Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 10/2016

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Goldgelbe Quitten lassen den Herbst leuchten

Sie duften betörend und leuchten wunderschön. Im alten Griechenland galt die Quitte sogar als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Leider kann man Quitten nicht direkt vom Baum essen. Aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts sind die Früchte herb, zudem sehr hart. Hier ist Einsatz in der Küche gefragt. Das Ergebnis ist umso köstlicher, ob als Tarte, Gelee oder Kompott oder als Zutat in Gerichten wie Grünkohlsuppe, einem Curry oder Pilaw oder in einer Lamm-Tajine mit Zwiebeln Safran, Honig und Zimt. Einige Quittenstückchen machen Apfelmus besonders aromatisch.

Apfelquitten sind rund und haben mehr Aroma, das Fruchtfleisch ist dafür härter. Birnenquitten sind etwas länglicher, weniger intensiv im Geschmack, aber das Fruchtfleisch ist weicher. Bei beiden müssen zunächst die flaumigen Härchen auf der Schale abgerieben werden, da sie Bitterstoffe enthalten. Dann mit einem schweren Messer zerkleinern – oder alternativ die ganzen Quitten rund 30 Minuten kochen, bis sie weich sind. Danach lassen sie sich leichter bearbeiten. Apfelquitten sind ideal für Gelee, denn sie entwickeln ein intensiv fruchtiges, zitroniges Aroma. Da alle Quitten sehr viel Pektin enthalten, kann man meist auf Geliermittel verzichten, wenn die Früchte etwas länger kochen.

Quitten sind eng mit Äpfel und Birnen verwandt und werden schon seit 6.000 Jahren angebaut. In Mitteleuropa wachsen die Bäume allerdings erst seit dem 9. Jahrhundert, bevorzugt in den wärmeren Weinbaugebieten. Saison ist von September bis in den November./>

„Zero Hunger“ bis 2030

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Der Welternährungstag am 16. Oktober mahnt uns seit 1979, mehr zu tun, damit alle auf der Erde ausreichend und gesund essen können. Tatsächlich geht die Zahl der Hungernden langsam zurück, trotzdem haben weltweit noch immer rund 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Tausende sterben täglich an Unter- oder Fehlernährung, mehr als die Hälfte davon Kinder unter fünf Jahren. Die Weltgemeinschaft hat sich vor einem Jahr beim UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung das Ziel gesetzt, bis 2030 „Zero Hunger“ zu erreichen, die vollständige Überwindung des Hungers in der Welt.

Das geht nicht, ohne die Folgen des Klimawandels zu berücksichtigen und eine weitere Erwärmung zu verhindern. Daher stand der Welternährungstag in diesem Jahr unter dem Motto „Das Klima verändert sich. Auch Ernährung und Landwirtschaft brauchen einen Wandel.“ Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ruft die Staaten dazu auf, Ernährung und Landwirtschaft in ihren Klimaplänen zu berücksichtigen und Kleinbauernfamilien zu stärken. Der Biolandbau leistet schon durch den Verzicht auf synthetische Mineraldünger und Pestizide einen großen Beitrag zum Klimaschutz, denn die Herstellung der Mittel ist extrem energieaufwändig. Außerdem wird durch vielfältige Fruchtfolgen und den Anbau stickstoffbindender Pflanzen die Humusschicht verbessert und vergrößert. Ein Plus für Bauern und das Klima, denn Humus ist nicht nur fruchtbar, sondern speichert auch gewaltige Mengen an Kohlendioxid.

In diesem Jahr fand im Vorfeld des Welternährungstags in Den Haag das Internationale Monsanto-Tribunal statt. Denn Monsanto und andere Agrarkonzerne fördern ein Modell der industriellen Landwirtschaft, das Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und Grundwasser bedroht und der Welt trotzdem keine Ernährungssicherheit gebracht hat. Symbolisch dafür steht das Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“, das Monsanto in Kombination mit Gentech-Saatgut verkauft.

Amaranth: Proteinreiches Powerkorn


Auch als Frühstücksbrei lecker - (C)mariashumova/Fotolia

Winzige Samen, enorme Nährstoffdichte: Amaranth enthält ungewöhnlich viel Eiweiß, darunter reichlich essentielle Aminosäuren, außerdem extra viel Eisen und ungesättigte Fettsäuren. Gerade für Vegetarier und Veganer ist Amaranth deshalb eine gute Wahl. Die kleinen Körner schmecken leicht nussig und sind in 30 Minuten gar. Als Abwechslung zu Reis oder Nudeln passen sie in Aufläufe, Salate oder Pfannengerichte, zum Beispiel mit gebratenem Lauch, Möhren, Walnüssen und Petersilie oder mit Tomaten, Zwiebeln und Mangold. Gemüse wie Paprika oder Auberginen kann auch mit einer Amaranth-Mischung gefüllt werden. Für Bratlinge mischt man gekochten Amaranth mit Zutaten wie gehackten Haselnüssen, Kräutern und Käse oder vegan-mexikanisch mit Kidneybohnen und Maismehl.

Biologisch gesehen ist Amaranth kein Getreide, sondern eine getreideähnliche Pflanze, die zu den Fuchsschwanzgewächsen gehört. Daher enthalten die Samen kein Gluten und sind für Menschen mit einer Unverträglichkeit eine interessante Backzutat. Weil das Klebereiweiß fehlt, muss man aber das richtige Rezept haben. Einfacher zu verwenden ist das Mehl für Fladen oder Pfannkuchen.

Amaranth stammt aus Südamerika und war dort jahrtausendelang ein Grundnahrungsmittel. In Deutschland war das "Wunderkorn der Inkas" zuerst in Bioläden erhältlich. Dort gibt es heute auch viele weitere Produkte mit Amaranth wie Schokoriegel, Müslis und Crunchies, Backmischungen, Knusperwaffeln und Kekse. Und Amaranth gepufft – eine gesunde und knusprige Zutat für Müslis, Obstsalat und Joghurt.

Auch Wildbienen in Gefahr


(c) ec_organic

Insekten sind als Bestäuber in der Landwirtschaft und im Obstbau unverzichtbar. Pestizide aus der Gruppe der Neonikotinoide stehen schon seit einigen Jahren im Verdacht, den Tieren beträchtlich zu schaden. Nun haben Wissenschaftler am britischen Zentrum für Ökologie und Hydrologie anhand von Felddaten untersucht, wie sich der Einsatz von Neonikotinoiden auf 62 Wildbienenarten auswirkt. Das Ergebnis ist alarmierend: Bei Arten, die sich vorrangig mit behandeltem Raps ernährten, schrumpften die Populationen dreimal stärker als bei denen, die andere und unbehandelte Pflanzen bevorzugten.

Wie der Neurobiologe Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin nachwies, schädigen schon kleinste Dosen der Neonikotinoide die Nervenzellen von Insekten und schränken bei Bienen die Gedächtnisleistung, Kommunikation und Orientierungsfähigkeit ein. Die EU hatte 2013 als Reaktion auf das massenhafte Bienensterben den Gebrauch der umstrittenen Insektizide in der EU stark eingeschränkt aber nicht verboten. Allerdings tragen auch die monotonen Agrarlandschaften ohne Kräuter, Blühpflanzen und Hecken zum Bienensterben bei, denn die Insekten finden keine Nahrung mehr. Der Klimawandel und der Parasit Varroamilbe, eingeschleppt aus Asien, machen den Tieren zusätzlich zu schaffen.

Gesunde Ernährung – Tipps für den Unterricht

Ungesunde Ernährung kann gesundheitliche Probleme verursachen, dennoch wird das Thema im Schulunterricht kaum berücksichtigt. In vielen Schulkiosken gibt es zudem noch immer vor allem süßen Pudding, Schokoriegel und Limonade. Gleichzeitig gibt die Lebensmittelindustrie Millionen aus, um ihr Marketing auf Kinder auszurichten und Lizenzen für Zeichentrickfiguren zu bezahlen, die dann fröhlich-bunt auf der Packung zum Kauf animieren. Da ist es umso wichtiger, die Kinder frühzeitig über gesunde Ernährung zu informieren und für richtige Lebensmittel zu begeistern.

Das neue Arbeitsheft des Umweltinstituts München e.V. „Mach mit, bleib fit!“ schult den kritischen Blick auf die im Supermarkt angebotenen Nahrungsmittel und beleuchtet die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf Tiere und Umwelt. Weitere Themen sind die Herkunft unserer Lebensmittel, das Problem von zu viel Zucker und Fett, die Zutatenliste und Werbeaussagen auf der Packung. Als Beispiel einer nachhaltigen Form der Lebensmittelproduktion stellt die Broschüre den Ökolandbau vor. Aufgaben und Aktionsvorschläge laden zum Entdecken und Erleben ein.

Die Broschüre ist für Schülerinnen und Schüler der dritten bis fünften Klasse geeignet und kann auch für den Privatgebrauch kostenlos bestellt oder im PDF-Format heruntergeladen werden.

Saatgut-Hilfe für Haiti


Die zerstörte Stadt Jeremie/ Haiti (c) le Nouvelliste

Hurrikan Matthew hat das Land Haiti, das zu den ärmsten der Welt gehört, schwer getroffen. Noch hat die reine Katastrophenhilfe oberste Priorität, um die Menschen mit dem unmittelbar Notwendigsten zu versorgen. Zugleich muss aber in der Landwirtschaft jetzt schon an die nächste Aussaat gedacht werden, damit die haitianischen Bauern nicht langfristig auf Lebensmittelhilfen angewiesen bleiben.

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. und der Bioanbauverband Naturland e.V. haben deshalb ein Spendenkonto eingerichtet, damit Haiti und seine Menschen auch über die unmittelbare Nothilfe hinaus die Unterstützung bekommen, die das gebeutelte Land nun dringend benötigt. Denn mit den Ernten, die der Hurrikan vernichtet hat, ist auch das Saatgut verloren gegangen, das die Bauern traditionell nach der Ernte für die neue Aussaat zurücklegen. Wenn im Januar nicht Mais, Hirse und Bohnen in den Boden kommen, ist eine weitere Anbausaison verloren.

Die anerkannte Nichtregierungs-Organisation ORE (Organization for the Rehabilitation of the Environment) züchtet auf Haiti seit über 30 Jahren Saatgut zusammen mit den Bauern. Schon jetzt besorgt und verteilt ORE Gemüsesaatgut, das unmittelbar ausgesät werden kann. Aber auch für die Januar-Aussaat muss jetzt mit der Beschaffung begonnen werden. Mit nachbaufähigem Saatgut soll den Bauern zudem eine Alternative geboten werden, damit sie nicht von gentechnisch verändertem Saatgut abhängig werden, das sie für jede Aussaat neu kaufen müssen.

Unter dem Stichwort „Saatgut-Hilfe für Haiti“ können auch Sie helfen: Spendenkonto /Kontoinhaber: Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V. / Bank: Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg/ IBAN: DE72 7025 0150 0028 5993 97 /BIC: BYLADEM1KMS /Verwendungszweck: Saatgut-Hilfe für Haiti