Röderhof-Laden, natürlich gut einkaufen...

Sellerie, Blutorangen, Wirsing, Erdnussbutter

Sellerie

Die nördliche Hemisphäre ist sein Revier. Wer ihn in den Tropen vermehren will, sollte dies irgendwo oben am Kilimanjaro versuchen. Unten, in der Savanne, wo Gras und Elefanten wachsen, hat Apium, der Sellerie, keine Chance. Tatsächlich aber liegen seine Wurzeln im mediterranen Raum. Schon zur Zeit der ägyptischen Hochkultur war der wilde Sellerie eine Delikatesse. Mit den Pharaonen wurde auch immer eine Portion Sellerie ins Jenseits geschickt. Das haben die Nachfahren Howard Carters beim akademischen Ausplündern von Grabkammern festgestellt. Alle heute verwendeten Selleriearten stammen vom mediterranen Wildsellerie ab. Wir unterscheiden Knollen- und Staudensellerie. Den Staudensellerie gibt es dann noch mal als Bleichsellerie. Dem wurde das Erzeugen von Chlorophyll abgewöhnt. Das funktioniert, indem der Pflanze lange genug Licht vorenthalten wird. Gemein. Aber dafür ist der Bleichsellerie deutlich zarter im Geschmack als der Staudensellerie. Noch würziger als der Staudensellerie ist der Knollensellerie. Sellerie ist unverzichtbarer Bestandteil der bürgerlichen Küche, aber mittlerweile vergreifen sich selbst Sterneköche an ihm. Ist auch besser, als ekelhaften rohen Fisch, oder? Bestellen Sie Knollensellerie aus regionaler Erzeugung oder Bleichsellerie aus Spanien.

Vornehme Blässe

Pietro Arcoria schickt die ersten Tarocco – Blutorangen ins Rennen. Die sind wie gewohnt total lecker. Allerdings sind die Pigmente noch nicht ganz so weit, daher wirken sie etwas blass. Blutorangen bleiben sie trotzdem.

Wirsing

Unter den Kohlgemüsen ist er der vielseitigste: der Wirsing. Sein Name leitet sich von dem lombardischen Verza ab und wie wir uns denken können, ist er ein Kind aus Gefilden südlich der Alpen. Seine zarten Blätter passen gut in jeden Salat, können aber natürlich auch gekocht werden. Besonders gut kommen Kohlrouladen an, wenn sie in Wirsing gerollt wurden. Seinen typischen Geschmack machen die Senfölglykoside aus. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die schwefel- und stickstoffhaltig sind. Eigentlich bildet die Pflanze diese Stoffe zum Schutz gegen hungrige Feinde.

Da der Mensch aber ein hungriger Freund ist, war die Mühe ganz umsonst. Der Wirsing hat mit 50 mg /100 g mehr als doppelt so viel Vitamin C als der Weißkohl, der gerade mal mit 19 mg /100 g daherkommt. Eiweiß hat er ebenfalls viel mehr: da stehen 3 g gegen 1,3 g. Neben dem Vitamin C, gibt es aber auch noch das Vitamin A, sowie mehrere aus der BGruppe. Eines davon ist die Folsäure. Die ist verantwortlich für den Stoffwechsel in unseren Zellen und mischt auch maßgeblich bei der Blutbildung mit. Das wussten die Menschen vor zwölftausend Jahren zwar vermutlich noch nicht, trotzdem bauten sie in der damals üppig grünen Sahelzone die Vorfahren des Wirsing an. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen Menschen wird bereits durch eine Portion von 200 g Wirsing zu knapp 50 % gedeckt. Übrigens tun Sie dem Wirsing keinen Gefallen, wenn Sie ihn zulange kochen. 15 Minuten reichen völlig, ist er in kleine Streifen geschnitten, liegt die Schmerzgrenze bei 5 Minuten. Wer den Kohlgeruch beim Kochen scheut, gart bei geschlossenem Deckel und Flatulenzen nach dem Verzehr kann durch das Mitkochen von Kümmel oder Fenchel- oder Dillsamen vorgebeugt werden. Wer das Zeug auf keinen Fall im Mund haben möchte, benutzt ein Tee-Ei. Sollte sowieso jeder im Haus haben. Kaufen Sie Wirsing bei uns.

Schock!!

Da haben wir aber noch mal Schwein gehabt: Amerikaner und Briten kippen reihenweise um, Erdnussbutterreste kleben an röchelnden Mundwinkeln. Exitus. Der Kelch ist an den Deutschen vorübergegangen. Zur Sicherheit führen wir keine Statistik: „Dann wird es schon nicht so schlimm sein, gell?“ Das Eiweiß in Erdnüssen (aber auch in Haselnüssen) kann bei entsprechend disponierten Allergikern eine Anaphylaxie, einen allergischen Schock, auslösen. Die Reaktionen können vom Hautausschlag bis zum tödlichen Kreislaufversagen reichen. Da ist alles drin. Da müssen wir nicht erst zu Thomas Gottschalk. Anaphylaxien sind Überreaktionen des erworbenen Immunsystems. Substanzen wie Histamin (ein Hormon) oder Leukotriene (lassen Sie sich mal vom Biochemiker Ihres Vertrauens erklären, was das ist) werden in nicht hinnehmbarer Menge produziert. Mit einem Mal erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck fällt ab – lebenswichtige Organe werden nicht mehr genügend durchblutet. Aus. Das Szenario tritt aber auch bei bestimmten Insektengiften und/oder Medikamenten ein. Seien Sie mutig und bestellen Sie bei uns Erdnüsse und andere Leckereien.