschaffen für Suppen, Currys und Bratlinge, aber auch für Aufstriche und Dips. Sogar wer Linsen nicht so gut verträgt, kann meist unbesorgt zugreifen, denn geschälte Linsen enthalten weniger Ballaststoffe als ungeschälte.

Kleine Sorten wie die schwarzen Beluga-Linsen oder die grün-gesprenkelten Le-Puy-Linsen sind nach 20 bis 25 Minuten gar. Beliebt sind sie mittlerweile auch in Sterne-Restaurants, zum Beispiel zu Fisch oder einem Rote-Bete-Carpaccio. Die kleinen Hülsenfrüchte sind wandlungsfähig, auch fruchtige Varianten mit Melone, Mango oder Apfel sind möglich. Und natürlich wärmt und schmeckt gerade im Winter eine traditionelle Linsensuppe mit den etwas größeren Tellerlinsen, Sellerie, Möhren und Lauch, mit oder ohne Würstchen und Speck. Vor allem in Kombination mit Getreide oder Milchprodukten bieten Linsen das komplette Protein-Spektrum. Traditionelle Rezepte wie Spätzle mit Linsen oder indisches Dhal mit Reis sind daher schlaue Verbindungen – zudem auch B-Vitamine und Eisen im Paket stecken.

Nirgendwo gibt es eine größere Linsen-Auswahl als im Biohandel - und die passenden Gewürze gleich dazu, zum Beispiel Kreuzkümmel, Kardamom, Muskat, Zimt, Chili und Bockshornklee. Bio-Gewürzspezialisten bieten auch fertige Mischungen – Klassiker der linsenerprobten indischen und orientalischen Küche sind Garam Masala, Ras el Hanout und Harissa.

Aromawunder Kaffee, bio und fair


(c) Knartz - Fotolia

Mehr als 900 verschiedene Aromen wurden bisher im Kaffee nachgewiesen. So komplex ist nicht einmal das Aromen-Potpourri im Wein. Kaffeekenner können sogar Noten von Zitrus, Zimt, Karamell oder Schokolade erschnuppern und schmecken. Klima und Boden prägen den jeweiligen Charakter – und natürlich die Röstung der Bohnen, die in den roten Kaffeekirschen stecken. Konventionelle Standardkaffees allerdings schmecken fast immer gleich – sie werden gemischt, um einen Einheitsgeschmack zu treffen.

Bio-Kaffee stammt häufig aus Honduras, Peru, Mexiko, Tansania oder Äthiopien, aber auch aus Papua Neuguinea. Jede Herkunft hat ihren Charakter. Oft wachsen die Sträucher in Mischkultur mit Nutzpflanzen wie Bananen, Papaya und Zitrusfrüchten und im Schatten anderer Bäume. Das schützt nicht nur vor Wind und Sonne, sondern auch vor dem Auslaugen der Böden und vor Erosion. Die Pulpe, die bei der Verarbeitung der Kaffeekirschen entsteht, dient als natürlicher Dünger. Studien aus dem mexikanischen Bundesstaat Chiapas zeigen, dass die Artenvielfalt solcher „Kaffeewälder“ fast so hoch ist wie in ursprünglichen Berg-Regenwäldern.

 

Für Bio-Anbieter im Fachhandel wie Lebensbaum, Ökotopia und Mount Hagen gehört aber nicht nur der Verzicht auf Monokulturen und Pestizide zur Philosophie, sondern auch der faire Handel. Sichere Abnahmemengen zu garantierten Preisen machen den aufwändigen ökologischen Anbau mit viel Handarbeit erst möglich und sorgen für bessere Lebensbedingungen der Familien.

Bei uns gehört Kaffee zum Frühstück, zur Arbeitspause oder zum Kuchen für die meisten Menschen einfach dazu. Mehr als 150 Liter trinkt der Durchschnittsdeutsche im Jahr, also gut 400 Milliliter am Tag. Noch immer hält sich der Glaube, Kaffee sei ein "Flüssigkeitsräuber" - er darf aber unbesorgt zur täglichen Trinkmenge gerechnet werden. Aufgrund der anregenden Wirkung sei das Genussmittel jedoch nicht als Durstlöscher geeignet, betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Koffein steigert die Reaktionsfähigkeit und die Aufmerksamkeit, erhöht aber auch den Blutdruck und die Herzfrequenz. Bis zu vier Tassen am Tag dürfen Sie aber mit gutem Gewissen genießen.

Palmöl nicht einfach zu ersetzen


Palmöl-Farmer in Sumatra / (c)James Morgan WWF

Kaum eine Zutat ist so umstritten wie Palmöl. Wer Palmöl hört, denkt an brennende Regenwälder, Monokulturen und vom Aussterben bedrohte Arten wie den Orang-Utan. Die Studie „Auf der Ölspur“des WWF zeigt allerdings, dass ein Ersatz durch andere pflanzliche Öle für die Umwelt sogar noch schlimmer wäre. Denn für den Anbau von Kokospalmen, Soja, Sonnenblumen und Raps wird deutlich mehr Fläche benötigt – und damit noch mehr Lebensraum zerstört. Grund ist der deutliche höhere Ertrag der Ölpalmen: Während sich auf einem Hektar 3,3 Tonnen Palmöl gewinnen lassen, liegt der Ertrag von Raps-, Kokos- und Sonnenblumenöl nur bei einem Fünftel davon, bei Soja noch niedriger.

Daher fordert der WWF, den Konsum von Pflanzenöl insgesamt drastisch zu reduzieren. Vor allem auf Palmöl als Biokraftstoff sollten wir verzichten, außerdem palmölhaltige Produkte wie Süßwaren und Snackartikel, Eiscreme, Tiefkühlpizza und Fertiggerichte möglichst selten verzehren. Auch weniger und dafür besseres Fleisch empfiehlt die Umweltorganisation, denn acht Prozent des importierten Palmöls landen in Futtermitteln. Mit diesen Maßnahmen ließe sich in Deutschland laut Studie rund die Hälfte des Palmöls einsparen. Andere Länder bräuchten andere Strategien, denn während bei uns jeweils etwa 40 Prozent des Palmöls in Biodiesel sowie in Nahrungs- und Futtermitteln stecken, landet in Asien der Löwenanteil zum Braten und Frittieren in Topf und Pfanne.

Für alle Ölsorten kann laut WWF nur zertifiziert nachhaltiger Anbau die Lösung sein, im Idealfall nach Bio-Richtlinien, wie es für Produkte im Naturkosthandel vorgeschrieben ist. Ökologisch und fair produziertes Palmöl schafft sozial abgesicherte Arbeitsplätze. Für die Bio-Palmöl-Plantagen in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Ghana wurde in den letzten dreißig Jahren kein Regenwald gerodet, dafür schützen die Unternehmen umliegende Waldflächen.

Immer noch Mikroplastik in Kosmetik


Mikroplastikpartikel /(C) Stephan Glinka BUND

Mikroplastik steckt noch immer in zahlreichen konventionellen Kosmetikprodukten. Das zeigt eine Studie der Schweizer Codecheck AG in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, bereits ab Ende 2014 auf Mikroplastik zu verzichten, war also wirkungslos. Der BUND fordert nun ein EU-weites gesetzliches Verbot. Wie die winzigen Teilchen im menschlichen Körper wirken, ist zwar noch kaum erforscht, bei verschiedenen Tierarten verursachen sie jedoch unter anderem Geschwüre und Unfruchtbarkeit.

Die Verbraucher-Plattform Codecheck hat für mehr als 100.000 Kosmetikprodukte erfasst, ob sie 2014 und 2016 Mikroplastik enthielten. Für die acht untersuchten Mikroplastik-Sorten war dabei kein Rückgang feststellbar. In dekorativer Kosmetik ist der Anteil von Mikroplastik besonders hoch. So decken viele Foundations, Puder und Concealer mit einem feinen Plastikfilm verschiedenster Polymere. Aber auch zahlreiche Lidschatten, Eyeliner und Lippenstifte enthalten einen oder mehrere Mikroplastikstoffe. Polyethylen steckt beispielsweise in rund 17 Prozent aller Lippenstifte – und immer noch in 30 Prozent aller Gesichtspeelings, nur ein leichter Rückgang zu den 34 Prozent vor zwei Jahren. In den meisten anderen Kategorien war sogar eine leichte Zunahme zu verzeichnen.

Die Codecheck-Appwurde überarbeitet und erkennt nun beim Produkt-Scan, ob und welche Art von Mikroplastik enthalten ist und schlägt mikroplastikfreie Alternativen vor. Auch der BUND-Einkaufsratgeber Mikroplastiksteht überarbeitet online. Wer wirklich sicher vor Mikroplastik sein möchte und nicht auf jedem Produkt das Kleingedruckte lesen will, kauft zertifizierte Naturkosmetik im Naturkostfachhandel. Die Hersteller verzichten seit jeher auf die schädlichen Stoffe. Der Peeling-Effekt wird zum Beispiel mit Kieselerde, Kokosraspeln, Zucker- oder Salzkristallen erreicht.