Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 1/2015

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Der Boden, auf dem wir stehen

Willkommen im Jahr 2015, dem Internationalen Jahr des Bodens! Die Vereinten Nationen (UN) möchten mit diesem besonderen Jahr den Blick auf den meist völlig unterschätzten Reichtum unter unseren Füßen lenken. Ohne fruchtbaren Boden gibt es keine Nahrungsmittel, Boden speichert und filtert das Grundwasser, beherbergt Milliarden von Lebewesen und auch für den Klimaschutz ist er entscheidend: Bodenhumus speichert mehr Kohlenstoff als alle Wälder dieser Welt zusammen!

Rein rechnerisch stehen jedem Menschen auf der Erde rund 2.000 Quadratmeter Ackerfläche zur Verfügung - mehr als genug, um alle ausreichend und abwechslungsreich zu ernähren. Doch gerade in Europa schädigen oder vernichten wir regelmäßig wertvollen Boden, auch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung. Studien belegen, dass ökologisch bewirtschaftete Böden mehr organische Substanz enthalten als konventionelle Felder, besser Wasser speichern und ein vielfältigeres Bodenleben haben. Weil im Ökolandbau chemisch-künstliche Dünger verboten sind, sorgen die Landwirte auf natürliche Weise für die Bodenfruchtbarkeit. Der Aufbau von Humus sorgt gleichzeitig dafür, dass die Böden nachhaltig, langfristig nutzbar bleiben. Entscheidend ist die Fruchtfolge, also der jährliche Wechsel der Anbausorten, außerdem eine konsequente Bodenbedeckung, schonende Bodenbearbeitung und organische Düngung. „Healthy soils for a healthy life" - „Gesunde Böden für ein gesundes Leben" – diesem Motto des UN-Bodenjahrs wird der ökologische Landbaus also weltweit am besten gerecht.

„Im Boden ist was los!“ ist auch Thema des diesjährigen Schülerwettbewerbs ECHT KUH-L! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Einsendeschluss ist der 27. März 2015, alle Infos auf der Website www.echtkuh-l.de und auf Twitter.

Heiße Sache: Chili und Paprika

Nötig hat die Paprika weitere Ehrungen nicht, denn sie zählt bei uns auch so schon zu den beliebtesten Gemüsesorten. Dennoch trägt sie jetzt gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Chili ein Krönchen mit der Aufschrift „Gemüse des Jahres 2015/2016“, verliehen vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V.

Für die ganz unterschiedliche Schärfe der Familienmitglieder ist der Anteil des Stoffs Capsaicin verantwortlich, der übrigens keine Geschmacksempfindung auslöst, sondern einen Hitzereiz. Milde Gemüsepaprika enthält davon nichts, besonders scharf sind Jalapeños, und wer noch mehr Schärfe mag, der greift zum Cayennepfeffer. Der ist nämlich gar kein Pfeffer, sondern wird durch Trocknen und Mahlen aus der Chilisorte-Sorte Cayenne hergestellt. Auch viele Würzsaucen und -pasten werden aus Früchten der Paprikafamilie hergestellt, darunter Tabascosauce, Sambal Oelek aus Indonesien, die Ajvar-Paste aus Südosteuropa, Harissa aus Nordafrika und Salsa aus Mexiko.

Da Gemüsepaprika schnell gar ist, eignet er sich für schnelle Gerichte wie Gemüsepfannen oder als Zutat zum Rührei. Und natürlich schmeckt Paprika gut in Salaten oder einfach pur aus der Hand oder aus der Lunchbox – das liefert besonders viel Vitamin C. Chili macht im Winter jeden Eintopf oder Ragout zu einem angenehm wärmenden Gericht. Beliebt ist zum Beispiel ein Chili sin Carne mit viel Tomaten, Zwiebeln, Kidneybohnen, Mais und Paprika.

Im konventionellen Bereich zählt Gemüsepaprika zu den am höchsten belasteten Sorten. Oft werden bei Analysen gleich mehrere Pestizide gefunden – ein unberechenbarer Chemiecocktail. Bei Bio-Paprika werden dagegen höchst selten Verunreinigungen gefunden. Der Griff zu Bio lohnt sich hier also ganz besonders!

Nachhaltig Bio! - eine Branche lebt es vor

Bio-Unternehmen – handeln die nicht schon aus Überzeugung besonders nachhaltig, wo immer es geht? Was viele Biokunden wissen, ist nicht unbedingt jedem bekannt. Die Kampagne Nachhaltig Bio! soll das ändern und die oft verborgenen Nachhaltigkeitsleistungen der Branche ins Rampenlicht bringen. Zwar sind bereits der Anbau und die Herstellung von biologischen Lebensmitteln ein wichtiger Beitrag zu Boden-, Klima- und Wasserschutz. Doch die Unternehmen tun aus Überzeugung mehr. Beispiele aus der Unternehmenspraxis zeigt die Website Nachhaltig Bio! in sechs Bereichen: Energie & Klimaschutz, Produktqualität, Umweltmanagement, Regionalität, Arbeit & Dialog sowie soziales Engagement. Und zeigt damit auch: Nachhaltigkeit in der Naturkostbranche ist bunt und vielfältig, und jedes Unternehmen hat andere Schwerpunkte.

 

So gehört soziales Engagement beim Großhändler Biogarten seit vielen Jahren dazu. Unterstützt werden zahlreiche Initiativen, unter anderem der neuhland e.V., der Krisenwohnungen für Kinder eingerichtet hat, die Misshandlungen oder sexuellen Missbrauch erlebt haben und auch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft, die sich für die Forschung und Züchtung von bio-dynamischem Saatgut engagiert. Wie viele andere Bio-Unternehmen setzt sich Biogarten zudem für eine regionale Tafel und das Projekt BioBrotbox ein.

Die Integration von Menschen mit Handicap zählt unter anderem für Herbaria und Spielberger zum Unternehmensalltag. Bei Herbaria arbeiten zwei Menschen mit Behinderung in Festanstellung, außerdem erhalten die „Oberland-Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ regelmäßig Aufträge, zum Beispiel für das Verpacken von Gewürzsets. Spielberger führt immer wieder geistig behinderte Jugendliche der Freien Johannesschule an den Unternehmensalltag heran. Sie unterstützen nicht nur die Produktionsprozesse, sie betrachten sie auch aus einem anderen Blickwinkel und stellen sie auf die Probe.

Mehr zu den Nachhaltigkeitsleistungen der Naturkostbranche lesen Sie hier.

Bio bringt mehr Ertrag als gedacht

Der ökologische Landbau kann unter bestimmten Bedingungen ähnlich viel Ertrag bringen wie die konventionelle Landwirtschaft. Das haben Forscher der University of California in Berkeley in einer Studie gezeigt und damit ein verbreitetes Vorurteil widerlegt. Demnach liegt der Ertrag im Biolandbau zwar gemittelt rund 19 Prozent niedriger. Je nach Anbauverfahren schrumpft der Unterschied aber auf acht Prozent, bei einigen Anbaufrüchten liegt der Ertrag sogar gleichauf, schreiben Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings B“ der "Royal Society".

So sorgen agrarökologische Methoden wie Fruchtwechsel oder der Mischanbau mehrerer Arten auf einem Feld für besonders hohe Erträge. Würden mehr Forschungsgelder investiert, um solche Anbauformen weiterzuentwickeln, dann könnten die Erträge künftig sogar gleichauf liegen, schreiben die Forscher. Beim Anbau von Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen und Erbsen sei die Ausbeute schon jetzt vergleichbar hoch. Die deutlichen Unterschiede bei Getreide erklären die Wissenschaftler auch damit, dass seit Jahrzehnten Sorten speziell darauf gezüchtet wurden, im konventionellen Landbau hohe Erträge zu liefern.

Für die Übersichtsstudie wurden 115 Studien mit mehr als 1.000 Datensätzen berücksichtigt, die den Anbau von 52 Feldfrüchten in 38 Ländern miteinander vergleichen. Die Datengrundlage war damit mehr als dreimal umfangreicher als bei früheren Analysen.

Wunderbar wärmend am Morgen: Frühstücksbrei

Ein kalter Wintermorgen, fröstelnd tappt man durch die Wohnung – da wärmt ein Frühstücksbrei Leib und Seele. Seit einiger Zeit macht die warme Morgenmahlzeit dem Marmeladenbrot ordentlich Konkurrenz, und das sogar in der wärmeren Jahreszeit. Aus gutem Grund: Frühstücksbrei ist bekömmlich und tut gut, denn das Erhitzen macht Schrot und Korn leichter verdaulich als im Müsli. Anders als Käsetoast oder Wurstbrötchen ist Frühstücksbrei mit Obst zudem eine ausgewogene Mahlzeit, die wichtige Nährstoffe und Energie für viele Stunden liefert und gut sättigt. Der neue Frühstückstrend entspricht also modernem Ernährungswissen - und hat doch eine jahrhundertealte Tradition. Denn nach der ayurvedischen Lehre läuft unser Stoffwechsel morgens noch auf Sparflamme und kann mit einem kalten oder zu schweren Frühstück leicht überfordert werden. Ein warmer Brei mit ayurvedischen Gewürzen wie Nelke, Ingwer, Kardamom, Muskat und Zimt ist da die bessere Alternative.

Für Frischkornbrei schrotet man am Vorabend Bio-Getreide wie Gerste, Dinkel, Hirse oder Hafer und weicht es ein. Als glutenfreie Sorten bieten sich Quinoa, Amaranth oder Reis an. Am Morgen abspülen und mit frischem Wasser, Milch, Soja- oder Mandelmilch aufkochen und nach Belieben Obst, Nüsse oder Gewürze zugeben. Schneller geht es mit Getreideflocken, die am Morgen aufgekocht und je nach Geschmack ergänzt werden, noch schneller mit fertigen Mischungen aus dem Naturkost-Fachhandel, die nur kurz quellen müssen. Allos hat zum Beispiel gleich sechs Sorten im Programm, darunter Mischungen mit den „Superfoods“ Amaranth und Chia-Samen und mit Chai-Gewürzen.

Wie auch immer: Loslöffeln und genießen! Langsam breitet sich im Körper eine wohlige Wärme und Zufriedenheit aus und der Tag lässt sich voller Kraft und Enthusiasmus beginnen.