Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Bio kann mehr! - Newsletter 10/2014

Bio, wie wir es meinen, war schon immer mehr als nur der Verkauf guter Lebensmittel. Wir meinen: Bio kann mehr! In Zeiten von Klimawandel, Agrar- und Energiewende hat Bio Antworten auch zu ganz tagesaktuellen Fragen. Nicht alles davon kann im Gespräch bei Ihrem Bioladen-Einkauf angesprochen werden - deshalb trägt unser regelmässiger Newsletter für Sie zusammen, was wichtig ist.

 

Jetzt frisch vom Feld: Rosenkohl

Rosenkohl ist der jüngste, kleinste und feinste Spross der großen Kohlfamilie. Aber es gibt wohl kein Gemüse, über das die Meinungen so auseinandergehen. Wie so oft liegt das vor allem an den eigentlich so gesunden Bitterstoffen. Neue Sorten und auch der erste Frost sorgen zwar für milderen Geschmack, aber neue Rosenkohl-Fans gewinnt man vielleicht erst mit neuen Rezepten.

Bereiten Sie die Röschen also mal nicht als klassische Beilage zu, sondern zum Beispiel als Auflauf mit Spätzle, angebratenem Rosenkohl, Zwiebeln und Maronen, einer Eiermilch mit Muskatnuss, überbacken mit einem kräftigen Käse. Zu Pasta in einer Käsesauce überzeugt Rosenkohl manchmal auch Kinder, vor allem, wenn die Röschen nicht im Ganzen, sondern als einzelne Blättchen verarbeitet werden. Als milder Ausgleich eignet sich auch Kokosmilch, zum Beispiel in einem Curry mit Kartoffeln, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Cashewkernen und Ahornsirup.

Rosenkohl ist ein „junges Gemüse“, denn er wird erst seit rund 100 Jahren angebaut. Und es ist der vitaminreichste Kohl – ein besonderer Pluspunkt im Winter, denn reichlich Vitamin C kann Erkältungen vorbeugen. Die Saison dauert bis ins frühe Frühjahr hinein. Es lohnt sich, den Rosenkohl mal auf dem Bio-Feld zu besuchen. Die Röschen wachsen an hohen Stängeln – ein ungewöhnlicher Anblick, den nicht jeder kennt. Der ökologische Anbau erfordert einige Erfahrung und Mühe: Jäten und Hacken, ausreichende Bewässerung, Bekämpfung von Schädlingen wie der Kohlfliege mit Hilfe von Schutznetzen und speziellen Präparaten und zu guter Letzt das Pflücken per Hand.

Bio senkt versteckte Kosten

Bio-Produkte sind teurer als entsprechende konventionelle!? Dieser Satz stimmt nur, wenn man im Laden auf das einzelne Preisschild schaut. Eine aktuelle Studie, erarbeitet vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau, beleuchtet am Beispiel Österreich die Kosten, die der Gesellschaft durch Landwirtschaft entstehen können, zum Beispiel durch Humusabbau, Einträge von Pestiziden in die Ökosysteme, stärkere Hochwasser als Folge der verringerten Wasserspeicherkapazität von intensiv bewirtschafteter Böden, Treibhausgas-Ausstoß und Nitratrückstände im Grundwasser. Laut Studie reduziert die Bio-Landwirtschaft die Agrar-Folgekosten um mindestens ein Drittel - und somit auch die Kosten für die Gesellschaft und letztlich uns Steuerzahler.

Die konventionelle Landwirtschaft kann nur deshalb so billig produzieren, weil die Gesellschaft für die dabei entstehenden Umweltschäden aufkommt, während der Ökolandbau sogar viele Leistungen für die Gesellschaft erbringt, die nicht vergütet werden, zum Beispiel beim Arten- und Gewässerschutz. Um das Schritt für Schritt zu ändern, schlagen die Autoren der Studie unter anderem vor, eine Stickstoff-, Energie- und Pestizidsteuer einzuführen und die Bio-Landwirtschaft politisch stärker zu fördern.

Natürlich kann es dennoch für den Einzelnen teurer sein, sich mit Bio-Lebensmitteln zu ernähren. Muss es aber nicht! Eine neue Studie des Öko-Instituts zeigt, dass 100 Prozent Bio auf dem Speiseplan nur rund 80 Euro mehr im Jahr kostet, wenn man sich nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung richtet, also weniger Fleisch und weniger Fertigprodukte isst und dafür mehr frisches Obst und Gemüse der Saison, Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchte. Diese Form der Ernährung ist gleichzeitig deutlich klimafreundlicher!

Bürgerinitiative gegen TTIP – weiter geht es!

Im September hatte die EU-Kommission überraschend die geplante Europäische Bürgerinitiative gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA abgeschmettert – mit einer dürftigen und rein formalen Begründung. Das europaweite TTIP-Bündnis kündigte noch am selben Tag an: Jetzt erst recht! Nun ist es soweit: Die Unterschriftensammlung für eine selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA ist angelaufen – auch ohne „Erlaubnis“ aus Brüssel. Schon innerhalb der ersten 24 Stunden kamen 200.000 Unterschriften zusammen, viele weitere wurden am EU-weiten Aktionstag am 11. Oktober von zehntausenden Engagierten gesammelt. Auch in zahlreichen Bioläden liegen Unterschriftenlisten aus.

 

Jede Stimme zählt – am Ende sollen EU-weit mindesten eine Million Unterschriften zusammenkommen, um genügend politischen Druck ausüben zu können. Der Handels- und Investitionsvertrag TTIP zwischen der EU und den USA wird noch verhandelt. CETA, ein ähnliches Abkommen mit Kanada, steht vor der Ratifizierung, doch auch hier hat der Protest für Nachdenklichkeit bei einigen Verantwortlichen gesorgt. Beide Abkommen bedrohen demokratische und rechtsstaatliche Grundprinzipien und hebeln Umwelt- und Verbraucherschutz zugunsten von Wirtschaftsinteressen aus. Die vergleichsweise hohen Standards für Lebensmittel, Umwelt- und Verbraucherschutz in der EU sind es wert, verteidigt zu werden. In den USA gängige Risikotechnologien wie das Fracking, gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen in der Landwirtschaft und Antibiotika in der Tiermast müssen nicht nach Europa exportiert werden.

Unterschreiben Sie die Europäische Bürgerinitiative online auf der Website „Stop TTIP“ unterschreiben oder laden Sie Unterschriftenlisten zum Sammeln herunter!

Gepflegte Hände in Herbst und Winter

Obwohl unsere Hände ständig im Einsatz sind, ist die Haut auf dem Handrücken doch dünn und empfindlich und wird leicht trocken und rau. In der kalten Jahreszeit werden die Hände noch mehr strapaziert, da Kälte und trockene Heizungsluft ihnen zusetzen. Die Kälte bewirkt zudem, dass die wenigen Talgdrüsen weniger Fett bilden.

Eine gute Handcreme macht die Hände wieder zart und geschmeidig. Aloe Vera ist zum Beispiel dafür bekannt, Feuchtigkeit zu spenden. Hochwertige pflanzliche Öle wie Mandel- oder Avocadoöl, Kakao- oder Sheabutter wirken rückfettend. Problematische Inhaltsstoffe wie künstliche Duftstoffe, Polyethylenglykole (PEG), Paraffine und Parabene sollte man allerdings nicht an seine Hände lassen. Der Griff zu zertifizierter Naturkosmetik schützt davor und garantiert zudem, dass viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Kamille oder Aloe Vera aus ökologischem Anbau stammen. Wer allergisch auf natürliche Duftstoffe oder ätherische Öle reagiert, findet im Naturkost-Fachhandel Handcremes ohne Duft, zum Beispiel von I+M, Urtekram und Lavera.

Noch ein Tipp: Auch die Wahl einer milden Seife hilft den Händen, denn gerade das Händewaschen entzieht der Haut regelmäßig Fette und setzt der natürlichen Hautbarriere zu. Seifen aus dem Naturkosmetik-Sortiment sind auch hier die beste Wahl.

Schwefel im Wein – muss das sein?

Schwefelverbindungen im Wein sehen heute viele mit Argwohn. Wird da nicht „geschummelt“, machen es sich die Winzer zu leicht? Tatsächlich kann kein Wein schwefelfrei sein, denn Schwefeldioxid entsteht von Natur aus bei der alkoholischen Gärung, wenn auch in geringen Mengen. Doch es gibt mittlerweile einige Weine ohne Schwefelzusatz, auch in Bio-Qualität. Denn während die meisten Menschen die bei der Weinherstellung eingesetzten Mengen an Schwefeldioxid gut vertragen, gibt es einige, die mit Kopfschmerz und Übelkeit darauf reagieren. Bei Asthmatikern können Schwefelverbindungen auch das so genannte Sulfit-Asthma auslösen. Daher müssen Sulfite in der EU auf dem Etikett ausgewiesen werden, wenn mehr als 10 Milligramm pro Liter enthalten sind.

Der Einsatz von Schwefeldioxid bei der Weinbereitung hat eine jahrhundertealte Tradition, denn es ist ein wahrer Alleskönner. Winzer setzen dem Wein schweflige Säure in kleinen Dosen zu, um ihn vor Oxidation zu schützen und um Braunverfärbungen und den Verlust von Fruchtigkeit und Frische zu vermeiden. Schwefeldioxid hemmt außerdem unerwünschte Bakterien- und Hefestämme und vermindert die Bildung von Eiweißverbindungen wie Histamin, die allergische Reaktionen oder Kopfschmerz auslösen können.

Für Biowinzer gelten deutlich niedrigere Höchstwerte bei der Schwefelung als für konventionelle Weinerzeuger. Viele versuchen außerdem, den Schwefelgehalt weiter zu reduzieren, und einige verzichten sogar ganz auf Schwefeldioxid. Für beide Wege ist viel Knowhow und handwerkliches Geschick nötig. Zu den wichtigen Maßnahmen zählen eine strenge Auslese der Trauben, die Optimierung der Gärbedingungen und eine optimale Temperaturführung. In Mitteleuropa ist es wegen des oft unbeständigen Wetters während der Weinlese noch schwieriger, auf Schwefeldioxid ganz zu verzichten. Daher stammen viele als „schwefelfrei“ deklarierte Weine aus Spanien, Italien oder Südafrika.